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Fr., 22. Juli 2016, 15:03 Uhr
Ehemaliger FDP-Bundestagsabgeordneter setzt sich gegen Alfred Koch aus Worms durch
Harxheimer Manuel Höferlin kandidiert für Bundestag
Freuen sich auf den gemeinsamen Bundestagswahlkampf: Sabine Sackreuther, Dr. Jürgen Neureuther (beide Worms), Manuel Höferlin (Mainz-Bingen), Alfred Koch (Worms), Sandra Adams (Alzey-Worms) und Stephanie Steichele-Guntrum (Weingut Louis Guntrum).
Im altehrwürdigen Niersteiner Weingut Louis Guntrum haben die FDP-Kreisverbände Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Worms Stadt ihren gemeinsamen Direktbewerber im Wahlkreis 206 – Worms für die Bundestagswahl im kommenden Jahr auserkoren: Gewählt wurde der 43-jährige Harxheimer Manuel Höferlin, der sich mit 74 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Alfred Koch aus Worms durchsetzen konnte. Der dreifache Familienvater gehörte bereits von 2009 bis 2013 als Abgeordneter dieses Wahlkreises dem Deutschen Bundestag an. Schon während dieser Zeit hat sich der IT-Unternehmer und Unternehmensberater neben der Netzpolitik vor allem in der Innen- und Rechtspolitik engagiert. Auch gegenwärtig ist Höferlin für die Freidemokraten auf unterschiedlichen politischen Ebenen unterwegs: Unter anderem als Gemeinderat im heimischen Harxheim, als stellvertretender Kreisvorsitzender in Mainz-Bingen und als Mitglied des FDP-Bundesvorstands.
„Kritik an GroKo“
Dabei konnte sich Höferlin seinen politischen Biss durchaus bewahren, wie er bei seiner Kandidatenrede mehrfach unter Beweis stellte. Von Beginn zeigt er sich angriffslustig und scharfzüngig: „Schwarz-Rot beweist derzeit einmal mehr, dass die Behauptung ‚Große Koalitionen können Großes erreichen‘ reines Wunschdenken ist.“ In Wirklichkeit reiche es meist gerade so für den kleinsten gemeinsamen Nenner und der sei dann mehr schlecht als recht, so wie aktuell bei der Erbschaftsteuerreform. Darüber hinaus fehle es an einem ordnungspolitischen Kompass. Als Beispiel führte Höferlin die vorerst durch Gerichtsbeschluss gestoppte Fusion der Supermarktketten Kaisers-Tengelmann und Edeka an: „Zu Recht hat das Gericht den irrsinnigen und eigenmächtigen Versuch von Sigmar Gabriel gestoppt, die Fusion per Ministererlaubnis und gegen den Willen der Monopolkommission durchzusetzen“, meint Höferlin. Hierin zeige sich deutlich die mangelnde wirtschaftspolitische Kompetenz des Ministers. Schließlich ruft er den Anwesenden zu: „Um weiter erfolgreich zu sein, braucht die deutsche Wirtschaft von der Politik lediglich die richtigen Rahmenbedingungen. Und die gibt es nur mit den Freien Demokraten!“ Die Anwesenden quittierten das mit kräftigem Applaus.
Anschließend ging Manuel Höferlin auf die aktuelle Sicherheitslage in Europa und die Konsequenzen für die Bundesrepublik Deutschland ein: „Die Lage in Europa ist sehr gefährlich, das ist keine Frage“, warnt der Innenexperte. Und gerade in Deutschland, im Herzen Europas, könnten Anschläge nie ganz ausgeschlossen werden. Doch die Antwort darauf könne jedenfalls nicht sein, mehr Gesetze sowie höhere Strafen zu beschließen und die Freiheitsrechte unbescholtener Bürger weiter zu beschneiden: „Wenn am Ende niemand da ist, der Straftaten verfolgt und die Täter rechtssicher verurteilt, dann nutzen uns die vielen Gesetze gar nichts“, gibt Höferlin zu bedenken. Viel zielführender sei es daher, die Polizeikräfte des Bundes und der Länder möglichst zeitnah mit mehr Personal und modernster Technik auszustatten. Erneut erntet er große Zustimmung seitens der Zuhörerschaft. Die in diesem Zusammenhang von der Union geäußerten Pläne, die Bundeswehr auch im Inland zur Terrorismusbekämpfung einzusetzen, bezeichnete er hingegen als „völlig absurd und verfassungswidrig“.
Worms ist wichtiger Standort im Wahlkreis
Nach der Wahl bedankte sich der frisch gewählte Wahlkreiskandidat bei den anwesenden Mitgliedern, insbesondere bei seinem Mitbewerber Alfred Koch für dessen Bereitschaft zur Kandidatur. Dabei betonte er die Bedeutung der Stadt Worms für den Wahlkreis als „wichtigen Wirtschafts-, Wissenschafts-, und Kulturstandort.“
Zu den ersten Gratulanten zählte auch Sandra Adams, Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Alzey-Worms, die sich mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden zeigte: „Manuel verfügt sowohl über die notwendige Erfahrung als auch die Expertise“, zeigt sich Adams zuversichtlich. Gemeinsam mit den beiden weiteren Kreisvorsitzenden Dr. Jürgen Neureuther aus Worms und Jörg Berres aus Mainz-Bingen freut sie sich nun auf den gemeinsamen Wahlkampf. Am 12. November wird die FDP Rheinland-Pfalz ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellen. Auch dort will Höferlin ganz vorne kandidieren.
Wahlkreis 206 – Worms
Der Wahlkreis umfasst den gesamten Landkreis Alzey-Worms, das Stadtgebiet Worms sowie aus dem Landkreis Mainz-Bingen die Verbandsgemeinden Bodenheim, Rhein-Selz und Sprendlingen-Gensingen (ist neu hinzugekommen).