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  • Di., 18. Juli 2017, 18:54 Uhr
    Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Dr. Bernhard Braun, sprach in Worms über Radschnellwege

    Grüne forcieren Radschnellverbindungen

    Die Grünen zeigten, von aus es entlang der Cornelius-Heyl-Straße weiter bis nach Frankenthal gehen könne. Von links: Richard Grünewald, Dr. Bernhard Braun und David Hilzendegen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Seit die Wormser Grünen im März 2017 das Thema Radschnellwege im Nibelungen Kurier auf die politische Agenda setzten, ist eine große Dynamik in die Sache gekommen. Im Juni beschloss der Stadtrat einstimmig eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, wie und wo Radschnellverbindungen in der Nibelungenstadt realisiert werden können. Das Ergebnis der Untersuchung wird für Ende 2018 erwartet, dann sollen rasch Entscheidungen getroffen werden, um zeitnah an Fördergelder des Landes zu gelangen.

    Fraktionsvorsitzender setzt aufs Rad

    Am Dienstagnachmittag besuchte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Mainzer Landtag, Dr. Bernhard Braun, die Nibelungenstadt. Im besonderen Fokus stand dabei der zügige Ausbau der Radschnellverbindungen in der Region. Er zeigte auf, dass es zweckmäßig wäre, den gerade in der Realisierung befindlichen 40 Kilometer lange Schnellweg in der Metropolregion bis nach Worms zu verlängern. Bisher ist die Strecke von Heidelberg über Mannheim nach Ludwigshafen und Schifferstadt geplant. Schön wäre es, so der Fraktionsvorsitzende, wenn ein Abzweig von Ludwigshafen in die Nibelungenstadt ginge. Zu den Fördermöglichkeiten sagte Dr. Braun, dass Rheinland-Pfalz ab diesem Jahr zunächst jährlich fünf Millionen Euro zur Verfügung stelle. Wichtig sei es für Worms, wenn die Stadt rasch ein Konzept vorlegen und Fördergelder beantragen würde. Hier sei Zeit wichtig, bevor auch alle anderen Kommunen diese Mittel haben wollten. Intensiv würde zurzeit etwa über die Schnellverbindung von Mainz nach Bingen gesprochen. Durch die E-Bikes habe das Thema noch einmal an Bedeutung gewonnen, denn während man beim normalen Rad von einer Entfernung von fünf Kilometern spreche, die jemand bereit sei, für die Fahrt zur Arbeit zurück zu legen, seien dies mit dem E-Bike schon 15 Kilometer.

    Vier Varianten bis Ludwigshafen

    Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Wormser Stadtrat, Richard Grünewald, hob die Bedeutung einer Radschnellverbindung nach Ludwigshafen hervor, da sie auch von vielen Berufspendlern, etwa zur BASF, genutzt werden könnten. Und ein Kriterium von Radschnellwegen sei ja, dass sie nicht als reine Freizeitstrecken dienten, sondern in erster Linie als echte Alternative zum Auto bei der Fahrt zur Arbeit oder zum Einkauf genutzt würden.
    Von Worms nach Ludwigshafen sind es, je nachdem, wo jemand genau wohnt und arbeitet, rund 20 Kilometer.

    Vier alternative Routen

    Richard Grünwald warf beim Gespräch mit Dr. Braun vier alternative Routen von Worms nach Ludwigshafen in die Diskussion: 1) Die Strecke am Rhein entlang; 2) Eine Nutzbarmachung neben der alten B9; 3) Ein Weg neben der neuen B9 und 4) Eine Verbindung neben der Zugstrecke von Worms über Frankenthal nach Ludwigshafen. Letztgenannte Variante hätte den Charme, dass der Radler bei schlechtem Wetter problemlos auf die Bahn umsteigen könne. Die Kombination Bahn und Rad sei ohnehin etwas, das immer angestrebt werden sollte.

    Von 14 auf 25 Prozent

    Als Ziel gab Richard Grünewald aus, dass der Anteil der Radfahrer am Verkehr in Worms von bisher 14 Prozent auf 25 Prozent gesteigert werden soll. In Karlsruhe, so der Grünen-Chef, gebe es schon einen Anteil von 27 Prozent Fahrradfahrer. Zu solchen Größenordnungen wolle man in Worms gelangen.

    Wobei Richard Grünewald betonte, dass es bei der Verwirklichung von Radschnellwegen nicht darum gehe, dies ideologisch und stur zu sehen, sondern hier müssten pragmatische Lösungen her. So sollten in erster Linie bestehende Wege ausgebaut und ertüchtigt werden. Und wenn ein Radschnellweg eben mal keine vier Meter, sondern nur drei Meter breit sei, gehe dies auch.
    Die Kosten für den Neubau eines Radschnellweg liege bei 300.000 bis 400.000 Euro pro Kilometer, so Grünewald, für eine Bundesstraße müsse das zehn- bis zwanzigfache gerechnet werden. Wer radele, schone also nicht nur die Umwelt und betätige sich sportlich, sondern er reduziere die Ausgaben des Staates.

    Fünf Radschnellwege in Worms

    Abgesehen von dem Radschnellweg nach Ludwigshafen streben die Grünen fünf dieser zügigen, innerstädtischen Velo-Verbindungen in Worms an. Diese sollen sternförmig jeweils von Rheindürkheim, Abenheim, Pfeddersheim, dem Eisbachtal und der Karl-Marx-Siedlung in die City führen. Vorrang habe hier die Realisierung der Trasse von Pfeddersheim nach Pfiffligheim, so Grünewald.

     

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