
Von Marcus Diehl › Die Spielgemeinschaft Kickers Worms bekommt einen Rasenplatz. Endlich, nach vielen langen Jahren, wird der Wunsch wahr, auf einem grünen Geläuf Fußball zu spielen. Was die vorherigen Vorstände schon immer ins Auge gefasst haben, wird jetzt Wirklichkeit. Kassenwart Benjamin Ziegler: „Was lange währt, wird endlich wahr.“
Beim offiziellen Spatenstich war das Interesse recht groß. Zahlreiche Unterstützer und Interessierte waren gekommen, um das Highlight mit eigenen Augen zu bestaunen. Gerade in der Coronazeit hatten viele den Verein schon abgeschrieben. Es ist ein großer Schritt für die Kickers und die Karl-Marx-Siedlung. Für viele ist es ein Meilenstein. Sportdezernent Timo Horst geht sogar noch einen Schritt weiter. „Heute fallen alle Feiertage auf einen Tag für den Verein.“ Dirk Beyer, Wormser Landtagsabgeordneter, lobte den langen Atem der Kickers und dass sie dabei einige harte Nüsse zu knacken hatten.
Im ganzen Stadtgebiet sind die Kickers mit der TSG Heppenheim, die einzigen Vereine, die nur einen Hartplatz anbieten können. Das ist in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar. Nur wenige Eltern schicken ihre Kinder auf einen solchen Untergrund. Für Timo Horst ein Grund, für Rasenplätze zu werben. Auch weil die Zusammenarbeit mit dem Vorstand, vor allem mit dem 1. Vorsitzenden Frank Viergutz, sehr erfolgreich und harmonisch abgelaufen ist. Frank Viergutz gab das Lob zurück. Zwar hätten die sehr hohen Auflagen zwecks Entwässerung, Brunnenbohrung und Entsorgung der Altlasten zeitweise für Kopfschütteln gesorgt, aber: „In diesen Dingen und den ganzen zu holenden Genehmigungen stand uns Timo Horst sehr hilfreich zur Seite. Auch Lena Lander, Sportförderung, war eine helfende Kraft und hat einiges möglich gemacht.“
Vieles hat der Verein in Eigenregie geleistet. Das Abbauen der Flutlichtmasten, das Entfernen der Barriere und des Zauns. Auch den neuen Zaun wird der Verein selbst errichten. Frank Viergutz: „Dafür hatten wir viele fleißige Helfer. Große Hilfe hatten wir von den Firmen Velte und Gräf, die uns mit schweren Geräten unterstützt haben.“ Der benötigte Anbau der Geschwister-Scholl-Schule brachte das ganze Fass, letztendlich so richtig ins Rollen. Zuerst sollte der Platz quergelegt werden, was dann aber widerlegt werden musste. Die Größe war das große Handicap. Aber auch jetzt, wird es keine normale Größe geben. Für die 78 × 55 Meter wurde eine Ausnahmegenehmigung vom Verband erteilt. Diese gilt bis zur A-Klasse. Noch agiert die erste Mannschaft in der C-Klasse, führt sie als Tabellenführer, aber mit großem Vorsprung an.
Ein ganz wichtiger Punkt ist immer die Finanzierung. „Das Projekt haben wir nur in die Hand genommen, weil sie in trockenen Tüchern steht. Sonst hätten wir es nicht gemacht“, sprach Frank Viergutz. Der Verein muss 30 Prozent der Kosten tragen, die Stadt Worms 20 Prozent und das Land 50 Prozent. Durch die Zusage der Mitglieder, sich mit einem Sonderbeitrag zu beteiligen, konnte bei den Banken ein Kredit erreicht werden.
Die Firma „Sportplatz Profi“* ist schon schwer am Arbeiten. Der Platz wurde auf die Größe schon eingeebnet und wird in naher Zukunft eingesät und mit einer neuen, energiefreundlichen Flutlichtanlage bereichert.
Momentan besteht der Verein aus zwei Jugendteams, einer Altherren-Truppe und einer aktiven Mannschaft; die zweite wurde vor einiger Zeit vom Spielbetrieb abgemeldet. Spielen wird die 1. Mannschaft bei der TSG Pfeddersheim. Trainingsmöglichkeiten bekommen sie von der Stadt auf dem BIZ-Gelände zugesprochen. Die Jugend wird bei der Normannia Pfiffligheim unterkommen.
Bis zur nächsten Saison soll alles fertiggestellt sein. Schon jetzt hat Benjamin Ziegler versprochen, dass es ein großes Eröffnungsfest geben wird.