Neuer Einsatzleitwagen und Multikopter-Drohne in Dienst genommen / Einsatzmittel vielseitig verwendbar / ASB-Helfer bringen Know-how und Arbeit ein
„Guter Tag für Rettungsdienst und Katastrophenschutz“
Die Drohnenpiloten demonstrierten vor Ort die Einsatzmöglichkeiten des Multikopters. Im Anschluss wurden die Funktionen des Einsatzleitwagens erklärt, der ebenfalls bei Schadenslagen oder Großveranstaltungen landesweit zum Einsatz kommt. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Am Mittwochmorgen konnte Staatssekretär Randolf Stich auf dem ASB-Gelände im Wormser Stadtteil Leiselheim die komplette Blaulichtfamilie willkommen heißen. Anlass war die Übergabe eines Einsatzleitwagens (ELW2) und Multikopters, die künftig bei Großschadenslagen oder Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Die Anschaffungskosten für den ELW2 aus dem Bestand des hessischen Katastrophenschutzes betrugen 60.000 Euro. Das Land steuerte 50.000 Euro bei. Der Multikopter, der die Einsatzkräfte aus der Luft unterstützen soll, kostete 30.000 Euro. 25.000 Euro steuerte das Land bei.
„Die Arbeit wird vor Ort gemacht“, erläuterte Innenstaatssekretär Randolf Stich. Der Rettungsdienst sei im Verbund mit dem Katastrophenschutz eine tragende Säule bei allen Schadenslagen. Stich lobte den Einsatz der Wormser Samariter, die in zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzstunden den Einsatzleitwagen umgebaut und mit einer Telekommunikation- und Funkzentrale mit drei Arbeitsplätzen sowie modernster Technik ausgestattet hätten. Die Drohne sei ebenfalls kein Spielzeug, verwies Randolf Stich auf die Verwendung bei der Vermisstensuche oder zur Lagebeurteilung bei Großschadenslagen. „Wir sind gut gewappnet“, freut sich Stich, dass die Zusammenarbeit auch landesweit hervorragend funktioniert.
„Wir sind offen für technische Entwicklungen, die im alltagstauglichen Einsatz angewendet werden“, so ASB-Landesvorsitzender Oswald Fechner. Alleine im Bereich Westerwald seien Drohnen 50 Mal im Jahr bei der Suche nach suizidgefährdeten oder vermissten Menschen eingesetzt worden, weiß der Landesvorsitzende um die Notwendigkeit dieses ernstzunehmenden Rettungsgerätes. Vier ASB-Mitarbeiter in Worms wurden als Drohnenpiloten geschult und am dem 10 Kilogramm schweren Fluggerät ausgebildet. Durch eine spezielle Kabelverbindung ist es möglich, dass der Multikopter auf unbestimmte Zeit in der Luft bleibt und den gesamten Verlauf eines Einsatzes, der parallel auf transportablen Großbildschirmen übertragen wird.
Vielseitig verwendbare Einsatzmittel
Für Stefan Schaaf, Landesbeauftragter für Funk im Katastrophenschutz des ASB, ergeben sich durch die Einsatzmittel weitere Möglichkeiten. Neben den Vorteilen durch die Drohne für die Kräfte am Boden, sei auch der Einsatzleitwagen mit jeder Menge Technik gespickt, erläutert Schaaf. Digital- und Analogfunk, Internet- und Telefonempfang auch via Satellit. Alle Funktionen laufen auch im Batteriebetrieb oder über ein Notstromaggregat. Spezialantennen sorgen zudem für eine entsprechende Reichweite. „Die Technik im alten Container war einfach überholt, es ging nicht mehr“, beschreibt Stefan Schaaf die Ausgangslage. Was noch dem Standard entsprach, wurde im neuem ELW2 eingebaut. „Ersatz wurde schnell zugesagt“, betont Schaaf. Nachdem der Leitwagen vor Ort war, machten sich die ASB-Helfer an die Arbeit, um das neue Fahrzeug umgehend funktionstüchtig zu machen.
Oberbürgermeister Michael Kissel zollte dem ASB und seinen Helfern ein großes Kompliment. „Was hier ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird, ist ein riesiger Schatz“. Dass der Einsatzleitwagen und der Multikopter in Dienst gestellt werden konnten, sei ein guter Tag für den Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Worms.
INFO: Weitere 20.000 Euro übergab Staatssekretär Randolf Sticht an Ralf Seibert, ASB-Landesreferent. Das Geld findet bei den ASB-Task-Force-Einheiten Verwendung.