VfR WORMATIA: Beim 1:6 (0:2) im Testspiel gegen Regionalliga-Topteam SV Elversberg läuft Glibo-Elf meist hinterher
Härtetest zur falschen Zeit
Unter „Dauerbeschuss“: Ricco Cymer (links) konnte sich im Test gegen SV Elversberg auszeichnen. Besonders in der ersten Halbzeit hielt der 26-jährige Stamm-Torwart des VfR Wormatia Worms die Niederlage gegen den aktuellen Tabellenvierten der Regionalliga Südwest in einigermaßen erträglichen Grenzen. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Es sind Bilder, die man so in der EWR-Arena Worms seit über zwei Jahren nicht mehr kennt. Wormatia in Not, Wormatia unter Druck, Wormatia in die eigene Spielhälfte eingeschnürt. Im ersten Testspiel des Jahres zu Hause gegen SV Elversberg setzte es für den VfR Wormatia Worms, Klassenprimus der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – Staffel Süd, eine kapitale 1:6-Pleite. „Dieser Härtetest kam zu früh für uns, beide Mannschaften hatten in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Spielzeit 2021/2022 nicht den gleichen Leistungsstand“, relativierte VfR-Coach Kristjan Glibo die deutliche Klatsche vor heimischem Publikum. Für den ambitionierten aktuellen Tabellenvierten der Regionalliga, der diese Saison den Aufstieg in die 3. Bundesliga mit Macht anstrebt, war es die Generalprobe vor dem Rückrunden-Restart kommendes Wochenende. Wormatia steht gerade erst am Anfang der Vorbereitung und hat auf Rasen nun sein erstes Fußballspiel bestritten.
Elversberg mit Pressing tief in VfR-Hälfte
Dass Wormatia nach der Horror-Verletzung von Eric Lickert im ersten Test bei SG RWO Alzey vor einer Woche mit Tevin Ihrig (krank) und Adrian Kireski (Knieverletzung) zwei wichtige Stützen der Abwehr fehlten, machte sich zusätzlich negativ bemerkbar. Und dann war da noch ein von Beginn weg tief in der Hälfte der Wormaten mit hartem Angriffspressing agierender SV Elversberg. Kaum einmal hatte ein Wormate Zeit, Pässe gescheit an den eigenen Mann zu bringen. So kamen die Gäste durch ihren Stürmer Israel Suero Fernandez schnell zu zwei dicken Chancen (2., 9.). Die Elversberger Führung resultierte aus einem der zahlreichen Ballverluste des VfR in der eigenen Hälfte. Maurice Neubauer flankte das Leder kurzerhand in die Mitte, wo Manuel Feil gegen eine nach dem Ballverlust unsortierte VfR-Abwehr unbedrängt einköpfen konnte (22.).
Ricco Cymer hält Rückstand in Grenzen
Positiv aus Wormser Sicht: Nach dem Rückstand versuchte die Glibo-Elf sofort, den Ausgleich zu erzielen. Luis Kiefer hatte diesen direkt nach dem Anstoß aus kurzer Distanz (23.) und zwei Minuten später aus der Drehung auf dem Fuß. Nach dem allerdings viel zu kurzen VfR-Intermezzo übernahm Elversberg wieder das Kommando. Kevin Koffi nutzte einen weiteren Ballverlust der Wormser zum 0:2 (27.). Neubauer und Suero Fernandez hätten erhöhen können, scheiterten aber am glänzend reagierenden Wormatia-Keeper, der mit großartigen Paraden den Rückstand in Grenzen hielt. Nach Wiederbeginn war aber auch Ricco Cymer im Anschluss an einen doppelten Doppelpass der spielerisch überzeugenden Elversberger machtlos. Am Ende bugsierte Luca Schnellbacher das Leder zum 0:3 in die Maschen (49.).
Sandro Loechelt erzielt das Tor des Tages
Elversberg blieb auch in Durchgang zwei das dominante Team. Dennoch konnte Kristjan Glibo zumindest eine positive Quintessenz aus dem Test mitnehmen: Die Standardsituationen durch Sandro Loechelt sind jederzeit für einen Treffer gut. Den erzielte der VfR-Kapitän dann auch durch einen fantastisch über die Mauer in den Winkel gezirkelten Freistoß aus 20 Metern (54.). Spannung kam aber keine mehr auf, denn die Gäste drückten weiter aufs Tempo. Erst lupfte Koffi einen schnell ausgeführten Freistoß über Cymer hinweg ins Tor (57.), ehe Valdrin Mustafa einen Konter nach strittigem Zweikampf nebst ausgebliebenem Pfiff eiskalt zum fünften SVE-Treffer nutzte (65.). In der Schlussminute sorgte Yannik Haupts dann für den 1:6-Endstand. Vielleicht kam dieser sportliche Dämpfer für die Wormaten gerade rechtzeitig, denn Kristjan Glibo zog für sein Team eine klare Erkenntnis aus der Partie gegen das Regionalliga-Spitzenteam: „Wir haben heute eindrucksvoll gesehen, wie schnell ein Ballverlust zum Gegentor führt.“ Diese gilt es zukünftig möglichst zu vermeiden, will Wormatia hoch in die Regionalliga Südwest.