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  • Mi., 10. März 2021, 17:07 Uhr
    „KITA AUF DEM BIZ-GELÄNDE“: Oberstudiendirektor Jens Leilich (BBS) sieht die mangelnde Kommunikation zwischen Verwaltung und Schulen bestätigt / Offener Brief an OB Kessel

    „Hauptanliegen ist auch Nutzung des Geländes“

    Licht und Schatten gibt es nicht nur bei der Debatte um einen neuen Kita-Standort am BIZ, sondern scheinbar auch in der Kommunikation zwischen Stadt und den am BIZ ansässigen Bildungseinrichtungen. Foto: Steffen Heumann


    Sehr geehrter Herr Kessel,
     
    wir beide haben in der Vergangenheit darüber gesprochen, und ich dachte, wir hätten Einigkeit erzielt, dass die Kommunikation der Stadt und des GBB mit den Schulleitungen intensiviert werden muss. Leider kann ich keine Verbesserung der Kommunikation feststellen, was sich zuletzt an der Kommunikation zum Thema „Kita auf dem Gelände des Bildungszentrums“ bestätigt. Daher wähle ich jetzt auch die Form eines offenen Briefes, einer offenen E-Mail an Sie. Mein Hauptanliegen dabei ist die Verbesserung der Kommunikation, es geht aber auch um die Nutzung des Geländes rings um das Bildungszentrum.
     
    Am Samstag erfahre ich (und die anderen Schulleitungen) aus der Wormser Zeitung, dass nach wie vor geplant ist, auf dem Gelände des BIZ eine Kita zu errichten. Niemand ist bisher nach meinem Kenntnisstand auf die Schulleiterinnen und Schulleiter im BIZ zugekommen und hat sie informiert oder nach ihrer Meinung zu diesem Thema gefragt. Stattdessen erfahren wir, dass die letzte Wiese, die von Schülerinnen und Schülern in der Pause genutzt werden kann, für das Gelände der Kita verwendet werden soll. Alternativ soll der Platz genutzt werden, der eigentlich für den (für eine hochverschuldete Stadt völlig überdimensionierten) Verkehrsübungsplatz angedacht war; soll die Kita hier etwa ins 2. OG gebaut werden? Was geschieht mit Fahrradständern und Parkplätzen, die sowieso schon knapp bemessen sind? Auch über das Projekt „Verkehrsübungsplatz“ gab es lange keine Informationen mehr. Wir Schulleiterinnen und Schulleiter haben noch mehr Gedanken zu diesen Themen und würden gerne dazu gehört werden, was mit dem Gelände, das eigentlich zu unseren Schulen gehört, geschehen soll.
     
    Wenn wir anregen, Teile des Geländes umzuwidmen, damit sie als Raucherbereiche genutzt werden dürfen, dann ist das alles zu kompliziert. Wenn die Stadt Worms eine Kita oder ein Verkehrsübungsplatz bauen will, ist ein Umwidmung plötzlich möglich. An dieser Stelle frage ich mich, welchen Stellenwert die Interessen einer Schule eigentlich haben.
     
    Der Nibelungen-Kurier schrieb gestern in der Überschrift zum gleichen Artikel „Versäumnisse in der Vergangenheit bescheren Dilemma in der Gegenwart.“ Dies kann man darauf beziehen, dass die Stadt es versäumt hat, bei Neubauten sich um eine geeignete Kita-Fläche zu bemühen. Ich beziehe es auch auf die Fläche, die im BIZ liebevoll „die Pampa“ genannt wird: Schulerweiterungsgelände an der Pfrimm, das nicht genutzt werden kann, weil die Stadt Worms es hat jahrzehntelang verwildern lassen. Die Stadt ist aber auch offenkundig nicht bereit, dieses Gelände an anderer Stelle auszugleichen, damit sie es auf dem BIZ-Gelände nutzen kann. Zur Nutzung gäbe es mehrere Möglichkeiten: Ausgleich der Rasenfläche, die durch eine Kita belegt wird; Verkehrsübungsplatz; Neubau einer Schule, so dass danach ein altes Schulgebäude abgerissen werden könnte. Aber das ist ja zu kompliziert.
     
    Meine Gedanken zum Thema Verkehr rund um das BIZ möchte ich an dieser Stelle auch äußern. Es ist richtig, dass zu Stoßzeiten viel Verkehrsaufkommen am Eingang des BIZ zu verzeichnen ist. Das war schon in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts so, als ich als Referendar die damalige BBS I besucht habe. Niemand hat sich in diesen 30 Jahren offenkundig zuständig gefühlt, an den Umständen, die dazu führen, etwas zu ändern. Ich kann einfach nicht glauben, dass es bei einem so großzügig angelegten Straßenbereich der von-Steuben-Straße mit grünem Mittelstreifen, 4 Spuren, auf jeder Seite ein Rad und ein Fußweg, keine Möglichkeit geben soll, den Zugangs- bzw. Abgangsverkehr, den Busverkehr, die Elterntaxis und den Fußgängerverkehr, der auch seinen Teil zum Chaos beiträgt, in sinnvolle Bahnen zu lenken, die sich möglichst wenig gegenseitig stören. Eine Kita würde da nicht wesentlich mehr Verkehr verursachen, vor allem würde er nicht stören, wenn er ebenfalls ordentlich gelenkt würde.
     
    Es gäbe viel zu besprechen mit den Schulleitungen des BIZ. Ich wünsche mir, dass das künftig im Vorfeld durch zuständige Menschen aus der Stadt Worms geschieht und nicht durch Information aus den Zeitungen. Auch das Bildungsministerium hat diese Wende mittlerweile erfolgreich geschafft. Die Gespräche müssen nicht durch Sie erfolgen, Herr Kessel, aber durch die zuständigen Dezernent:innen oder Bereichsleiter:innen oder Mitarbeiter:innen. Dennoch sind Sie hier gefragt, denn die Kommunikationskultur, die wir brauchen, wurde von der Stadtverwaltung Worms so leider (bis auf wenige positive Ausnahmen) nicht gelebt und muss daher von höchster Stelle initiiert werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
    Jens Leilich
    Oberstudiendirektor
    Schulleiter

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