Fußball-Bezirksliga Rheinhessen: TSG Pfeddersheim II und ASV Nibelungen Worms trennen sich nach fairer Partie mit einem 3:3-Unentschieden
Hier war Einiges geboten!
Das Einsteigen mit dem rechten Bein hätte sich Dennis Selzer vom ASV sparen können. Es waren noch genug Mitspieler dabei, um Francis Peprah zu stoppen. Die Strafe folgte mit dem Elfmeter zum Abschlusstreffer. Foto: Felix Diehl
Von Marcus Diehl › Es war wieder einmal Derby-Zeit in der Fußball-Bezirksliga Rheinhessen. Im Duell der Kellerkinder trennten sich die TSG Pfeddersheim II und der ASV Nibelungen Worms mit einem 3:3-Unentschieden – Ein leistungsgerechtes Remis auf dem Kunstrasenplatz der TSG. Vor allem die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Alles, was so ein Derby ausmachen kann, wurde geboten. Viele Tore, eine Rote Karte und vier Elfmeter, der Schiedsrichter hatte viel zu tun.
Eine faire Partie
Aber eines vorneweg: Es war eine faire Partie. Die Rote Karte für den Pfeddersheimer Mikheili Kopaliani kam durch ein Handspiel auf der Torlinie zustande und alle Elfmeter hatten ihre Berechtigung. Da waren sich die beiden Trainer Björn Miehe von der TSG und Tobias Scheuermann vom ASV nach dem Spiel einig.
Die TSG hatten einen prima Start in die Partie. Nach wenigen Sekunden traf die Oberliga-Leihgabe Francis Peprah zur schnellen Führung. Nach der Platzverweis in der 10. Minute kippte dann das Spiel. Den fälligen Elfmeter verwandelte Rico Renner zum Ausgleich.
Jetzt spielten nur noch die Grünen und ruckzuck stand es 1:3 für die Gäste. Beim zweiten Treffer von Kevin Borlinghaus versagte die Abseitsfalle und das dritte Tor war ein Foulelfmeter, verwandelt von Rico Renner.
„Wir waren sehr aggressiv und hätten noch ein, zwei Tore mehr machen müssen. Unerklärlich ist. dass wir auf einmal den Faden verloren haben“, haderte Trainer Tobias Scheuermann den Chancen etwas nach. Die letzten Minuten der ersten Hälfte kamen die Gastgeber in die Partie zurück. Der ASV wollte das Resultat in die Pause bringen und schaltete auf Verwaltungsmodus. Das ging gründlich in die Hose. Ein unnötiges Foul von Dennis Selzer an Francis Peprah brachte den dritten Elfer und den ersten für die TSG. Kapitän Philipp Neumann verwandelte recht sicher und verkürzte das Ergebnis auf 2:3, was psychologisch sehr wertvoll für die TSG war.
TSG war zielstrebiger
Im Gegensatz für den ASV. Dies kam in der zweiten Hälfte zu tragen. Dass die TSG einen Spieler weniger auf dem Platz hatte, war nicht mehr zu sehen. Sie bestimmten die Partie und waren nach vorne wesentlich zielstrebiger. Die TSG trat sehr dominant auf und der ASV hatte auf einmal Nervenflattern.
„ Ich habe mein Team nach der Pause etwas tiefer gestellt , damit kamen die Nibelungen nicht zurecht. Unser Umschaltspiel nach vorne funktionierte sehr gut“, so TSG-Trainer Björn Miehe. Das Spiel lebte von der Spannung. In der 75. Minute hatte Francis Peprah den Ausgleich auf dem Fuß. Den vierte Elfer im Spiel haute er meterhoch über die Latte.
Aber aufzugeben war keine Option für die TSG. Sie belohnten sich für ihren couragierten Auftritt doch noch mit dem Ausgleich. Ein gut ausgespielter Angriff führte durch Lion Schubach – ebenfalls vom Oberliga-Kader – zum umjubelten und verdienten Ausgleich.
Vor oder hinter der Linie?
Der größte Aufreger der Partie kam kurz darauf. Ein Freistoß von Rico Renner knallte an die Unterlatte und sprang vor oder hinter die Torlinie. Der Nachschuss ging zwar in das Tor, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. „Hier hatten wir das Glück des Tüchtigen. Wegen der Flugbahn hätte der Ball hinter der Linie sein können und Abseits war es aus meiner Lage auch nicht“, so TSG-Trainer Björn Miehe nach dem Spiel.
Die kurz aufkommende Hektik hatte der ansonsten gut leitende Schiedsrichter schnell wieder aufgelöst. Auch ASV-Trainer Tobias Scheuermann wollte nicht weiter darauf rumreiten: „ Wer 3:1 führt, einen Mann mehr auf dem Spielfeld hat und trotzdem noch 3:3 spielt, braucht sich über diese Entscheidung nicht aufzuregen. Wir sind selbst daran schuld.“ So endete eine packende Partie mit einem gerechten Endresultat.