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  • Mi., 06. Februar 2019, 23:55 Uhr
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert ein besseres Angebot der Arbeitgeber in der Tarifrunde Energie-Südwest

    Heute Warnstreik bei EWR

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die rund 3.200 Beschäftigten im Tarifgebiet Energie-Südwest für den heutigen Donnerstag, dem 7. Februar, zum ganztägigen Warnstreik auf. Aufgerufen sind die Energieunternehmen: Pfalzwerke, Kraftwerke Mainz Wiesbaden, Energieversorgung und Energienetze Mittelrhein, EWR, VOLTARIS und prego im Saarland.

    „In den laufenden Tarifverhandlungen sah sich die Arbeitgeberseite bisher nur in der Lage, ein Minimalangebot, bei einer Laufzeit von 28 Monaten, zu machen“, sagt Christian Hartard, einer der beiden ver.di Verhandlungsführer in einer Pressemitteilung. „Dazu kam die Arbeitgeberseite auf die Idee sachgrundlose Befristungen auszudehnen. Das geht gar nicht. Die Beschäftigten lassen sich das nicht gefallen“, sagt Fabian Gödeke, der mit Hartard die Verhandlungen führt.

    „Beschäftigte sind enttäuscht“
    ver.di fordert eine Entgelterhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 11 Monaten, sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. „Die Beschäftigten sind mehr als enttäuscht. Eines ist klar: Für die nächste Verhandlungsrunde müssen die Arbeitgeber ein wirklich verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. Dieses Angebot muss Wertschätzung gegenüber der geleisteten Arbeit der Beschäftigten zum Fundament haben“, sagt Hartard und wird von Gödeke ergänzt: „Dieser Streik ist der erste seit über 10 Jahren im Tarifgebiet. Allein das zeigt, wie sauer die Beschäftigten sind. Dieser Streik wird den Arbeitgebern wirklich weh tun.“

    
„EWR hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“
    Die Pfalzwerke Ludwigshafen und EWR Worms „scheinen die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben“, die unterstreiche dieser erstmalige Streik seit mehr als 15 Jahren, so die PM.

    Richtig viel Geld steckten die Pfalzwerke in eine „qualitativ gute Ausbildung“. Aber wenn es um die Frage ginge, den jungen ausgelernten Menschen eine Perspektive im eigenen Unternehmen zu geben, so halte man sich laut ver.di bedeckt.

    Jedoch sei dies nicht nur bei den Pfalzwerken so. Auch die EWR in Worms steckten viel Geld in die Ausbildung der eigenen Azubis um sie dann, „aufgrund keiner festen Zusagen, durch Konkurrenten oder benachbarte Firmen abwerben zu lassen“.

    Wie ausgeprägt diese Philosophie bei den Energieversorgungsunternehmen sei, zeige der aktuelle Fall bei den laufenden Tarifverhandlungen. Ver.di fordert hier für ihre Mitglieder 6 Prozent mehr Lohn bei 11 Monaten Laufzeit. Ebenso eine unbefristete Übernahme für die Auszubildenden.

    Lohnerhöhung „ist nicht alles“
    In der 1. Verhandlungsrunde hätten die Arbeitgeber 2 Prozent mehr Lohn im ersten, 2,2 Prozent für das zweite Jahr, bei einer Laufzeit von 28  Monate. Doch das sei laut der Dienstleistungsgewerkschaft „nicht alles“. Grundsätzlich forderten die Arbeitgeber eine Beschneidung der bisher gesetzlich festgeschrieben Zeit im Teilzeit und Befristungsgesetz, das besage, dass eine Sachgrundlose Befristung maximal auf 2 Jahre ausgeweitet werden dürfe. Die Arbeitgeber forderten eine tarifvertragliche Regelung, die es ermögliche, von 2 auf 6 Jahre auszudehnen und bis zu 4 mal verlängern zu dürfen.

    „Ein Schlag ins Gesicht für den eigens ausgebildeten Nachwuchs“, sagt Christian Hartard, einer der beiden Verhandlungsführer von ver.di. Es ginge dabei nicht um eine anstehende Arbeitslosigkeit der ausgelernten Azubis. Denn die Azubis bekämen in Betrieben der Umgebung etliche Jobangebote. Sie würden mit „Handkuss“ genommen.
    „So viel Geld und Know How wird eher selten in die Ausbildung junger Menschen gesteckt. Ich finde es nur schade, dass die Chance verpasst wird, die eigenen Azubis halten zu wollen“. so das ver.di-Papier.

    Deshalb streiken am Donnerstag, dem 7. Februar vor den Pfalzwerken mehr als 500 Beschäftigte aus der ganzen Pfalz, die mit 3 Bussen zur Hauptverwaltung anreisen, um ein besseres Angebot der Arbeitgeber einzufordern.

    „Wir möchten durch diesen Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, bis zum 13. Februar ein verbessertes Angebot vorzulegen“, so Hartard weiter. Auch in Worms treten die Beschäftigten am 7. Februar in einen eintägigen Warnstreik.

    Streikstandorte sind im Verbreitungsgebiet des NK
    – EWR Worms: Hauptverwaltung EWR, Lutherring 5, ab ca. 9 Uhr
    – EWR Alzey: Gartenstraße 22, Alzey

     

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