Viele Wormser Bürger informierten sich am Dienstagabend über Ausstattungen und Dimension der Wohnanlage auf dem Motorpoolgelände
Großes Interesse am „Tag der offenen Tür“ im Flüchtlingsheim
Vieler Bürger informierten sich am Dienstagabend über die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Motorpoolgelände. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Bauarbeiten an der mobilen Containeranlage für Flüchtling auf dem „Motorpoolgelände“ an der Bensheimer Straße konnten in den vergangenen Tagen abgeschlossen werden. Um die Wormser Bürger zu informieren und ihnen einen Blick in die Anlage zu gestatten, hatte die Stadtverwaltung für Dienstagabend zwischen 17 und 19 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Zunächst herrschte allgemeine Skepsis vor, ob außer den offiziellen Gästen aus Politik und Verwaltung überhaupt jemand kommen würde. Doch die zurückhaltende Einschätzung war falsch, vielmehr zeigten die Bürger, besonders aus dem näheren Wohnumfeld großes Interesse. Bereits um 17 Uhr erschienen die ersten Neugierigen und ließen sich von speziell für diesen Tag abgestelltem Personal durch die zweigeschossige Anlage führen und die Details der Ausstattung erklären. Dabei wurde deutlich, dass die Flüchtlinge nicht in großem Comfort und Luxus wohnen, die Anlage andererseits aber eine menschenwürdige Unterbringung garantiert.
Ab Montag können hier 60 Flüchtlinge wohnen Die mobile Wohneinheit ist zweigeschossig und wird am Montag, dem 18. Mai, eröffnet. Dann werden dort zunächst die 30 Flüchtlinge einziehen, die zurzeit in dem Zelt an der Nikolaus-Dörr-Halle unterbracht sind. Das Zelt wird dann abgebaut. Insgesamt könnten in die mobile Containeranlage rund 60 Flüchtlinge einziehen. Es wird sich dabei um alleinstehende Männer handeln. Sie werden jeweils zu zweit in einem Raum untergebracht. Für jeden Flüchtling stehen ein Bett und ein kleiner Schrank sowie ein Stuhl zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt jedes Zimmer über einen Kühlschrank sowie einen Tisch. Ein Fernseher gehört nicht zum Inventar, kann aber aufgestellt werden, falls die Flüchtlinge etwa Geräte gespendet bekommen.
Auf jeder der zwei Etagen gibt zwei Duschbereiche, Waschmaschinen sowie Toiletten und kleine Gemeinschaftsküchen, in denen sich die Flüchtlinge ihr Essen selbst zubereiten.
ASB betreibt die Anlage Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) betreibt die Wohnanlage für Flüchtlinge. Dazu beschäftigt der ASB sieben Mitarbeiter. In der Anlage wird 24 Stunden am Tag Personal anwesend sein. In den Nachtsunden ist zumindest ein Pförtner präsent.
Die Anlage hat die Stadt Worms rund 1,3 Millionen Euro gekostet und soll zumindest für fünf Jahre genutzt werden. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 260.000 Euro.
Beschäftigung gegen Lagerkoller Ein wichtiger Aspekt ist die Beschäftigung der meist jungen Männer, die aus ihrem Land fliehen mussten. Denn über Wochen oder gar Monate den ganzen Tag nur auf dem Zimmer zu sitzen, würde sicher eine Art Lagerkoller auslösen. Daher sind Aktivitäten notwendig. Am besten ist natürlich für Flüchtlinge, wenn sie möglichst rasch Arbeit aufnehmen. Dies gilt besonders für Flüchtlinge, von den sicher ist, dass sie auf Jahre oder gar für immer hier bleiben. Zu nennen sind hier etwa Asylbewerber aus Syrien, die dem Krieg und Tod gerade noch entkommen sind. Aber auch für alle anderen Flüchtlinge ist es sicher sinnvoll, etwas zu tun. Oberbürgermeister Michael Kissel erklärt dazu, dass sie zum Beispiel, insoweit die sie gesetzlichen Reglungen zulassen, für gemeinnützige Arbeit eingesetzt werden könnten. Zweckmäßig sind aber auch Deutschkurse und natürlich sportliche Aktivitäten. Dazu würden Wormser Sportvereine auch bereits entsprechende Angebote machen.
450 Zuweisungen Für das Jahr 2015 muss Worms mit einer Zuweisung von rund 450 Flüchtlingen rechnen. Nach Aussage von des zuständigen Dezernenten, Waldemar Herder, möchte man die Flüchtlinge möglichst dezentral unterbringen. Aber gerade für alleinstehende Männer komme man an Sammelunterkünften nicht vorbei. Doch sollten diese nicht größer sein als jene auf dem Motorpoolgelände mit seiner Kapazität von 60 Personen. Die Unterkünfte sollten auch möglichst über das ganze Stadtgebiet verteilt werden, sodass es kein Ghettos entstehen.
Spenden willkommen Wer den Flüchtlingen helfen möchte, etwa mit Geschirr oder Spielen, der findet auf der Internetseite der Stadt Worms ein entsprechendes Portal, auf dem er sich informieren kann, was am dringendsten benötigt wird: www.worms.de