Die SPD Arbeitsgemeinschaft Bildung kritisiert Verlautbarungen des CDU Arbeitskreises "Bildung und Schule". Die Aussagen der CDU sind entweder von großer Unwissenheit oder von bewusster Täuschung geprägt, fasst Vorsitzender Dirk Dörsam die Haltung der SPD AG zusammen. Statt zu informieren, verbreitet die CDU Halb- und Unwahrheiten.
So sei die Schulbuchausleihe landesweit geregelt, wobei die Arbeit natürlich Vorort von den Kommunen geleistet werden muss. Dazu hatten der damalige Schuldezernent Hans-Joachim Kosubek (CDU) und Sozialdezernent Georg Büttler (SPD) ein Konzept erarbeitet, dass bis heute hervorragend funktioniert und eine hohe Akzeptanz bei Schulen und Eltern hat, so Margit Zobetz, Mitglied in der AG. Wie dieses System sonst so gut funktionieren soll, bei so vielen sehr unterschiedlichen Lehr- und Lernmaterialien, ist Zobetz schleierhaft. Zudem sei der CDU-Mann Kosubek Hauptverantwortlicher gewesen. "Also müsse sich die CDU an der eigenen Nase fassen."
Auch seien mittlerweile alle Wormser Realschulen plus mit Schulsozialarbeitern ausgestattet. Schulsozialarbeit sei wichtig, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen auszugleichen und aufzufangen. Darüber hinaus können Schulleitungen zusätzliche Stunden bei Schülern ohne ausreichende Deutschkenntnisse bei der ADD beantragen. Auch hier gilt, wenn der Bedarf gemeldet wird, gibt es Unterstützungsangebote, vom Land weiß Zobetz. Auch das Thema "Ökonomische Bildung" sei längst bearbeitet und ist ein wichtiger Teil der in der Realschule Plus in den neuverankerten Unterrichtsfächern des Wahlpflichtbereiches (Haushalt und Sozialwesen, Technik und Naturwissenschaften und Wirtschaft und Verwaltung).
Auch kritisiert die AG die Haltung der CDU zu Fortbildungen für Lehrer. Schulen müssen schulinterne Fortbildungsangebote nutzen, um sich den neuen Herausforderungen für einen zeitgemäßen Unterricht stellen zu können, so Maria Hilberg, stellvertretende Vorsitzende der AG. Fortbildungen sind für Lehrkräfte unbedingt notwendig und zwingend erforderlich. Wer mit Kindern und Jugendlichen auf der Höhe der gesellschaftlichen Entwicklungen arbeiten soll und will, ist geradezu verpflichtet dazugehörende Fortbildungsveranstaltungen wahrzunehmen, ist Hilberg überzeugt. Das sollte vor allem auch den Eltern wichtig sein.
Einen Fortbildungstag, an dem die ganze Schule sich mit einem Thema übergreifend beschäftigt, ist auch so gedacht und pädagogisch gewollt, erläutert Hilberg. Dieser komplette Fortbildungstag muss vorab beantragt und genehmigt werden. Es können Referenten aus einem vorhandenen Portal gebucht werden, aber auch externe Fachleute dürfen hinzugezogen werden. Grundvoraussetzung ist, dass dieser Tag mehr Arbeitsstunden hat als ein regelgerechter Unterrichtsvormittag. Dass durch einen Tag die Unterrichtsversorgung nicht sichergestellt sein soll, nennt Dörsam hanebüchen. Ob nun einzelne Kollegen an einem oder mehreren Tagen zu Fortbildungen gehen, entscheidet letztendlich die Schulleitung, nicht die Landesregierung, stellt Zobetz klar.
Mit ihrer Pressemitteilung zeige die CDU aber auch ihr wahres Gesicht in Sachen "Kindertagesstätten". Die Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten soll offenbar nach CDU-Meinung zurückgenommen werden, so SPD Fraktionschef Timo Horst. Dabei will die CDU Familien zusätzlich belasten und die Kindertagesstätte als wichtige Bildungseinrichtung degradieren, ärgert sich Horst über die Haltung der Union. Die SPD tritt auch weiterhin für freien Zugang zu Bildung, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, ein.
Empört fasst auch Zobetz zusammen: Was die Union da wie auch immer äußert, sind Einzelbeispiele, die sich sicher nicht auf das komplette Schulsystem übertragen lassen. "Außer man ist in der CDU und sucht in den Krümeln."