Spezialisten macht Bronzefigur fit für die Zukunft / Arbeiten dauern bis 11. August
„Hagen von Tronje“ wird aufpoliert
Im Nibelungenlied der „alten Zeit“ erschlug Hagen erst mit List, dann mit Tücke den fast unverwundbaren Helden Siegfried. Im neuen Zeitalter schuf der Wormser Bildhauer Johannes Hirt 1905 ein Ebenbild Hagens in Bronze, an dem unverkennbar der Zahn der Zeit genagt und Spuren hinterlassen hat. Foto: Rudolf Uhrig
Ob er den sagenumwobenen Schatz der Nibelungen je in Worms am Rheinufer versenkte, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Standhaft trotzt „Hagen von Tronje“ schon seit vielen Jahren Wind und Wetter und blickt etwas grimmig auf die zahlreichen Passanten, die jährlich voller Bewunderung zu ihm empor schauen. Das Hagendenkmal am Rhein ist zur allgegenwärtigen Symbolik für jene Sage geworden, der seit 2002 auf Bühnen vor dem Dom zur bundesweit vielbeachteten „Lebendigkeit“ verholfen wird. Hagen, Brunhild, Kriemhild, Siegfried und all die anderen Protagonisten der Nibelungensage sind mit Worms verwurzelt, wie mit keiner anderen Stadt in Deutschland.
Damit das Hagenstandbild auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt, spendiert die Stadt dem grimmigen Helden nun eine Verjüngungskur. Wie beim Lutherdenkmal, nur in weitaus kleinerem Umfang, wird die Bronzefigur nun wieder ansehnlich hergerichtet. Dies geschieht in der Zeit vom 31. Juli bis voraussichtlich 11. August. Eine auf die Restaurierung solcher Plastiken spezialisierte Fachfirma aus Ellerau wird die Arbeiten durchführen. Um das Hagendenkmal wird ein Bauzaun aufgebaut, damit die Spezialisten auf der Hebebühne frei arbeiten und die Passanten sicher des Weges gehen können.
Zunächst wird die Bronzeplastik mittels Hochdruckreiniger vom Schmutz befreit, bevor per Hand die Feinarbeiten beginnen können. Nachdem die natürliche Patina wieder an jeder Stelle hergestellt ist, erhält Hagen noch eine Wachskonservierung mit mikrokristallinem Wachs, das mit der Heißluftpistole aufgetragen wird. Die Kosten für Hagens Restaurierung belaufen sich auf rund 9.600 Euro. Die Beauftragung, Betreuung und fachliche Überwachung der Maßnahme liegt in Händen der Hochbauabteilung im Bereich Planen und Bauen.