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  • Do., 16. Juni 2016, 15:06 Uhr
    Vertreterversammlung der Volksbank Alzey-Worms: Bilanzsumme um 2,9 % auf rund 3,2 Mrd. Euro angestiegen / Bilanzgewinn: 7,9 Millionen Euro

    „Gute Entwicklung auch in schwierigen Zeiten”

    Volle (Elektro-)Kraft voraus. Im Rahmen der Vertreterversammlung präsentierte die Volksbank Alzey-Worms auch ihre neue Kooperation zum Thema E-Mobilität mit dem EWR Worms und der e-rp Alzey. Die Herren hatten sichtlich Spaß am EWR-eigenen E-Mobil, das im Foyer des Mozartsaales präsentiert wurde. Foto: Rudolf Uhrig


    Mit einem lachendem und weinendem Auge leitete Bernd Hühn nach der Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Haas zum Bericht des Vorstandes bei der Vertreterversammlung der Volksbank Alzey-Worms über. „Lachend deshalb”, so Hühn, wegen der guten Zahlen, „und weinend”, verwies Bernd Hühn auf seinen bevorstehenden Eintritt in den Ruhestand Endes des Jahres. Das Jahr 2015 sei genutzt worden, um die noch verbliebenen Fusionshausaufgaben zu erledigen und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorzunehmen, erläuterte der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf die Aufhebung des des Mindestwechselkurses des Schweizer Franken oder die problematische Erhöhung des Strafzinses der EZB für Einlagen von Banken.

    Politische Risiken nicht mehr kalkulierbar

    Auch in schwierigeren Zeiten sie die gute Entwicklung der Bank nicht zuletzt dank hervorragender Mitarbeiter fortgesetzt worden. Dadurch werde es möglich, die Region nachhaltig mit Spenden- und Sponsoring-Maßnahmen im Gesamtwert von fast 700.000 Euro zu unterstützen. Um weiter erfolgreich zu bleiben, müsse Bestehendes immer wieder auf den Prüfstand und, sofern erforderlich, Maßnahmen ergriffen werden. „Politische Risiken sind nicht mehr kalkulierbar”, beschreibt Hühn die zunehmende Einflussnahme von außen. Nicht akzeptabel sei es jedoch für andere Bankengruppen im Rahmen der europaweiten Vereinheitlichung der Sicherungseinrichtungen gerade zu stehen. Demgegenüber können man den den Stellschrauben der Zinspolitik durch die Europäische Zentralbank nicht drehen. Sparer und Unternehmer, die eigentlich für ihr Alter vorsorgen wollen, müssten nun die Zeche zahlen, den Schwarzen Peter aber weise man den Banken zu, führte Bernd Hühn weiter aus. Rückläufige Einnahmen einerseits und tendenziell höhere Kosten zwingen manchmal zu unpopulären Maßnahmen, bat Hühn um Verständnis für einen schwierigen Spagat. Überzeugt sei er jedoch davon, dass die Volksbank Alzey-Worms zu erwartende Durststrecke schadlos überstehe.

    Alle vertretbaren Kreditwünsche erfüllen

    Die Fakten in Zahlen präsentierte im Anschluss Vorstand Armin Bork, der zugleich die Nachfolge von Bernd Hühn, allerdings in der Funktion eines Vorstandssprecher, antreten wird. Die Bilanzsumme sei um 2,9 % oder 91,9 Millionen auf rund 3,2 Mrd. Euro angestiegen. Unter den ca. 1.000 Genossenschaftsbanken belege die Volksbank Alzey-Worms zum 31.12.2015 Platz 36 und gehöre damit zu den 20 größten Volksbanken in Deutschland. Getragen wurde der Zuwachs von den Kundeneinlagen und der regen Kreditnachfrage. „Wir werden auch in Zukunft alle vertretbaren Kreditwünsche erfüllen”, erklärte Bork. Die bilanzwirksamen Kundenforderungen belaufen sich auf ca. 2,380 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 89,3 Mio. Euro bzw. 3,9 %. Die Verbundkredite belaufen sich auf rd. 356,4 Mio. Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von 30,4 Mio. bzw. 9,3 %. Unter Berücksichtigung der Avalkredite erhöhte sich das gesamte Kreditvolumen um 107,7 Mio. Euro bzw. 3,9 % auf 2,869 Mrd. Euro. Bilanzwirksame Kundeneinlagen erhöhten sich mit einem Plus von rd. 108,4 Mio. Euro bzw. 4,5 % auf rd. 2,5 Mrd. Euro. Der Trend zu kurzfristigen Einlagen halte unvermindert an, ergänzte Armin Bork und führte weiter aus, dass das Zinstief zu längeren Zinsbindungswünschen bei Krediten, aber auch nach Flexibilität führe, was sich bisher günstig auf den Zinsüberschuss als Haupteinnahmequelle ausgewirkt habe. Höherverzinsliche Darlehen würden fällig und zu deutlich niedrigeren Zinsen wieder angelegt, was die Ertragskraft in den nächsten Jahren maßgeblich beeinträchtigen werde, prognostizierte der Vorstand.

    Bilanzgewinn: 7,9 Millionen Euro

    Das Betriebsergebnis vor Bewertung bildete sich dem allgemeinen Trend folgend auf 36,3 Mio. Euro zurück, sei jedoch mit einem Wert von 1,15 % der durchschnittlichen Bilanzsumme immer noch überdurchschnittlich und liege über dem ursprünglichen Planungsansatz. Mit 10,8 Mio. Euro an Steuern leiste man einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl. „Wir haben erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter uns gebracht”, nannte Armin Bork einen Bilanzgewinn in Höhe von 7,9 Millionen Euro und zeigte sich optimistisch, dass auch die für 2016 gesteckten Ziele erreicht werden.

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