
„Bereits seit 1905 kommt das Wasser für einen Großteil der Stadt Worms sowie für Bürstadt und Lampertheim aus dem Wasserwerk im Bürstädter Wald“, unterrichtet das EWR mit Sitz in Worms auf seiner Homepage. Über 116.000 Menschen werden so seitens des EWR versorgt.
Im Sinne der Spurenstoffstrategie des benachbarten Bundeslandes sind am Dienstag nach zwölf Monaten intensiver Arbeit die Ergebnisse des Dialogforums „Spurenstoffe im Hessischen Ried“ an die Ministerin überreicht worden. Insgesamt handelt es sich um 22 Vorschläge, welche dazu führen sollen, dass weniger Spurenstoffe – etwa aus Haushalts- und Industriechemikalien, Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln – in die Gewässer gelangen.
Eintrag von Spurenstoffen in Gewässer vermeiden
Während in der Kläranlagentechnik bereits Fortschritte erzielt worden sind und auf ersten Anlagen eine vierte Reinigungsstufe im Bau ist, soll das Dialogforum dabei helfen, den Eintrag von Spurenstoffen an der Quelle zu reduzieren: „Spurenstoffe sollen möglichst erst gar nicht in die Gewässer gelangen. Denn nicht alle Spurenstoffe können alleine durch Abwasserreinigung in den Kläranlagen entfernt werden“, betonte die Ministerin bei der Übergabe der Ergebnisse in Frankfurt.
Arzneimitteln richtig entsorgen
Als Maßnahmen vorgeschlagen wurden: umfassende Aufklärung der Bürger über das richtige Entsorgen von Arzneimitteln; modellhafte Einführung von Urinbeuteln gemeinsam mit Kliniken und radiologischen sowie kardiologischen Praxen zur Vermeidung des Eintrags von Röntgenkontrastmitteln in das Abwasser; Auszeichnung von Firmen, die sich für das Vermeiden des Eintrags von Spurenstoffen einsetzen; Harmonisierung und kontinuierliche Überprüfung der Messstellennetze für einen Überblick über alle relevanten Eintragspfade; Sensibilisierung von Kleingärtnern und Golfplatzbetreibern hinsichtlich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden; Durchführung von Pilotprojekten mit Filtersystemen für Dach- und/oder Fassadenablaufwasser.
Umgesetzt wurden in den vergangenen zwölf Monaten bereits Fortbildungs- und Aufklärungsmaßnahmen im Bereich der medizinischen Ausbildung an Universitäten für die Apotheker sowie Human- und Tiermediziner im Umgang mit Arzneimitteln genauso wie die Information der Bevölkerung über die richtige Entsorgung von Arzneimitteln.
In der nun zweiten Phase des Dialogforums sollen durch Projektgruppen die Vorschläge umgesetzt werden. Das Dialogforum wird dabei die Aktivitäten begleiten und die Ausgestaltung und Umsetzung weiterer konkreter Maßnahmen vorbereiten und beratend unterstützen.
Weitere Infos finden sich unter www.spurenstoff-dialog-hessen.de