ALBTRAUM STATT URLAUB UND HILFSPROJEKT: Coronavirus hält René Fritzsch und Flora Valmoria aus Worms auf den Philippinen gefangen / Verzweifeltes Warten auf Rückholung
Hilferuf aus Mindanao!
René Fritzsch und Flora Valmoria sind derzeit auf den Philippinen fest. Einen Rückholtermin nach Deutschland gibt es bislang nicht. Das Foto zeigt einen Teil der Schüler für die das Hilfsprojekt Minsalgan Elementary School auf Mindanao gestartet wurde. Jetzt brauchen die Wormser selbst Hilfe.
VON STEFFEN HEUMANN | „Die Lage verschlimmert sich von Tag zu Tag“, berichtet René Fritzsch. Zusammen mit seiner Ehefrau Flora Valmoria wollte der Wormser in der Heimat seiner Gattin Urlaub machen. Zuvor sollten die Spenden für das Hilfsprojekt Minsalgan Elementary School auf Mindanao für rund 220 Kinder, das die Eheleute ins Leben gerufen haben – der NK berichtete – übergeben werden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie entwickelt sich die Reise zum Albtraum, der noch kein Ende nehmen will.
Ab Freitag keine Flüge mehr
Bereits am zweiten Tag ihrer Ankunft wurden die Wormser „unter Quarantäne“ gestellt. Mehrmals wurde über das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft der Versuch einer Kontaktaufnahme unternommen, um eine Rückholung, wie von der Bundesregierung angekündigt, in die Wege zu leiten. Stattdessen tat sich nichts. „Was offiziell verlautbart wird, entspricht leider nicht der Wahrheit“, betont René Fritzsch. „Wir sollen uns an das Department of Tourism wenden“, lautete eine Empfehlung. Die zuständigen Mitarbeiter würden uns zu einem der Flughäfen, eventuell nach Davao, bringen. „Das haben wir längst gemacht, aber von dort geht kein einziger Flug mehr“, ist Fritzsch ratlos. Auch Freunde haben in den letzten Tagen versucht, dem Ehepaar zu helfen, aber auch die erhielten Antworten, die nicht der Realität vor Ort entsprechen würden.
Die Eheleute Fritzsch sind auf den Philippinen „gestrandet”.
Appell an die Öffentlichkeit
„Wir brauchen unbedingt Hilfe“, appellieren die beiden Wormser an die Öffentlichkeit. Die Lebensmittel und das Geld würden knapp, auch der Vorrat an benötigte Medikamenten geht zu Ende. Die Fluglinien Cebu Pacific sowie PAL hätten den Betrieb eingestellt. Im Fernsehen wurde am Donnerstag berichtet, dass ab Freitag keinerlei internationale Flüge mehr gestattet werden sollen. „Helfen Sie uns, wir wissen sonst nicht mehr weiter“, lautet der verzweifelte Ruf der Wormser Bürger aus Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen. Das Schicksal müssen die beiden Wormser übrigens mit vielen weiteren Deutschen vor Ort auf den Philippinen teilen. „Das sind noch ein paar Hundert“, schätzt René Fritzsch. Auch die wurden seiner Meinung nach vom Auswärtigen Amt und der Botschaft im Stich gelassen …