Carry Lerch feierte am Sonntag mit Freunden und Gästen das 20jährige Jubiläum des Wormser Gnadenhofes
High Chaparral bot Fest für Familien und Tiere
Das Füttern der Tiere war besonders für Kinder ein großer Spaß. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die erste Gäste erschienen am Sonntag schon vor 11 Uhr im Wormser Südwesten auf dem Gnadenhof, der vielen Wormser Bürgern immer noch besser unter dem Namen High Chaparral bekannt ist. Die Besitzerin Carry Lerch hatte zum 20-jährigen Bestehen eingeladen. Und es kamen viele! Angefangen mit Carrys Freunden über die zahlreichen Helfer und Unterstützer bis hin zu den Gästen, besonders mit Kindern, die ihrem Nachwuchs die Chance geben wollten, eine Ziege, ein Esel oder Pony zu füttern. Dazu gab es Live-Musik, Kinderspiele, einen Flohmarkt, Erfrischungsgetränke und allerlei Leckereien zu essen. Insgesamt war es ein wunderschöner Tag, mit viel Spaß und Unterhaltung, der die Idee des Gnadenhofes positiv in den Fokus rückte und viele neue Freunde für Carrys Anliegen, eines artgerechten Umgangs mit Tieren, gewinnen konnte.
Gnadenhof als Lebensinhalt
Es leben rund 300 Tiere auf der High Chaparral. Von Vögeln über Katzen, Hunde und Ziegen bis hin zu Ponys und Lamas ist alles dabei. Sie finden auf dem Gnadenhof von Carry Lerch ein Zuhause, um ihre letzten Jahre bei liebevoller Betreuung zu verbringen. Die Tiere kommen von Privatpersonen, manche stammen aber auch von einem Zirkus.
Carry Lerch führte mich am Sonntag durch das Areal und erzählte mir ihre Geschichte. Sie sei eine richtige Wormserin. Ihre Eltern besaßen die Gaststätte Kutscher Schänke in der Judengasse, wo sie lange bediente. Sie habe auch eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau abgeschlossen, doch war dies nicht ihr Ding. Sie wollte schon immer mit Tieren umgehen. Daher fing sie im Alter von 35 Jahren im Wormser Tierheim als Pflegerin an. Einen Job, den sie heute, mit Mitte 50, immer noch ausübe. Schon als Kind sei sie oft auf der High Chaparral gewesen, als dies noch ein kleiner Vergnügungspark im Stil des Wilden Westens mit Salon und Ponyreiten war. Irgendwann beschloss sie als Kind: „Den kaufe ich mal!“ Vor rund 20 Jahren war es dann soweit. Anfangs hatte sie noch ein Lokal dabei, doch inzwischen sei es ein reiner Gnadenhof.
Eine Herz für Menschen und Tiere gleichermaßen
Es ist ihr ein großes Anliegen, Menschen und Tiere zusammenzubringen. Regelmäßig bekommt sie Besuch aus Seniorenheimen, Kindergärten oder Schulen. Fünfmal im Jahr organisiert sie Feste auf dem Gelände mit großem Publikumszuspruch.
Ich schaue eine strahlenden Carry Lerch an und bin beeindruckt, denn ich sehe eine glückliche Frau, die ihren Platz und ihre Aufgabe im Leben gefunden hat.
Einen ganz besonderen Dank richtete Carry Lerch zum Abschied an Jürgen Hartmann, einem treuen und verlässlichen Freund und Helfer, der immer da war, wenn sie jemand brauchte.