Fußball: Aktueller Stand in der A-Klasse Alzey-Worms
Harter Kampf um Platz Zwei
Keine Chance im Sprintduell hatte Jakob Keil, SG Altrhein, gegen Kevin Borlinghaus vom Spitzenreiter Nibelungen. Foto: Felix Diehl
Von Marcus Diehl > Kaum jemand erzählt noch über die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga Rheinhessen, denn für alle ist das Rennen um den ersten Tabellenplatz in der A-Klasse jetzt schon entschieden. Außer für einen, der souveräne Tabellenführer ASV Nibelungen Worms möchte das Wort „Meister“ noch nicht in den Mund nehmen. Fünfzehn Punkte Vorsprung, mit einem Spiel weniger absolviert, ist für Trainer Rico Renner noch kein Argument für einen entschiedenen Titelkampf: „Das Thema Meisterschaft, sage ich mal so, sieht sehr gut aus. Aber ich persönlich mag es nicht, wenn nach der Hälfte einer Saison schon über eine errungene Meisterschaft gesprochen wird. Im Fußball ist alles möglich.“
Der große Vorsprung der Nibelungen auf den Tabellenzweiten, verleitet noch nicht den Rest der Saison etwas schleifen zu lassen. Bei seiner ersten Trainerstation kann sich Trainer Rico Renner auf sein Team verlassen: „Meine Jungs machen mir es extrem leicht sie zu motivieren, die wollen einfach kicken und haben wahnsinnigen Spaß am Fußball. Jeder Spieler von uns will solange ungeschlagen bleiben, wie möglich, das ist unsere Motivation und unser Ansporn. Auch im Training sind die Jungs voll bei der Sache und geben ihr Bestes. Klar gehört auch im Training ein bisschen Spaß dazu, aber Schlendrian kann ich noch nicht erkennen.“ Auch der überraschende Trainerwechsel im Laufe der Saison, brachte der Überlegenheit der „Grünen“ in dieser Saison keinen Abbruch. „Am Stand der Tabelle kann gesehen werden, dass die Jungs den Wechsel gut verkraftet haben. Klar waren wir alle geschockt. Auch für mich ist es auf jeden Fall etwas Neues, weil ich mit vielen auch befreundet bin. Da gab es aber keine Probleme.“ Auf einen Tipp, über das Erreichen des Relegationsplatzes wollte sich Rico Renner nicht festlegen: „Puh, ich sage mal so, es wird ein sehr hartes und spannendes Rennen. Sehr viele Teams können mit einer Siegesserie noch einiges bewirken.“
Einer der vielen Talente bei der TSG Pfeddersheim ist Fabian Kerth. Auch in der Oberliga kam er in dieser Saison zum Einsatz. Nur die Verletzungsprobleme hinderten ihn an weiteren Einsätzen. Foto: Felix Diehl
Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund
Beim Kampf um den Relegationsplatz hat die TSG Pfeddersheim II momentan die besten Karten. Nach einem durchwachsenen Auftakt in die Saison wurde eine kleine Siegerserie gestartet und überwintert nun auf dem zweiten Platz. Trainer Björn Miehe: „Der Start war von den Ergebnissen nicht gut, aber von der Art und Weiße wie wir gespielt haben in Ordnung! In Pfiffligheim hat uns z.B. das nötige Glück gefehlt, dort müssen wir nicht unbedingt verlieren.“ Verbesserungswürdig dürfte die Abwehrarbeit sein, die TSG kassierte einfach zu viele Gegentore, gegenüber den Konkurrenten. „Dafür funktioniert die Offensive sehr gut. Zusammen mit den Nibelungen haben wir die meisten Tore in der Liga erzielt. Solange wir immer ein Tor mehr schießen, als wir hinten bekommen, bin ich auch zufrieden“, analysiert Trainer Björn Miehe. Natürlich wird die TSG alles Weitere daran setzen, den zweiten Platz zu verteidigen, ohne den Aufstiegsdruck ausgesetzt zu sein. Die Entwicklung der Mannschaft steht im Vordergrund. Trainer Björn Miehe: „Wir stellen mit Abstand die jüngste Mannschaft der Liga und sehr zur Freude sind alle Jungs aus unserer eigenen Jugend. Unsere Jugendabteilung macht einen Klasse Job. Wir wollen weiterhin erfolgreich spielen und schauen was passiert. Dafür benötigen wir eine gute Einstellung und eine hohe Bereitschaft im Training und Spiel.“
