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  • So., 26. Mai 2013, 11:37 Uhr
    Der 7. Öffentliche Fahrtag der N-Bahn Freunde Worms stieß am Wochenende erneut auf großes Interesse

    Große Einblicke in ein „kleines“ Hobby

    Michael Dietrich zeigt Clubkollege Hasso Pfeiffelmann die Elektronik seiner Mini-Autos, während im Hintergrund die Projektion der Zug-Kamera zu sehen ist. Pfeiffelmanns Spezialität sind liebevoll illuminierte Industrie-Anlagen. Unzählige Arbeitsstunden und eine Ehen hätte ihn sein Hobby schon gekostet, schmunzelt er. Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR Wenn die N-Bahn Freunde „ihr“ Worms im Maßstab 1:160 ankündigen, dann darf man sich auf deren ganz eigene Interpretation der Nibelungenstadt und ihrer Geschichte freuen. Zwar gab es beim 7. Öffentlichen Fahrtag am Wochenende ein wirklichkeitsgetreues Mini-Modell des Backfischfestes, doch versuchte man vergeblich, sich an ein Michael Jackson-Open-Air-Konzert zu erinnern, und auch die mittelalterliche Burgruine, die hier den Äschebuckel krönt, und die im pfälzischen Erbfolgekrieg geschliffen wurde, gab es bekanntermaßen nie.

    Etwas vertrauter wird es dann – zumindestens phonetisch – beim Wasserkraftwerk des REW (Regenerative Energien Worms) und beim Modul des ‚Wormser Spectaculum‘. Hier haben die Bastler sogar an die Dixi-Toilettenhäuschen gedacht. Und hätte das Wormser Wäldchen wie im Modell einen Eisenbahnanschluss, bliebe den Machern des echten Mittelalterspektakels am kommenden Wochenende das übliche Verkehrschaos erspart.

    Ein Verkehrschaos gibt es nicht auf der 28 Meter langen Modellbau-Anlage mit ihren 27 Modulen vom Bahnhof über ländlich geprägte Abschnitte, vorbei an Industrieanlagen bis hin zur pittoresken Fachwerkstadt. Dafür sorgen nicht zuletzt die 30 elektronisch über PC gesteuerten Weichen auf 83 Metern Schienenlänge, was in der Realität 9 Kilometern entspricht.

    5 Minuten Fahrzeit
    Noch stehen die Automodelle auf den Straßen, während die rund 20 verschiedenen Personen- oder Güterzüge vorbeirauschen, die für eine komplette Runde ca. 5 Minuten Fahrzeit benötigen. Doch die N-Bahn Freunde denken schon weiter: Vereinsmitglied Michael Dietrich zeigte in der Größe HO, aber auch im N-Bahn-Format, ein Straßensystem, auf dem sich dank eingelegter Metallstreifen LKW und PKW wie von Geisterhand bewegen. Der Clou dabei ist, dass diese mit Sensoren und einer Elektronik ausgestattet sind, die Auffahrunfälle verhindert und sogar über Bremslichter anzeigt, wenn gestoppt oder langsamer gefahren wird.

    Dabei muss Dietrich mit viel Fingerspitzengefühl die konventionellen Mini-Auto-Standmodelle mit Motor, beweglichen Achsen und einem Steuerchip ausstatten. Sogar spezielle Reifen kann er aufziehen. Programmiert wird das Ganze über eine spezielle Steuersoftware am PC. „Zum fertigkaufen gibt es leider zu wenig“, erklärt Dietrich seine Tuning-Aktivitäten. Insgeheim aber freut sich der gelernte Maschinenbauer über die Herausforderung seiner Kreativität.

    Neue Erweiterungen geplant
    „Den Straßenverkehr werden wir im nächsten Jahr vielleicht schon in unsere Anlage integriert haben“, kündigt Benno Sahne an. Der 1. Vorsitzende der N-Bahn Freunde weiß zwar um die Komplexität der zwischenzeitliche verfügbaren Elektronik, sieht gerade darin aber auch die pädagogischen Möglichkeiten. Daher bietet er ehrenamtlich in der Diesterwegschule eine Arbeitsgemeinschaft an. Hier vermittelt der Informatiker im Ruhestand den Schülern spielerisch einen Zugang zu sensiblem Hightech.

    Einen „deutlichen Schub“ hätten die Aktivitäten seines Vereines vor einem Jahr durch den Bezug der eigenen Räumlichkeiten im Hohenstaufenring erfahren, so Sahne. Hier könne man sich treffen, austauschen und gemeinsam an Modellen und Modulen arbeiten – um dort dann das geliebte Hobby auch ohne großen Aufwand bei regelmäßigen Fahrtagen präsentieren zu können. So hätten in diesem Jahr trotz des schlechten Wetters rund 200 Besucher schon am Samstag und Sonntag den Weg hierher gefunden, resümiert der Vereinsvorsitzende. „Ein tolles Ergebnis für einen Verein mit 30 Mitgliedern“, freut sich Sahne.

    Weitere Informationen unter www.nbf-worms.de

     

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