Jens Guth zum weiteren Ausbau des Rheinland-Pfalz-Taktes und der Gesprächsnotwendigkeit bei der Sicherheit
Heißes Eisen Bahn – Besserungen in Sicht
Mit dem neuen "Rheinland-Pfalz-Takt 2015" werden moderne Züge in der Region verkehren.
Von Gernot Kirch Das Thema öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) schlägt in der Region zurzeit hohe Wellen. Im Fokus stehen hierbei sowohl die Busse wie auch die Bahn und die Forderung nach mehr Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen. Der Nibelungen Kurier hatte in seiner Ausgabe vom 1. Oktober die Leser nach ihren Erfahrungen in Nahverkehr befragt. Auch hier war das Sicherheitsgefühl in der Bahn das große Thema der Leser. Bemerkenswert dabei, dies nicht nur in den Abendstunden, sondern bereits nachmittags. Von Beleidigungen über Anspucken bis tätlicher Angriff reichte hier die Palette der Schilderungen, wobei Tätlichkeiten nach Einschätzung der Leser kein täglicher Bestandteil des Bahnfahren sind. Aber auch laute Musik wurde als störend bezeichnet. Als eine der Ursachen für rüpelhaftes Verhalten wurde Alkoholkonsum genannt. Der große Wunsch war mehr Schaffner bzw. Sicherheitspersonal.
Spiegel der Gesellschaft Die DB AG erklärte dazu, dass die Bahn Teil des öffentlichen Raumes ist und daher ein Spiegel der Gesellschaft sei. Insgesamt passierten in Zügen und auf Bahnhöfen statistisch aber weniger Delikte als im übrigen öffentlichen Raum. Diese stünden auch häufig im Zusammenhang mit Fußballspielen und Volksfesten. Was hingegen zugenommen habe, seien die Übergriffe auf Schaffner und Sicherheitspersonal. Hier habe es eine Steigerung gegenüber 20 Prozent zum Vorjahr gegeben.
Die DB AG betonte, dass sie bundesweite Standards zum Schutz für Kunden und Mitarbeiter festlege, die entscheidenden Regelungsmöglichkeiten für den Regionalverkehr liegen jedoch bei den Ländern bzw. Bestellorganisationen für den Nahverkehr. Als einen wichtigen Baustein im Sicherheitskonzept nannte die DB die Videotechnik, die ausgebaut werden soll. Damit könnten Gewaltdelikte nicht verhindert werden, doch sei häufig eine Aufklärung möglich. Momentan seien in Deutschland 4.800 Kameras auf 640 Bahnhöfen im Einsatz. Dazu kämen noch einmal 18.000 Kameras in Zügen.
Rheinland-Pfalz-Takt 2015 Der Wormser SPD-Chef Jens Guth äußerte sich gegenüber dem NK zum Schienenverkehr. Er betont, dass er sich seit Jahren für mehr Schaffner und Sicherheitspersonal in den Zügen einsetze. Mit dem verbesserten „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“, der ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 greife, sei hier ein großer Schritt nach vorne gelungen. So würden dann ganztägig auf allen Regionalexpress-Strecken Schaffner präsent sein, was eine Deckungsquote von 100 Prozent bedeute. Bei den Regionalbahnen ab 19 Uhr würde dann ebenfalls in jedem Zug Bahn-Personal mitfahren. Tagsüber käme man immerhin noch auf eine Quote von 25 Prozent Zugbegleiter. Im weiteren Verlauf des Gespräches zeigte Jens Guth die stark verbesserte Anbindung von Worms durch den „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ auf.
So werde es ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 jede Stunde einen Regionalexpress (RE) mit einer Fahrzeit von nur 27 Minuten von Mainz nach Worms geben. Von Worms aus fährt der RE weiter nach Ludwigshafen und dann jeweils im stündlichen Wechsel entweder weiter nach Mannheim oder über Speyer nach Karlsruhe. Die Regionalbahnen (RB) bleiben nahezu unverändert. Mit der Einführung der S-Bahn (VRN) aus Mannheim im Jahr 2018 wird es dann auch in den Abendstunden und am Wochenende einen Halb-Stundentakt sowie eine direkte Verbindung nach Heidelberg geben. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal des neuen „Rheinland-Pfalz-Taktes 2015“ seien neue Fahrzeuge mit mehr Komfort, Klimaanlage, Einstiegsoptimierung und Fahrgastinformationen in Echtzeit. Wichtig war Jens Guth auch, dass der Bahnschalter im Wormser Hauptbahnhof ab Dezember auch wieder an Sonn- und Feiertagen öffnet.
Pendler IC Zum bisher verkehrenden Pendler-IC morgens nach Frankfurt und abends zurück nach Worms, sagte Jens Guth, dass dieser trotz intensiver Bemühungen von der Bahn gestrichen werde. Es werden in Zukunft auch keine weiteren ICE / IC in Worms halten. Dies sei bedauerlich, aber der Fernverkehr liege in der alleinigen Verantwortung der Bahn. Ob anstelle des Pendler-ICs ein Regionalexpress auf der Strecke von Karlsruhe über Worms nach Frankfurt verkehren wird, ließ Jens Guth offen. Hier würden Gespräche geführt, doch müssten sich drei Bundesländer einigen. Dies sei schwierig, genauso wie die Weiterführung der Frankfurter S-Bahn (RMV) bis nach Worms.
S-Bahn-Haltepunkte Zu den drei denkbaren, neuen Haltepunkte in Worms sagte Jens Guth, dass der S-Bahn-Haltepunkt Worms Nord nicht realisiert werde. Die Anbindung ins Industriegebiet soll mitBuslinien verbessert werden. Der S-Bahn-Haltepunkt Worms Süd auf Höhe des Salamandergeländes hänge davon ab, wie das Gebiet einmal genutzt werde. Aktuell sei Worms Süd kein Thema. Es mache auch keinen Sinn, einen Haltepunkt zu bauen, an dem „Zwei Leute“ einsteigen. Positiver stand Jens Guth dem Bahn-Haltepunkt Worms-West in der Nähe des Wormatia-Stadion bzw. des Schwimmbades gegenüber, dieser Haltepunkt sei auch in den Planungen der Bahn enthalten. Allerdings gebe es noch keine Detailplanung. So müsse über den genauen Standort noch einmal diskutiert werden.
Videoüberwachung Prinzipiell offen äußerste sich Jens Guth auch zur Videoüberwachung etwa in der Wormser Bahnhofsunterführung oder dem Bahnhofsumfeld. Sollte dies zu mehr Sicherheit führen, müsse man darüber in den Gremien sprechen.