„Haben keinen Zugzwang"
Zwei Punkte hinter der TSG lauert der SV Horchheim II und die SG Altrhein. Beim SVH II spielt noch die 1. Mannschaft ein Faktor. Sie sind abhängig vom Aufstieg der 1. Mannschaft. Für Trainer Luse Alexis kein Problem: „Wir werden unsere 1. Mannschaft bestmöglich unterstützen. Alles andere ist ein schöner Zusatz und die Belohnung für die gute Arbeit im Verein. Wir haben keinen Zugzwang. Unser Hauptaugenmerk ist die Weiterentwicklung der jungen Spieler.“ Von der jetzigen Situation lässt sich beim SVH auch keiner aus der Ruhe bringen. Andere Ziele und Aspekte sind viel wichtiger. „Im Endeffekt schauen wir gar nicht auf die Tabelle. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf unsere eigenen Ziele, die wir uns gesteckt haben bzw. die wir als Konzept unseren Spielern vorgestellt haben. Wir freuen uns, dass die angesetzten Mittel und Abläufe schon so früh greifen“, berichtet Trainer Luse Alexis voller Stolz. Das einzige Manko sieht er in der Chancenverwertung. Ein positives Zeugnis gibt er seinem Team beim unglaublichen Siegeswillen und einer hervorragenden Moral.
„Tolle Truppe mit Potential"
Ein neues Abenteuer startete die SG Altrhein vor der Saison. Die Germania Eich und Rheingold Hamm starteten endlich zusammen als ein Team. Als Trainer wurden Michael Schneider und Björn Geissler gefunden. „Der Anlauf war sehr schwer. Doch nach einigen Wochen haben beide Vereine gesehen, dass es der einzige und richtige Weg ist. Mittlerweile tragen alle in beiden Vereine zum guten Gelingen der Fusion bei“, sagt Trainer Björn Geissler. Über den sportlichen Erfolg ist er nicht überrascht. „Wir haben eine tolle Truppe mit Potential. Wir treten als Mannschaft auf und halten zusammen. Aus dieser Sicht ist es nicht überraschend, das wir unter den Top 5 stehen.“ Das am Ende die SG die Relegation erreichen sollte, sind viele Faktoren für Björn Geissler von Bedeutung. „Wohin der Weg führt, entscheiden ja oft Kleinigkeiten und das nötige Spielglück. Bis zum Schluss bleibt alles sehr eng. Es werden noch einige Teams mit eingreifen, die noch weit weg sind. Einige Vereine haben sich ja noch einmal verstärkt.“
Nicht nur das Auftreten als Team auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz machte dem Trainerduo sehr viel Spaß. „Der Zusammenhalt, wie mit den vielen Verletzungen umgegangen wurde, oder wie unser Gastspieler aus Argentinien aufgenommen wurde und die Integration der Neuzugänge war schon bemerkenswert. Jetzt wollen wir den Spaß und die Lust am Fußball bei den Jungs hochhalten und gemeinsam den Weg weiter gehen. Dann werden wir sehen was am Ende dabei rauskommt.“
Es kann bis zu fünf Absteiger in dieser Saison geben. Nur die SG Gundheim/Westhofen befindet sich aus dem Wormser Raum auf einem möglichen Abstiegsplatz. Aber auch Ataspor Worms und Normannia Pfiffligheim müssen höllisch aufpassen nicht noch mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten. Im gesicherten Mittelfeld halten sich der FSV Osthofen und TuS Monsheim auf.