Nibelungen-Festspiel-Intendant Dr. Dieter Wedel präsentierte auf der „Bau-Probe” das Bühnenmodell für die letzte Inszenierung unter seiner Leitung
Großes Spektakel zum Abschluss einer Ära
Jens Kilian (links) und Dieter Wedel präsentierten das Bühnenbild am Nordportal des Doms. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Wormser Nibelungen-Festspiele finden in nächsten Jahr vom 18. Juli bis zum 3. August statt. Dr. Dieter Wedel wird bei „Hebbels Nibelungen- born this way“ letztmals Intendant und Regisseur sein. Der Spielort wird am Nordportal des Doms sein. Am Mittwochmorgen präsentierte Dr. Dieter Wedel zusammen mit Bühnenbilder Jens Kilian die Kulisse und Szenerie der Festspiele 2014. So wird am Nordportal eine Bühne mit den ungefähren Maßen von 20 auf 8 Meter aufgebaut. Eine Bühne sei im Gegensatz zum Westportal notwendig, da der Schlossplatz am Nordportal ein großes Gefälle habe, das ausgeglichen werden müsse. Die Tribüne werde rund 1.300 Besucher fassen. Die Logen werden ganz verschwinden, dafür werde es 36 Komfort-Plätze geben.
Im Reich der Hunnen Dr. Dieter Wedel erläuterte, dass in 2014 der zweite Teil der Nibelungensage erzählt werde, also die Reise ins Reich der Hunnen. Die erste Szene werde aber in Worms spielen, bevor die Nibelungen aufbrechen. Hier werde der Dom besonders ins Zentrum gerückt. Das zweite Bühnenbild stelle den Uferbereich an der Donau dar, wenn die Nibelungen über den Fluss setzen.
Um dies richtig in Szene setzen können, soll ein großes Wasserbecken mit den Maßen vier auf zwölf Metern aufgebaut werden und der Dom werde mit Hilfe von rollbaren Stahltoren bzw. -wänden abgeschirmt. Die dritte Szene spielt im österreichischen Bechelaren bevor der Vorhang für die Halbzeitpause fällt. Das große Finale nach der Unterbrechung findet dann am Hof des Hunnenkönigs Etzel statt. Dort wird das Schauspiel dann als Höhepunkt mit dem blutigen Kampf der Burgunder gegen die Hunnen enden. Hierzu soll ein herrliches Bühnenbild geschaffen werden, das das opulente Leben am Hof von König Etzel darstellt.
Noch keine Namen Zur personellen Besetzung sagte Dieter Wedel, dass die Namen erst im Frühjahr 2014 bekannt geben werden. Es würde zwar schon feststehen wer den König Etzel und Siegfried spielt, doch hüllte er sich auch diesbezüglich in Schweigen. Er verreit nur so viel, dass einige Schauspieler aus diesem Jahr bleiben würden, andere neu hinzu kämen.
Zum Inhalt der gesamten Geschichte verriet Dr. Dieter Wedel so viele, dass Personen auftreten, die normal keine so tragende Rolle im Nibelungenlied haben. Er nannte hier etwa „Werbel”, ein Berater von König Etzel. Auch soll König Etzel nicht als der alte, tattrige König hingestellt werden, sondern ein jüngere, dynamische Umsetzung erfahren. Das Thema Fremdenfeindlichkeit soll in den Fokus der Inszenierung gerückt werden. So seien die Hunnen häufig als finstere, blutrünstige Gesellen darstellt worden. Diese Interpretation sei zu hinterfragen. Interessant sei auch die Figur des Hagen, der aus politischen Gründen den Mord an Siegfried durchgeführt habe, im zweiten Teil der Handlung am Hof König Etzel aber als Held bzw. Opfer dastehe.
Karten als Weihnachtsgeschenk / Beim NK erhältlich Wer sich jetzt schon Eintrittskarten für die Festspiele kaufen möchte, kann dies noch bis zum 24. Dezember zu ermäßigten Konditionen tun. Für manche Tage gibt es Nachlässe von 15 Prozent auf alle Kategorien. Es gibt sie u.a. beim Nibelungen Kurier,, Prinz-Carl-Anlage 20 in 67547 Worms.