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  • Fr., 11. März 2016, 13:03 Uhr
    Kampagne „GRENZEN ACHTEN!“ mit dem Landespräventionspreis 2015 ausgezeichnet

    Herausragendes kriminalpräventives Projekt

    Das Projekt „GRENZEN ACHTEN! - Kampagne gegen sexuelle Anmache im öffentlichen Raum“ der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Worms, Veronik Heimkreitner, ist zweiter Preisträger des Landespräventionspreises 2015 des rheinland-pfälzischen Ministerium des Inneren, Sport und Infrastruktur. Überreicht wird der Landespräventionspreis 2015 am Donnerstag, 17. März, im  Rheinhessensaal der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen in Mainz.


    Ziel des Landespräventionspreises ist es, besonders herausragende kriminalpräventive Projekte auszuzeichnen, um so andere Organisationen zu animieren einen Beitrag zur Kriminalprävention zu leisten.


    Sexuelle Belästigung und Anmache von Mädchen und Frauen im öffentlichen Raum sind ein weit verbreitetes Phänomen, für das es in der Gesamtbevölkerung bisher nur ein geringes Problembewusstsein gibt. Die Tatbestände reichen von aufdringlichen Blicken, ungewollten sexualisierten und/oder beleidigenden Kommentaren, Nachpfeifen, den Weg blockieren, Verfolgen bis hin zum Bedrängen oder Grapschen. Da ein Großteil dieser Handlungen keine strafrechtliche Relevanz besitzt, bei den betroffenen Mädchen und Frauen jedoch häufig Angst, Scham und ein Gefühl von Hilflosigkeit auslöst, werden ohne genügend Beachtung in der öffentlichen Wahrnehmung solche Übergriffe nicht problematisiert und für viele junge Frauen und Mädchen als unveränderbarer Normalzustand betrachtet.


    Die meisten Präventionsprogramme gegen sexuelle Belästigung wenden sich meist an weibliche Zielgruppen, mit der Intention sich bei Übergriffen zu schützen. Die Kampagne der Gleichstellungsstelle der Stadt Worms in Kooperation mit dem Frauennotruf Worms und dem Kinderschutzdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes KV Worms/Alzey will Jungs und junge Männer „mit ins Boot holen“ und das Thema Grenzüberschreitung und sexualisierte Anmache im öffentlichen Raum grundsätzlich ansprechen.


    Da es gerade für Jugendliche und junge Heranwachsende schwierig ist, sich mit dem Thema sexuelle Belästigung und eigenen Erfahrungen in diesem Zusammenhang auseinanderzusetzen, versucht die Kampagne „GRENZEN ACHTEN!“ über den Sport einen einfachen Ansatz zu finden. Da gerade Fußball eine der populärsten Sportarten in Deutschland ist und FußballerInnen als Vorbilder fungieren, nutzt die Kampagne das positive Image des Sports, um Jugendlichen einen einfacheren Zugang in die Thematik der sexuellen Belästigung zu bieten.


    Bereits in der Entwicklung der Kampagne sprachen die Verantwortlichen mit einer Vielzahl von sozialen Einrichtungen und Gremien, um Erfahrungen und Meinungen zu sammeln, die in Projekte, Aktionen und Veranstaltungen einfließen sollten. So wurden in zwei Kampagnenwellen im Sommer 2014 und im Februar 2015 vier Motive großflächig in der Stadt plakatiert und Flyer während eines Fußballspiels und auf dem Backfischfest verteilt. Vor allem im Freundes- und Bekanntenkreis soll so auf sexuelle Anmache hingewiesen werden. Eine eigene Homepage (www.grenzenachten.de) bietet ergänzende Informationen.


    Auf der Homepage werden auch die Ergebnisse des nächsten Projektschrittes zu sehen sein. Da gerade bei Lehrern und anderen pädagogischen Fachkräften ein großes Interesse für die Kampagne besteht, es allerdings meist an Unterrichts- und Arbeitsmaterialien mangelt, sieht der nächste Projektschritt vor, Materialien zur Arbeit mit Jugendlichen an Schulen zum Thema sexuelle Belästigung zu erstellen. Diese können dann auf der Homepage des Projekts kostenlos heruntergeladen werden. Ein erster Probelauf ist im Frühjahr dieses Jahres geplant.


    So erhoffen sich die Verantwortlichen, dass sich Jugendliche mit dem Thema auseinandersetzen und sich so eine grenzachtende Haltung erarbeiten, die sie im Freundes- und Familienkreis weitergeben und in Zukunft dann an ihre eigenen Kinder.


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