
„Die freiwillige Feuerwehr ist die älteste und wie ich finde wichtigste Form bürgerschaftlichen Engagements“, betonte Oberbürgermeister Michael Kissel zum Auftakt des Jahresempfangs der freiwilligen Feuerwehr in der EWR-Turbinenhalle. 161 Jahre wird die freiwillige Feuerwehr in diesem Jahr alt und verzeichnet Stand Dezember letzten Jahres 513 Angehörige. Zur Einsatzabteilung der acht Feuerwehreinheiten im Stadtgebiet zählen insgesamt 216 ehrenamtliche Feuerwehrleute, davon sind 14 Frauen im Einsatzdienst aktiv.
„Neben den Gerätehäusern, den Fahrzeugen und der Ausrüstung kommt es vor allem auf die Männer und Frauen an, die sich freiwillig engagieren, die ihre Freizeit opfern und sich dieser nicht ungefährlichen Aufgaben stellen“, unterstrich der Stadtchef. Die Hilfe, die die Feuerwehr leiste, sei grenzenlos und gehe nicht selten auch über die Grenzen des Stadtgebiets hinaus. Und auch umgekehrt erfahre die Wormser Feuerwehr immer wieder Unterstützung aus anderen kommunalen Gebietskörperschaften. Stellvertretend für alle Vertreter aus den umliegenden Kommunen begrüßte der Wormser OB Michael Mattes, den neuen Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Alzey-Worms.
Diese Grenzenlosigkeit gelte jedoch auch über alle kulturellen und religiösen Gruppen hinaus, fügte OB Kissel hinzu. Um die Zukunftsperspektive der freiwilligen Feuerwehr zu sichern, sei jedoch die Unterstützung seitens der Mitbürger mit ausländischen Wurzeln vonnöten, erklärte er. Denn gerade in manchen Stadtteilen wird die Situation immer schwieriger, längst stehen nicht mehr genügend Einsatzkräfte zur Verfügung. „Wir können jedoch nicht alles mit hauptamtlichen Kräften abdecken“, betonte der OB. In diesem Zusammenhang begrüßte der Stadtchef auch Ahmet Çengelköy, der sich derzeit bemüht, junge, türkische Mitbürger für die Feuerwehr zu gewinnen.
Nach wie vor hervorragend funktioniere das „Wormser Modell“, das weit über die Stadtgrenzen hinaus große Beachtung finde, berichtete der OB weiter.
Mit der Aussage des Landesfeuerwehrverbands „Helfen kennt keine Grenzen – wir kümmern uns um alle Menschen“ leitete Stadtfeuerwehrinspekteur Klaus Feuerbach seinen Jahresbericht ein. Es müsse erklärtes Ziel sein, das Miteinander unterschiedlicher Menschen und Bevölkerungsgruppen zu fördern, auch im Feuerwehrwesen, denn dadurch werde auch die gesellschaftliche Integration gefördert, hob der Feuerwehrchef hervor.
In seinem Bericht blickte Feuerbach auf die wichtigsten Ereignisse im Jahr 2014 zurück: Dazu gehörten die Explosion im Restaurant Mediterrano, zwei Einsätze in einem Parkhaus in der Schäferstraße – in beiden Fällen mussten die Rettungskräfte den dazugehörigen Wohnkomplex evakuieren – sowie der Fund einer Weltkriegsbombe auf dem Gelände der Firma Renolit. Aber auch im Bereich der Ausstattung hat sich im vergangenen Jahr wieder einiges getan. Allein im November übergab OB Kissel sechs neue Fahrzeuge. Für Fahrzeuge gab die Stadt im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Euro aus, weitere 146.000 Euro investierte die Verwaltung in Ausrüstung und Geräte. Das Land bezuschusste die Anschaffungen mit 616.000 Euro.
Traditionell werden im Rahmen des Jahresempfangs auch verdiente Wehrangehörige geehrt, Mitglieder aus dem aktiven Dienst verabschiedet und Wehrangehörige ernannt und bestellt.
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