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  • Mo., 17. Februar 2014, 08:43 Uhr
    Mitreißendes Konzert der „Zucchini Sistaz“ im Chateau Schembs / Flamenco mit Azucena Rubio am 1. März

    „Heute muss es grüner sein…“

    VON REGINA URBACH Was passiert mit einem Wormser Publikum, wenn man drei attraktive Musikerinnen mit wohlklingenden Stimmen, hoher musikalischer Professionalität und Hingabe für Swing-Lieder der 20- bis 50er Jahre aufs Chateau Schembs loslässt? 

    Es dudelt „weo-ho-weo“, klatscht komplexe Rhythmen, die einen im Takt, die anderen auf die Contras! Der Charmeoffensive von Jule Balandat (Kontrabass), Tina Werzinger (Gitarre) und Marie Nandico (Flügelhorn, Posaune und anderes) alias „Zucchini Sistaz“ war am Sonntag nicht zu widerstehen.

    Witzige Eigenkreationen
    Jeder Augenaufschlag, jeder freche Dialog schien genau für diesen Abed gemacht. Traumwandlerisch führten die Mädels aus der Radfahrermetropole Münster ihr Auditorium durch witzige Eigenkreationen wie den Radlersong („Heute muss es grüner sein“), aber auch dreistimmig aufgepeppte Klassiker wie „Fever“, „Bei mir bist du schein“, „Diamonds are a girl‘s best friends“ oder Big-Band-Stücke von Benny Goodman. Einen Kostümwechsel nach der Pause ironisierten sie, indem sie ihre mintgrünen, prachtvollen Zucchinikostüme mit Küchenschürzen und ihre perfekt gestylten Salonfrisuren mit Mini-Instrumenten garnierten, die – man staunte – sogar bespielbar waren.

    „Gutelaunekonzert“ hatte Veranstalter Arno Schembs das Programm getauft. Das traf den Nagel auf den Kopf und gefiel auch den Künstlerinnen. Selbst einem Blues-Song gewannen sie Komisches ab. Die drei fordern jeden dargebrachten Song heraus: Ein Lied kann viel mehr sein als Musik. In ihrer spritzigen Mimik erzählen sie ganze Geschichten zwischen den Zeilen oder nehmen sich selbst auf die Schippe. 

    Fast war man versucht, sie zu bremsen, denn die überbordende schauspielerische Unterhaltungskunst drohte, ähnlich dem stets etwas Slapstick-gefährdeten „Tatort“ aus ihrer Wahlheimat, die musikalische Qualität ihrer Darbietungen an den Rand zu drängen. Wie schön, dass sie als aller-allerletzte Zugabe a capella den Coffee-Tea-Song zum Besten gaben, montiert mit Bachs Kaffeekantate. Die nächste Veranstaltung am 1. März im Chateau wird übrigens Flamenco mit Azucena Rubio sein. 

     

     

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