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  • Mo., 17. August 2015, 17:57 Uhr
    Große hochkarätige Podiumsdiskussion in der Herrnsheimer Remise mit Lesung von Hannelore Elster

    Helden und Antihelden im Festspielrahmenprogramm

    Diskussion in Remise des Herrnsheimer Schlosses zum Thema Helden und Antihelden. Foto: Karolina Krüger


    VON KAROLINA KRÜGER Das Aufeinandertreffen von Literaten und Größen aus dem Fussballgeschehen beleuchtete am Freitagmittag in einer fast zweistündigen Podiumsdiskussion in der Remise des Herrnsheimer Schlosses das Thema Helden und Antihelden. Hannelore Elsner las aus Texten von Albert Ostermaier und Thomas Klupp. Anlässlich des Gedankenaustausches hatte Thomas Klupp unpeinliche Gedanken zum Thema „Schweigeminute“ zusammen getragen und Clemens Meyer präsentierte eine moderne Fassung des Nibelungenliedes in der er sich der viel spannenderen Götter wie Thor und Odin bediente. Für Hans Meyer gibt es wenige Helden, eine Heldenverehrung wie sie bei Sportlern oft vorkomme ist für ihn fehl am Platze und auch gefallene Soldaten seien keine Helden, sondern unnötig zu früh, oftmals kaum den Kinderschuhen entwachsen, gestorbene Menschen.

    Dazu meinte Ostermaier, Helden seien Stellvertreter für all das was wir in unseren Leben nicht leisten, der Heldenbegriff verhindere eigenes aktiv werden. Was die Auseinandersetzung mit dem Nibelungenlied unsagbar schwer mache, sei das Fehlen von medialer Präsenz, weder gäbe es viele Texte noch ansprechend gestaltete Filme zu dem Thema, weil das Epos seit des propagandistischen Missbrauchs durch das Naziregimes weitestgehend ignoriert worden sei. Jimmy Hartwig hingegen, farbiges Nachkriegskind mit einem nationalsozialistischem Großvater, stellte die Frage, warum immer Männer Helden seien. Seine größte Heldin war für ihn seine Mutter, die sich immer beschützend vor ihn gestellte habe, wenn ihm wieder Gewalt vom Großvater gedroht habe. Sein Credo war und sei die Macht des Wortes, nicht der Faust – seine Waffe sei immer das Wort. Durch die fassettenreiche Runde führte gekonnt Klaus Döring.

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