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  • Mo., 02. November 2020, 11:37 Uhr
    AG WORMSER BAUERNVERBÄNDE: Keine Böden für Photovoltaik vergeuden / Solarpark als Spekulationsobjekt?

    Großes Solarpotential auf Dächern

    Die Arbeitsgemeinschaft der Wormser Bauernverbände bedauert, dass Landwirten eine optimale Nutzung von Photovoltaik, etwa auf Dächern, verwehrt bleibt.


    Es sieht aus, als hätten die Handwerker ihre Arbeit eingestellt, bevor sie fertig waren: Fast verloren liegt eine überschaubare Photovoltaikanlage auf dem großen Dach der Scheune von Landwirt Zechner in Heppenheim. Dabei hätte die Chance auf mehr grünen Strom nicht vertan werden müssen, wenn es nach dem Bauherren gegangen wäre... Landwirt Markus Zechner baut neben Rüben, Getreide und Wein auch spezielle Kulturen wie Gewürzfenchel oder Anis an, deren Blüten Leckerbissen für Insekten sind. Neben wirtschaftlichem Erfolg sind ihm auch Beiträge zum praktischen Umweltschutz wichtig, wie z.B. Blühstreifen oder auch eine Solaranlage.

    Nur 1/4 Dach-Photovoltaik genehmigt

    Beim Neubau seiner Lagerhalle plante er eine flächendeckende Photovoltaik mit ein, deren 120 KW Leistung hätten locker 30 Einfamilienhäuser mit grünem Strom versorgen können. Doch es kam anders, denn der Netzbetreiber beschied ihm, dass die vorhandene Infrastruktur nur den Anschluss von 30 kW zulasse, also nur ein Viertel dessen, was baulich möglich gewesen wäre.

    Keine Photovoltaik auf Ackerflächen

    Zusammen mit seinen Landwirtskollegen wendet sich der eingeschränkte Solarfarmer dagegen, dass zwischen Pfeddersheim und Abenheim über einen Solarpark auf besten Ackerböden spekuliert wird. „Hochwertige Böden, die mit Solaranlagen zugebaut werden, gehen für die Erzeugung von regionalen Lebensmitteln verloren”, erläutert der Landwirt. „Betriebe verlieren ihre Produktionsgrundlage, der Wettbewerb um die Flächen wird verschärft und die Pachtpreise so nach oben getrieben.“ Und das, während nicht nur sein Dach zu drei Vierteln brach liegt. „Es passt nicht zusammen, wenn man Landwirten einerseits Photovoltaik verwehrt, ihnen andererseits aber Äcker für einen Solarpark abnehmen will.“ Gesellschaftlich sinnvoller wäre es doch, so in das Wormser Stromnetz zu investieren, dass gewollte Solaranlagen nicht gestutzt werden müssen. Solange viele Hallendächer noch ungenutzt bleiben müssen, so lange ist Photovoltaik auf Ackerflächen nicht zu vertreten", bringt es der Landwirt auf den Punkt.

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