Jugendmusikschule aus Tiberias und eine israelische Band werden 2015 nach Worms kommen
Grundstein für Partnerschaftsausschuss gelegt
OB Michael Kissel (r.) und Dr. Josef Matthes (l.) freuten sich über den regen Zuspruch der Interessierten für die Gründung eines Partnerschaftsausschusses.
Mit einem „Shalom“ begrüßte Oberbürgermeister Michael Kissel die Interessenten, die zu dem Treffen ins Clubheim der Narhalla gekommen waren. Die Stadt trägt sich mit der Absicht, einen Partnerschaftsausschuss für die israelische Stadt Tiberias zu gründen. Der OB hieß Dr, Josef Matthes und dessen Frau Traudel willkommen, die seit 2007 die Verbindungen von Worms nach Tiberias aufrecht erhalten. „Es ist ein weiter Weg dahin und nicht so ganz einfach, die Partnerschaft lebendig zu gestalten“, bestätigte Kissel. Mit den übrigen Partnerstädten funktioniere der Austausch sehr gut, bis auf Mobile in Alabama, wohin die Entfernung noch weiter sei als nach Israel.
„Tiberias ist etwas Besonderes, weil uns unsere Geschichte miteinander verbindet“, betonte der OB. Bisher hatte es vier Bürgerreisen in das Land mit der wechselvollen Geschichte gegeben, das ständig wegen der Gewalt in den Schlagzeilen ist. 2015 feiert Deutschland 50 Jahre Aufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen mit Israel. „Gerade das ist ein wichtiger Anlass, die Freundschaft mit Tiberias zu pflegen“, brachte Kissel zum Ausdruck. Derzeit ist David Maier, der künstlerische Leiter von „Jazz & Joy“, in Israel, um dort Kontakte mit einer Band aufzunehmen, die 2015 bei dem Festival in Worms auftreten soll.
Weiterhin ist geplant, dass sich das Jugendparlament und die Jugendmusikschule begegnen und die jungen Leute voneinander lernen sollen. „Wir brauchen noch andere außer Traudel und Dr. Josef Matthes, die sich für die Partnerschaft engagieren, deswegen haben wir uns heute hier getroffen. Der Partnerschaftsausschuss soll sich einmal im Jahr zusammensetzen“, erklärte der OB. Ziel sei es, Interessenten zu gewinnen und dadurch neue Anregungen und Tipps zu erhalten. „Wir gehören zur älteren Generation und wissen nicht, was Jugendliche gerne machen“, gab Dr. Matthes zu. Bisher gab es Lehrer, die sich mit ihren Klassen immer im Austausch mit Israel engagiert haben. OB Kissel will das Thema in der nächsten Schulleiterkonferenz erneut vorbringen.
Während des Abends wurden Listen herumgegeben, auf denen sich die Besucher eintragen konnten, die Interesse an einer Mitarbeit im Partnerschaftsausschuss haben. Konkret wurde jedoch kein Ausschuss gegründet. Die nächsten Besucher von der Jugendmusikschule Tiberias werden zum Wochenende rund um „Jazz & Joy“ erwartet, das nächstes Jahr vom 19. bis 21. Juni stattfindet. Rechtzeitig werden alle, die auf der Liste stehen, für eine Zusammenkunft vorher benachrichtigt, wahrscheinlich im Mai.
Einen interessanten Einblick lieferte Dr. Matthes mit seinem umfangreichen Vortrag zu „Israel, faszinierendes Land und Land ohne Frieden im Nahen Osten“. Dabei ging er nicht nur auf die lange Geschichte ein, sondern zeigte vor allem Dias von den Bürgerreisen, die er mit Wormsern bereits gemacht hat. Diese führten von Jerusalem aus in den Süden in die judäische Wüste und in den Norden an den See Genezareth, an dem Tiberias liegt.
Tiberias hat 40.000 Einwohner und ist mit seinen heißen Quellen eine Kurstadt. „Pioniere der Partnerschaft sind Rouha Abbo und Uri Yannai, die seit 1986 aktiv sind“, berichtete Dr. Matthes. Er erwähnte den archäologischen Park der von Herodes Antipas gegründeten Stadt, die zu Ehren des damals regierenden Kaisers Tiberius benannt wurde. 2018 feiert die Stadt am See Genezareth ihr 2000-jähriges Bestehen. Die nächste Bürgerreise hat das Ehepaar Matthes für April 2016 vorgesehen.