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  • Mi., 05. Juni 2013, 18:42 Uhr

    Held für mehr Schutz von Kindern und Jugendlichen

    Bundesweit gibt es rund 350.000 Zigarettenautomaten. Zwar werden Zigaretten an diesen Automaten seit 2007 nur noch gegen EC- oder Chipkarte herausgegeben, aber ein wirklicher Schutz für Kinder und Jugendliche ist dies nicht, findet Marcus Held, Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis Worms. „Jugendliche kommen alle an EC-Karten, wenn sie dies wollen“, so Held. Gestützt wird diese Aussage durch Studien, nach denen etwa ein Viertel aller Jugendlichen die Altersschranken der Automaten umgehen. Held fordert daher das Ausweiten der Schutzräume insbesondere rund um Schulen, aber auch das Schaffen neuer Schutzräume rund um Bibliotheken, Turnhallen oder Schwimmbädern.

    „Ich will niemand seine Zigarette verbieten. Mir geht es nur um die Verbesserung des Schutzes unserer Kinder und Jugendlichen“, erklärt Marcus Held sein Ansinnen. Er stützt sich hierbei auf Aussagen des Mainzer Professors Thomas Münzer, nach denen mehr als 50 Prozent der 12 bis 14-jährigen schon einmal geraucht haben, und nach denen der Großteil der Kinder sich die Zigaretten an Automaten holen. Ein Verbot von Zigarettenautomaten wie in z. B. England, oder eine Einschränkung, dass solche Automaten z. B. nur noch in Gaststätten, wie in Finnland üblich, aufgehängt werden dürfen, kann sich Marcus Held auch in Deutschland vorstellen.

    DAK-Studie sieht Zusammenhang zwischen Werbung und Rauchverhalten
    Eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit legt nahe, dass Tabakwerbung zum Rauchen verleitet. „Je mehr Tabakwerbung Jugendliche sehen, desto häufiger rauchen sie“, fast Held die Ergebnisse der Studie der Krankenkasse zusammen. Forscher hatten in dieser Studie rund 1.300 Kinder und Jugendliche zweieinhalb Jahre lang begleitet. Zu Beginn der Studie rauchten diese nicht, nach zehn Kontakten mit Tabakwerbung hatte sich das Risiko des täglichen Rauchens um 30 Prozent erhöht. „Aus diesem Grund bin ich froh, dass meine Partei Tabakwerbung aus ihren Magazinen ausgeschlossen hat, im Gegensatz zu anderen Parteien. Mir ist die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen wichtiger als das Geld von Lobbyisten“, so Bundestagskandidat Marcus Held. Die Junge Union der CDU und die FDP nehmen immer noch regelmäßig Anzeigen der Tabakindustrie für ihre Magazine an.

    Bisher ist in Deutschland die Tabakwerbung nur partiell verboten. Gegen eine Ausweitung des Verbots von Tabakwerbung und gegen ein Verbot von Zigarettenautomaten stemmen sich CDU und FDP im Bundestag seit langem. „Eigentlich ein Verstoß gegen die EU-Richtlinie 2003/33/EG, zu Lasten unserer Kinder und Jugendlichen“, wie Held findet. Erschreckend findet er dies, „da Frau Merkel ansonsten in Europa immer den „Gendarm“ spielt“.

    Held stellt in diesem Zusammenhang die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Politik der CDU-Kanzlerin. „Hier wird gegen EU-Richtlinien verstoßen, da wird anderen Ländern eisernes Sparen gepredigt und selbst verspricht Merkel rund 30 Milliarden Steuergeschenke. Ernst nehmen kann man eine solche Politik kaum“, ist sich der SPD Kandidat sicher. „Es wird Zeit, dass wir unsere Regeln für Tabakwerbung und Tabakautomaten an europäische Standards anpassen, die wir ja bereits als Bundesrepublik ratifiziert haben.“, ist Held überzeugt.

     

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