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  • Mi., 07. Mai 2014, 10:00 Uhr
    Demo in Mainz gegen existenzvernichtende Haftpflichtprämien auch unter Beteiligung aus Worms

    Hebammen in der Haftpflichtzange

    Hebammen aus Worms, Grünstadt, Alzey bei der Kundgebung in Mainz.


    Am 5. Mai, dem Internationalen Hebammentag, versammelten sich mehr als 3000 Hebammen, unterstützt von Eltern mit Kindern vor dem Mainzer Fassnachtsbrunnen und zogen durch die Mainzer Innenstadt zum Theater. Dort gab es einen Infostand mit jeder Menge wissenswertes rund um die Hebammenhilfe.

    Während der Abschlusskundgebung stellte die Vorsitzende des Hebammenlandesverbandes Rheinland – Pfalz, Gabi Bauer, noch einmal fest, dass gerade im Bereich der ausserklinischen Geburtshilfe die Schadensfälle seit einigen Jahren rückläufig sind. Trotzdem steigen die Versicherungsprämien Jahr für Jahr in dramatischem Ausmaß.  So wird eine freiberufliche Hebamme, die Geburtshilfe anbietet, ab dem 1. Juli 5.091 Euro - für die Haftpflichtversicherung bezahlen müssen. Zum Vergleich: im Jahr 2000 waren es noch 404 Euro.

    Laut einer Studie haben zwischen 2008 und 2010 bereits 25 Prozent dieser geburtshilflich tätigen Hebammen ihren Job an den Nagel gehängt. Versorgungsnöte in manchen Regionen sind schon heute der Fall. Zur langfristigen Lösung der Probleme fordert der Deutsche Hebammenverband unter anderem:

    • Die Festlegung einer Haftungsobergrenze, um die Endlosspirale der ansteigenden Haftpflichtversicherungsprämien zu durchbrechen

    • Die Schaffung eines öffentlich finanzierten Fonds um Schäden zu regulieren, die über diese Haftungsobergrenze hinausgehen

    • Die Deckelung der Regressforderungen durch die Krankenversicherungen



    Die neuesten Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Gröhe seien im Einzelnen genau zu prüfen, sagte Gabi Bauer und fuhr fort: „Die Zeit wird zeigen, wie diese Vorschläge umgesetzt werden können.“

    Nicola Grandpre, Beleghebamme aus Kirchheimbolanden.


    Nicola Grandpre, freiberuflich tätige Beleghebamme in einer Klinik im Worms - Donnersbergkreis mit rund 500 Geburten, mahnte an, dass eben nicht nur die Hausgeburtshebammen von den saftigen Steigerungen der Haftpflichtversicherung betroffen sind, sondern auch Hebammen wie sie. Musste eine Beleghebamme im Jahr 2008 ca. 7 Geburten machen, um ihre Haftpflichtprämie zu erwirtschaften, sind es bis zum 30. Juni diesen Jahres 15,4 Geburten. Ab 1.7. 2014 muss sie 18, 5 Geburten bereithalten. Durch die hohen finanziellen Belastungen finden sich kaum noch Kolleginnen, die freiberuflich in die Klinik einsteigen. Freie Stellen können im Sektor der Beleghebammen kaum besetzt werden. Langfristig kann dies zur Schließung vor allem kleinerer geburtshilflicher Abteilungen führen. Ein ernstzunehmendes Problem, führt man sich vor Augen, dass 20 Prozent aller Klinikgeburten von Beleghebammen geleitet werden.

    Eine Hebammenschülerin meldete sich spontan zu Wort. Vor 3 Jahren sei sie voller Enthusiasmus in die Ausbildung gegangen. Nun, kurz vor dem Examen stelle sie sich die Frage, welche Perspektiven ihr dieser Beruf langfristig böte. „Wird man mich in wenigen Jahren, ähnlich den Schleckerfrauen, umschulen, um dann als Hilfskraft in einer Kita zu arbeiten?“, brachte sie die Ängste der jungen Hebammengeneration zur Sprache.

    Anwesende Politiker, u. a. Frau Kathrin Anklam- Trapp versicherten den Anwesenden ihre Unterstützung und versprachen ernsthaftes Suchen nach Lösungen.

     

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