Mo., 29. Oktober 2018, 13:40 Uhr
Klärender Austausch: Arbeitskreis Innenstadt der SPD hatte zu „Katzenkonferenz“ auf den Gnadenhof eingeladen
Hilfe für Streunerkatzen
Seit dem 1. Januar gilt für acht ausgewiesene Schutzzonen in Worms die Katzenschutzverordnung. In einer solchen Zone müssen Hauskatzen, die freien Auslauf haben, gekennzeichnet, registriert, kastriert oder sterilisiert sein. Ziel ist die Eindämmung des Leids freilebender und herrenloser Katzen.
Der Arbeitskreis Innenstadt der SPD, unter der Leitung von Uwe Gros, lud Wormser Tierschutzvereine und engagierte Tierschützerinnen zur „Katzenkonferenz“ zum Thema „Hilfe für Streunerkatzen“ auf den Gnadenhof von Carry Lerch ein, um die Möglichkeit zu bieten, miteinander ins ins Gespräch zu kommen, Informationen auszutauschen, und mögliche Verbesserungen im Umgang mit Streunerkatzen zu erörtern.
Oberbürgermeister Michael Kissel erklärte den Anwesenden die Grundlagen der Katzenschutzverordnung und deren Komplexität. Hier treffen Tierrecht und Privatrecht aufeinander. Die Stadt als Ordnungsbehörde hatte an 17 Mess-Stellen über 4 Jahre die Zahl streunender Katzen ermittelt.
Nicht versorgte Tier sind großes Problem
Christiane Gumpert (1. Vorsitzende des Tierschutzvereins) ergänzte, dass das Aufkommen der Streunerkatzen an den Mess-Stellen nur die Zahl der versorgten Tiere ermitteln konnte, da es sich hier um Futterplätze handelt. Ein großes Problem stellt die Zahl der nicht versorgten und somit auch nicht kastrierten Tiere dar. Hierzu beschrieb sie die Situation auf dem ehemaligen Esbella-Gelände. Dort halten sich momentan ca. 20 unversorgte Tiere auf.
Insgesamt gehen die Tierschützer von 180 Streunerkatzen aus. Carry Lerch berichtete von ihrem privaten Einsatz, herrenlose und unversorgte Tiere zu füttern und zu versorgen. Dem schlossen sich Andrea und Peter Maas (Tierhilfe) sowie Waltraud Phul (1. Vorsitzende von „Menschen helfen Tieren“) an. Ein Gespräch mit Peter Klingler, Bereich 3, Sicherheit und Ordnung hatte in der Vergangenheit bereits stattgefunden. Die Stadt übernimmt jetzt schon die Kosten der Kastration herrenloser Tiere.
Kastration unverzichtbar
Die Tierschützer betonen die Notwendigkeit, scheue, streunende Katzen zu versorgen. Zur Vermeidung von Katzenelend sei die Kastration dieser Tiere unverzichtbar. Hier könnte die Tierrettung Rhein/Neckar helfen.
Oberbürgermeister Michael Kissel schlug einen runden Tisch aller Beteiligten vor. Die Tierschutzgruppen könnten unterstützend dafür sorgen, die Tierrettung zu verständigen, um die streunenden Katzen einzufangen. Die Stadt als Ordnungsbehörde, die Tierrettung Rhein/Neckar und die Tierschutzgruppen und Personen (u.a. Carry Lerch) sollen gemeinsam hierzu ein strukturiertes Verfahren ausarbeiten. Ein Termin soll vereinbart werden. Uwe Gros bedankte sich bei allen Beteiligten für den positiven und klärenden Austausch, insbesondere bei Carry Lerch für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.