LOKALGESCHICHTE: Heimatforscher Peter Schreiber stellt Gewölbekeller vor
Gundheimer „Unterwelten“-Rundgänge
Labyrinthisch verbundene Gänge und Gewölbekeller faszinieren. Foto: Pixabay
Die Gundheimer „Unterwelten“ sind laut Diakon Peter Schreiber typische Baudenkmäler aus den Gründerjahren der unterirdischen, dörflich-ländlichen Kultur. Sie dienten u.a. zum Schutz der Bürgerschaft. So konnten sich die Menschen damals in der Tiefe des Bodens, durch unterirdische Verbindungsgänge vor bösartigen Angreifern und Feinden, von der Burg und vom Dorf zurückziehen.
Die Flucht in die „Unterwelten“ bot der Dorfgemeinschaft eine Überlebenschance. Die Wege zueinander waren offen. Die unterirdischen Räume zwischen der Burg, der Kirche, dem Rathaus und den Kellern der Bauern, waren für Jung und Alt ohne Hindernisse, sehr leicht erreichbar. Fluchtwege nach Draußen, außerhalb des Burg- und des Dorfgrabens, gab es damals auch schon!
Aus den tiefen Schutzräumen entstanden Peter Schreiber zufolge im Lauf der Jahre nach und nach Keller- und Vorratsräume. Lagerstätten für Weinfässer aus Eichenholz und diverse Arbeitsgeräte für die Garten- und Feldarbeit und die Arbeit im Weinbau.
Eine öffentliche Nutzung erfuhren die „Unterwelten“ bei den Fliegerbombenangriffen im Zweiten Weltkrieg. Hier versammelten sich Familien- und Nachbarschaftsgruppen im unterirdischen Dunkel bei Attacken aus dem Luftraum.
Von der Bauart her lassen sich vor allem Tonnengewölbe in den Unterwelten erkennen. Deren Natursteine blieben meistens unverputzt. Die Wandnischen dienten als Lichtquellen für Kerzen.
Führungen für Kleingruppen
Führungen für Kleingruppen können mit Diakon Peter Schreiber per E-Mail an peter-a.schreiber@heimatverein-gundheim.de vereinbart werden; die nächste offizielle öffentliche Führung findet am Kerbe-Wochenende im September statt.