
Im Rahmen der „Woche der Kinderrechte“ im September 2014 wurden nun die „Himmelsleitern für Kinderechte“ in der Kaiserpassage präsentiert. Zu sehen sind diese jetzt noch bis kommenden Sonntag, dem 2. November.
Kindergarten- und Grundschulkinder wurden an das Thema Kinderrechte herangeführt und durften schließlich das Recht, das für sie persönlich am wichtigsten ist, auf einer Leitersprosse kreativ umsetzen. „Wir starteten zunächst ein Brainstorming mit den Kindern“, erklärt Gerold Hirschler, Leiter der Spiel- und Lerngruppe „Vorstadtkrokodile“ die Vorgehensweise. Unter der Frage „Was braucht ein Kind?“ überlegten die Kinder, welche Rechte Kinder überhaupt haben und schnell kam es zu angeregten Diskussionen.
Hoch im Kurs standen hier die kindlichen Grundbedürfnisse, wie zum Beispiel das Recht auf Kleidung und Nahrung und das Recht auf geregelte Familienverhältnisse oder auch das Recht auf Freizeit. Beim Betrachten der Himmelsleitern wird schnell deutlich, dass die dargestellten Kinderrechte dem Alltag, der Wahrnehmung und den Erfahrungen der Kinder entstammen: „Die Kinder stellen die Dinge dar, die sie von Zuhause nicht gewohnt sind“, erklärt Dagmar Schumacher, Mitarbeiterin der Städtischen Spiel- und Lernstube „Die Nordlichter“.
Wie können die Ideen umgesetzt werden?
Nachdem die Ideen der Kinder nun diskutiert und gesammelt waren, überlegten die kleinen Künstler, wie sie ihre Ideen am besten umsetzen können. „Es war den Kindern sehr wichtig, die Kinderrechte dreidimensional darzustellen, da dies zum besseren Verständnis beiträgt“, fügt Birgit Hadj-Chaib, Leiterin der Spiel- und Lernstube „Nordlichter“, hinzu. So wurden nun nach und nach die Holzsprossen zugesägt, mit buntem Papier oder Farbe verkleidet und mit allen erdenklichen Bastelutensilien dekoriert.
Sowohl Pappmachée, Watte oder Tonkarton als auch recyclebare Dinge wie leere Flaschen oder Dosen und sogar Blätter, Tannenzapfen und Gras aus dem Wald nutzten die Kinder, um mit sehr viel Kreativität und Engagement ihre Kinderrechte auf den Sprossen darzustellen. „Bei der Arbeit wurde zum einen sehr viel gelacht und die Kinder hatten große Freude, zum anderen bot die Bastelaktion den Kindern eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem Thema“, berichtet ein weiterer Mitarbeiter der städtischen Spiel- und Lernstube „Die Nordlichter“, Thorsten Ostmann. Die Sprossen wurden zum Teil in Einzelarbeit, zum Teil aber auch in Gemeinschaftsarbeit gefertigt.
Sprossen mit Zetteln
Am Ende entstanden viele aufwendig und spannend dekorierte Sprossen, die mittels Kordeln zu einer Leiter zusammengefügt wurden. An den meisten Sprossen ist zudem ein Zettel befestigt, auf dem die Kinder die Wahl dieses Kinderrechts begründen. Die Leitern sind nun in der Kaiserpassage zu bestaunen, wo sie auf großes Interesse der Kundschaft stoßen, weshalb die Ausstellung nun auch verlängert wurde. Dezernent Waldemar Herder zeigte sich bei der Präsentation ebenfalls sehr interessiert: „Da habt ihr ja wirklich etwas ganz tolles gemacht!“, lobte er die stolzen Kinder. Außerdem plant Herder, einige Leitern im Rathaus auszustellen, denn die Kunstwerke seien es würdig und würden so auch die Politiker bei der Arbeit an die wichtigen Rechte der Kinder erinnern, so Herder. Ebenso soll ein zweiter Ausstellungsort gefunden werden, damit auch die Schulkinder, die bei der Aktion beteiligt waren, aber zurzeit in den Ferien sind, miteinbezogen werden können und noch viele weitere Menschen auf die Wichtigkeit der Kinderrechte aufmerksam gemacht werden können.
Neben dieser Bastelaktion „Himmelsleitern für Kinderrechte“ fand im Zuge der „Woche der Kinderrechte“, die unter dem Motto „Kinderrechte kennen können“ stand, der Weltkindertag statt und das Kindertheater „Kommst Du mit nach Durian“ und das Filmprojekt „Auf dem Weg zur Schule“ kamen zur Aufführung.
Verantwortlich für die Aktion zeichnen die Stadtverwaltung Worms, das Netzwerk Kinderschutz Worms und das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend, Frauen RLP. „Ziel dieser Aktion ist es, Eltern und Kinder an das Thema Kinderrechte heranzuführen“, betonte Ulrike Grob-Weidlich von der Abteilung Jugendhilfen und soziale Dienste der Stadtverwaltung.