Die 2. Wormser Religionsgespräche stehen im Zeichen der Gewissensentscheidungen / Eröffnungsrede des rheinland-pfälzischen Justizministers Prof. Dr. Robbers
"Hier stehe ich und kann nicht anders!"
Prof. Dr. Gerhard Robbers am Freitagabend im WORMSRR. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die 2. Wormser Religionsgespräche finden vom 15. bis zum 17. April in der Nibelungenstadt statt. An den drei Tagen wird den Besuchern ein breit gefächertes Programm geboten. Von hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen über Mitmach-Veranstaltungen bis hin zum Gebet der Religionen ist für jeden interessierten Besucher etwas dabei. Die feierliche Eröffnung fand am Freitagabend im Mozartsaal des WORMSERS statt. Rund 150 Zuhörer konnte zur Einführungsrede des rheinland-pfälzsichen Justizministers Prof. Dr. Gerhard Robbers begrüßt werden. Im Fokus seiner Ansprache stand die Gewissensentscheidung, die er von vielen Seiten her beleuchtete. Der Ausgangspunkt seiner Rede waren die Wort von Martin Luther vor dem Reichstag im Jahr 1521, als Martin Luther die Worte sprach: "Hier stehe ich und kann nicht anders!"
Gewissensentscheidungen in der heutigen Zeit
Prof. Dr. Gerhard Robbers konzentrierte sich in seiner Rede auf die Bedeutung der Gewissensentscheidungen in unserer Zeit. Hier zeigte er auf, dass sie zu großen Teilen mit der Religion und der politischen Weltanschauung zu tun habe. Es gehe aber auch um die soziale Orientierung. Ein wesentlicher Punkt der Gewissensbildung seien die Werte des Grundgesetzes wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Glaube, Gleichheit und Nichtdiskriminierung. Unsere Verfassung garantiere ausdrücklich die Gewissensentscheidung, ohne jedoch exakt zu erklären, was das Gewissen eigentlich genau ist.
Grenzen der Gewissensfreiheit
Prof. Dr. Gerhard Robbers zeigte aber auch die Grenzen auf. So könnten sich Terroristen, egal ob Rechts- oder Linksextreme wie auch Islamisten oder Fanatiker nicht auf die Gewissensfreiheit berufen, denn diese finde ihre Grenzen, wo die Rechte und Freiheiten anderer beschnitten werden.
Der Justizminister stellte auch fest, dass es kein falsches und richtiges Gewissen gebe, die machte er an den Bespielen Sterbehilfe und Embryonenschutz deutlich. Das Gewissen könne sich auch irren, stellte er fest.
Hätte Luther wieder so gehandelt?
Den Schulen und Medien wies er eine zentrale Bedeutung bei der Vermittlung der Werte zu, die letztlich zur Gewissensbildung führten. Er stellte dies unter den Titel: "Unsere Werte gemeinsam leben!"
Zum Abschluss seiner Rede, stellte er die Frage, ob Martin Luther vor dem Reichstag wieder genauso standhaft seine Thesen verteidigt hätte, wenn er die Konsequenzen, wie etwa den Dreißigjährigen Krieg, gekannt hätte?
Samstag im Zeichen der Workshops
Der Samstag stand im Zeichen der Begegnung der Religionen und Kulturen in Worms. In der Freidrichskirche fand um 9 Uhr das Gebet Religionen statt. Hier beteten Christen, Juden und Muslime gemeinsam und setzten so ein Zeichen für ein harmonisches, friedlichen Miteinander. ER folgten verschiedne Workshops, Diskussionen und Führungen durch Worms zu dem Themen Religion und Gewissensentscheidung. Die Veranstalter zogen ein positives Fazit. Es konnten mehr Besucher begrüßt werden, als bei den 1. Wormser Religionsgesprächen.
Abschluss am Sonntagmorgen
Den Abschluss der 2. Wormser Religionsgesprächen bildete eine große Podiumsdiskussion am Sonntagmorgen im WORMSER unter dem Schlagwort: "Hier stehe ich und kann nicht anders - mein Gewissen und unsere Welt"