Klinikum Worms: Neue innovative Methode verspricht schnelle Sportfähigkeit mit stabilem Knie
Hilfe bei vorderem Kreuzbandriss
Dr. Philip Höhle, Oberarzt im Zentrum für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum Worms.
Am 13. Juli fiel in Rio de Janeiro der Startschuss zum großen Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft 2014. Gerade beim Fußball – aber auch bei anderen sportlichen Aktivitäten, wie etwa beim Skifahren – kommt es häufig zu Verdrehunfällen, bei denen das vordere Kreuzband reißt. Im Zentrum für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie des Klinikums Worms kommt seit kurzem eine neue, innovative Methode zur Behandlung derartiger Kreuzbandrisse zum Einsatz.
Reißt das vordere Kreuzband, geht dies meist mit einer subjektiv empfundenen und objektiv nachweisbaren Instabilität des Kniegelenkes einher. Denn die gelenkstabilisierende Funktion des Kreuzbandes kann von der kniegelenkumgebenden Muskulatur in der Regel nicht ausgeglichen werden. Hierdurch kommt es zu einem vorzeitigen Verschleiß der Menisken und des Knorpels, was in einer Arthrose münden kann. Da ein vorderes Kreuzband in der Regel nicht genäht werden kann, gibt es seit vielen Jahren Techniken zum Ersatz des Bandes durch Sehnen- oder Knochen-Sehnen-Gewebe, das aus der Nähe des Kniegelenkes entnommen wird.
Am Klinikum Worms findet nun eine neue, ausgefeilte und weniger invasive Technik Anwendung. Hierbei ist das Kreuzband-Ersatzverfahren endoskopisch mit kleinsten Schnitten am und um das betroffene Kniegelenk möglich. „Hierbei wird über einen vier Zentimeter großen Schnitt eine entbehrliche Sehne bzw. Sehnen aus der Kniekehle entnommen“, erklärt Dr. Philip Höhle, Oberarzt im Zentrum für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum Worms. „Das Transplantat wird dann mithilfe einer besonderen Technik in das Gelenk eingezogen. Hierbei kommt unter anderem eine ganz spezielle Schraube zum Einsatz, die sich innerhalb von Monaten selbst auflöst“, so Dr. Höhle weiter.
Der Vorteil dieser Versorgung ist eine in der Regel freie Nachbehandlung (ohne Gelenkschiene) und eine frühe Vollbelastbarkeit bei freier Bewegung. Ein innovatives physiotherapeutisches Nachbehandlungsschema, entwickelt nach neuen Studien, schließt sich an die Operation an und beginnt bereits in der Klinik, um dann nach Entlassung fortgesetzt zu werden. Auf diese Weise ist eine schnelle Sportfähigkeit mit stabilem Knie ermöglicht.