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  • Fr., 22. Dezember 2023, 11:23 Uhr
    WEIHNACHTSSHOW: Wormser Circus Cristallo gastiert bis 7. Januar auf der Kisselswiese / Am Donnerstag gelungene Premiere gefeiert

    Hereinspaziert – Hier gibt es Sensationen zwischen Himmel und Erde

    Eine funkelnde Weihnachtsshow für die ganze Familie präsentiert der Circus Cristallo unter der beeindruckenden Kuppel eines 22 Meter hohen Zeltes. Foto: Rudolf Uhrig


    Von Rudolf Uhrig › „Ein Meer aus tausend Lichtern leuchtet sternenfunkelnd gleich. Die Ränge sind gefüllt mit Menschen Groß und Klein mit freudigen Gesichtern prall gefüllt. Es wird geschaut, entdeckt, getuschelt, gelacht und ebenso erwartungsvoll wie herzhaft in die süßen Zucker- und Knusper-Tüten gegriffen.

    Im Chapiteau, dem Zirkuszelt Cristallo bevölkern zauberhaft anmutende Gestalten das magisch erleuchtete Manegenrund. Es sind kunstvolle, prächtige Farben, sie umhüllen die ‚Wesen aus einer anderen Welt‘. Dann, die Musik… fröhliche Fanfaren verkünden – die Show beginnt“

    So poetisch und geschliffen begrüßt Kaju Papagallo in der Vormoderation die Gäste. Nicht minder herzlich schließt sich der Hausherr und Zirkusdirektor Amando Frank an. Das erwartungsfrohe Publikum darf also gespannt sein.

    Wortgewaltiger Moderator

    Nach dem Auftakt, den das Ballett tänzerisch darbietet, kommt ein alter Bekannter inmitten der jungen Damen zum Vorschein: Roland Hofer. Auch im letzten Dezember war der Schweizer aus Zürich mit von der Partie. Mit seinen 117 Zentimetern gilt er als der kleinste Moderator der Welt. Aber er ist wortgewaltig und allseits präsent, ein echtes Pfund der Show.

    Publikum immer wieder eingebunden

    Ein Mitglied des Clown-Trios der Tolinos verzaubert hier das Publikum. Foto: Rudolf Uhrig


    Dann aber legen sie, gleich mit drei Saxophonen los, die drei Tonitos, die bereits im vergangenen Jahr für Furore sorgten. Sechs Mal werden die außergewöhnlichen Entertainer vereint und beeindruckend ihr großes Repertoire zeigen. Und immer wieder gehen sie voller Lust, mit einem verschmitzten Augenzwinkern ins Publikum. Und das „muss aufpassen“, denn kurzerhand findet sich der eine oder andere inmitten der Manege wieder. Denn Schelmisches haben die Tonitos mit ihren auserwählten Protagonisten vor…Aber alles halb so „schlimm“, denn das Staunen paart sich schnell mit Lachen und sorgt am Ende für unvergessliche Momente.

    Kraft, Athletik und Balance gefragt

    „Miss Angela“ hat sich gleich dem schwersten Genre der Luftakrobatik, den Strapaten, verschrieben. Schwerelos schön erscheinen die schweißtreibenden Kraftakte der Italienerin. Nur mit ihrer Muskelkraft rollt sie sich an den eher derben Bändern gegen die Schwerkraft nach oben.

    Nach so viel Anspannung gibt es erst mal wieder etwas zu lachen, die Tonitos lassen wieder ihr Talent aufblitzen ebenso wie die Damen des Balletts.

    Die Körper des Duo Light sind gestählt, pure Kraft und Athletik. Brauchen sie auch, denn ihre Handstandfiguren fordern jede Faser. Großen Applaus für die meisterhafte Kür.

    Sonny Gärnter gab mit seinem Fahrrad, das er bis fast unter die Kuppel fährt, vor der Pause seinen Solo-Einstand.

    Viel Gänsehaut-Gefühl

    Mit Musik und Tanz ging es in die zweite Halbzeit. Gut gelaunt musste das Publikum aber bei „The Flying Weiss Junior“ aus Ungarn die Luft anhalten. Engelgleich hoch oben unter der Zirkuskuppel am freihängenden Trapez zeigten sie ihre Umschwünge, Drehungen und Balancen im Spagat; keinesfalls ungefährlich. Das war eine tolle Reise in die Schwerelosigkeit voller Dynamik, kraftvoll und auf jeden Fall spektakulär mit viel Gänsehaut-Gefühl.

    Nein, natürlich gab es keine Tierdarbietungen, außer einem trottligen Pferd der Clowns Tonito. Na ja, keine großen Tiere zumindest, denn Ivan Medini und Hevelin Corrado hatten ihre schönen, bunten Aras mitgebracht. Die dürften Seiltanz ausprobieren, auch Basketball spielen und mal eine Runde durch die Manege fliegen.

    Anmutige Kontorsionistik

    Miss Mono aus der Mongolei verbog ihren Körper – für das Wormser Publikum – nach Herzenslust. Die Kontorsionsakrobatin zeigte eine außergewöhnliche Körperbeherrschung. Aber voller Anmut, so zog sie das Publikum in ihren Bann.

    Begeisterte Roland Hofer im Vorjahr als Elvis Presley, so gab es großen Applaus in diesem Jahr für seine Tom Jones-Nummer „Sex Bomb.“

    Salto Mortale auf dem Todesrad

    Das Todesrad mit dem Duo Schock, Sonny Gärtner und Partner Tilke, gilt als Höhepunkt der Show. Foto: Rudolf Uhrig


    Unweigerlich steuerte aber nun das Programm auf seinen Höhepunkt zu: das Todesrad. Im Prinzip eher kein Rad, sondern ein gittermastartiger gut fünf Meter langer Träger, der sich um eine Achse in seiner Mitte dreht. An seinen Enden befinden sich seitlich offene Zylinder mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern. Und hierin oder darauf schlugen Sonny Gärtner und Partner Tilke der Schwerkraft immer wieder ein Schnippchen. Als eine der wenigen Artisten der Welt drehen sie auf der Außenseite des rotierenden Rades einen Salto Mortale. Mit dieser Show waren sie bereits in Las Vegas zu Gast. Ihre Darbietung am massiven Requisit mit den Laufkesseln sorgte für frenetischen Beifall.

    Mit Show und Tanz ging der kurzweilige zirzensische Abend zu Ende.

    Mehr Informationen unter https://circus-cristallo.de/

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