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  • Do., 29. September 2022, 13:47 Uhr
    RHEIN-MAIN: Hessisches Dialogforum übergibt Ergebnisse an Umweltministerin Priska Hinz

    Grundwasser im Hessischen Ried schützen

    Über zum Beispiel Düngemittel oder Pestizide können für die Qualität des Trinkwassers nachteilige Spurenelemente ins Grundwasser gelangen. Foto: Pixabay

    „Bereits seit 1905 kommt das Wasser für einen Großteil der Stadt Worms sowie für Bürstadt und Lampertheim aus dem Wasserwerk im Bürstädter Wald“, unterrichtet das EWR mit Sitz in Worms auf seiner Homepage. Über 116.000 Menschen werden so seitens des EWR versorgt.


    Zur Trinkwasserversorgung in der Metropolregion Rhein-Main trägt das Hessische Ried 50 bis 60 Prozent zur Trinkwasserversorgung des Ballungsraumes Rhein-Main bei. Gleichzeitig weist es aufgrund der hohen Siedlungsdichte abwasserbelastete Fließgewässer auf. Hinzu kommt eine intensive Landwirtschaft. In Kombination mit zum Teil sehr durchlässigen Böden können so Spurenstoffe auch ins Grundwasser gelangen. Darum möchte unter anderem Hessens Umweltministerin Priska Hinz gemäß der Pressemitteilung ihres Hauses dafür sorgen, „dass Hessen immer genügend sauberes Wasser hat“. Und damit eben auch Worms.

    Im Sinne der Spurenstoffstrategie des benachbarten Bundeslandes sind am Dienstag nach zwölf Monaten intensiver Arbeit die Ergebnisse des Dialogforums „Spurenstoffe im Hessischen Ried“ an die Ministerin überreicht worden. Insgesamt handelt es sich um 22 Vorschläge, welche dazu führen sollen, dass weniger Spurenstoffe – etwa aus Haushalts- und Industriechemikalien, Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln – in die Gewässer gelangen.


    Eintrag von Spurenstoffen in Gewässer vermeiden


    Während in der Kläranlagentechnik bereits Fortschritte erzielt worden sind und auf ersten Anlagen eine vierte Reinigungsstufe im Bau ist, soll das Dialogforum dabei helfen, den Eintrag von Spurenstoffen an der Quelle zu reduzieren: „Spurenstoffe sollen möglichst erst gar nicht in die Gewässer gelangen. Denn nicht alle Spurenstoffe können alleine durch Abwasserreinigung in den Kläranlagen entfernt werden“, betonte die Ministerin bei der Übergabe der Ergebnisse in Frankfurt.


    Arzneimitteln richtig entsorgen


    Als Maßnahmen vorgeschlagen wurden: umfassende Aufklärung der Bürger über das richtige Entsorgen von Arzneimitteln; modellhafte Einführung von Urinbeuteln gemeinsam mit Kliniken und radiologischen sowie kardiologischen Praxen zur Vermeidung des Eintrags von Röntgenkontrastmitteln in das Abwasser; Auszeichnung von Firmen, die sich für das Vermeiden des Eintrags von Spurenstoffen einsetzen; Harmonisierung und kontinuierliche Überprüfung der Messstellennetze für einen Überblick über alle relevanten Eintragspfade; Sensibilisierung von Kleingärtnern und Golfplatzbetreibern hinsichtlich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden; Durchführung von Pilotprojekten mit Filtersystemen für Dach- und/oder Fassadenablaufwasser.


    Umgesetzt wurden in den vergangenen zwölf Monaten bereits Fortbildungs- und Aufklärungsmaßnahmen im Bereich der medizinischen Ausbildung an Universitäten für die Apotheker sowie Human- und Tiermediziner im Umgang mit Arzneimitteln genauso wie die Information der Bevölkerung über die richtige Entsorgung von Arzneimitteln.


    In der nun zweiten Phase des Dialogforums sollen durch Projektgruppen die Vorschläge umgesetzt werden. Das Dialogforum wird dabei die Aktivitäten begleiten und die Ausgestaltung und Umsetzung weiterer konkreter Maßnahmen vorbereiten und beratend unterstützen.


    EWR begrüßt Maßnahmen

    Das EWR begrüßt grundsätzlich jede Maßnahme, die dem Schutz der Trinkwasserqualität dient. Der Schutz des Grundwassers sei von zentraler Bedeutung. Deshalb setzen wir auch eine infiltrationsgeschützte Trinkwasserversorgung, indem wir Oberflächenwasser für die Grundwasseranreicherung aufbereiten und mithilfe einer Anlage gezielt versickern lassen, so das EWR in einer Stellungnahme. Die ökologischen Standortverhältnisse würden dauerhaft verbessert, der gute Mengenzustand gesichert und die klimatisch bedingten Grundwasserspiegelschwankungen in Trockenperioden begrenzt. Wir sorgen somit aktiv für einen konstanten Grundwasserspiegel, unabhängig von der natürlichen Neubildung durch Niederschläge im Winterhalbjahr. Damit werde ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung geleistet.

    Weitere Infos finden sich unter www.spurenstoff-dialog-hessen.de

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