WORMS: Maßnahmen durch die Deutschen Stiftung Denkmal gefördert
Gruftkapelle im Albert-Schulte-Park wird restauriert
Strahlende Gesichter bei der Scheckübergabe an der Gruftkapelle Doerr und Reinhart im Wormser Albert-Schulte-Park. Foto: Stadt Worms.
Der Albert-Schulte-Park unweit des Wormser Hauptbahnhofes hat einige historisch bedeutsame Kleinode zu bieten. Dazu zählen auf dem ehemaligen Friedhof der Stadt unter anderem einige Grabmäler sowie das Veteranendenkmal für die Gefallenen aus den napoleonischen Kriegen. Ein ganz besonderes Kleinod der Parkanlage erhält nun auch Aufmerksamkeit und Unterstützung aus Mainz beziehungsweise Bonn. Es handelt sich dabei um die Gruftkapelle der Familien Doerr und Reinhart von den gleichnamigen ehemaligen Lederwerken. Das Gebäude wurde um 1861 als repräsentativer Trauerort der Lederfabrikantenfamilie errichtet.
Aufgrund des schlechten Zustandes der Gruftkapelle Doerr und Reinhart hat sich die Stadt als Eigentümerin der Instandsetzung des Gebäudes angenommen. In einem ersten Bauabschnitt wurden im letzten Jahr das Sandsteinmauerwerk und die Dachfläche aus Werksteinen instandgesetzt und restauriert. Im gleichen Schritt erfolgte die Wiederherstellung des Entwässerungssystems.
Als Folgemaßnahme und zweiter Bauabschnitt folgt in diesem Spätsommer und Herbst die Instandsetzung des Innenraums. Dazu gehören konservatorische Arbeiten an den Putz- und Farbfragmenten, die von Diplom Restauratorinnen und Restauratoren gesichert werden. Bereits im Vorfeld erfolgte eine restauratorische Untersuchung, bei der nachgewiesen wurde, dass der Innenraum der Kapelle zwei Farbfassungen vorweist. Eine Erste aus der Erbauungszeit und eine Zweite um circa 1900. Beide Farbfassungen gilt es zu sichern und zu erhalten. Die vorhandenen Bleiverglasungen, die im Zuge des ersten Bauabschnittes ausgebaut wurden, werden konservatorisch restauriert und wieder eingebaut. Fehlende Verglasungen werden ersetzt, sodass ein geschlossenes Bild der Bleiverglasung entsteht. Der Eingang zur Kapelle wird gesichert und durch eine Metalltür ergänzt sowie dem Denkmal in Erscheinung und Gestaltung angepasst.
Scheck für Maßnahme überreicht
Die Gesamtkosten des zweiten Bauabschnittes veranschlagt die Stadt mit rund 100.000 Euro. Daher freut sich Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst sehr über eine Zuwendung aus Mainz. Mit 8.000 Euro fördert die in Bonn beheimatete Deutschen Stiftung Denkmal die Maßnahme. Den dazugehörigen Scheck überreichte Robert Sommer, Ortskurator Mainz der Deutschen Stiftung Denkmal, Anfang Juli an die Projektverantwortlichen der Stadt. Hannah Lunemann, Projekt- und Bauleiterin im Denkmalschutz der Stadt Worms, und Aquilante De Fillipo von der Unteren Denkmalschutzbehörde berichteten im Rahmen der Scheckübergabe von den bisherigen und den geplanten Restaurationsarbeiten.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bonner Denkmalschutzstiftung die Fassadensanierung mit 10.000 Euro unterstützt. „Mein Dank gilt Herrn Sommer, der als Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmal seinen Blick auch über den Tellerrand der Landeshauptstadt richtet. Ohne die finanzielle Unterstützung wären solch wichtigen Maßnahmen in Worms nur schwer umsetzbar“, so Horst. „Worms hat noch viele weitere schöne und unterstützungswerte Denkmäler“, warb er zugleich in Richtung der Denkmalstiftung für weitere Unterstützung. Diese erhält die Stadt bei der Gruftkapelle zudem auch von der Landesdenkmalpflege der General Direktion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.