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  • Fr., 01. Juni 2018, 10:57 Uhr
    Haupt- und Finanzausschuss II: Pläne für Schloss Herrnsheim und Schlosspark vorangetrieben / Bahnübergang Georg-Löwel-Straße kurz gestreift

    „Hinauf, hinauf aufs Schloss“

    Touristen bei einer Führung in der Bibliothek des Schloss Herrnsheim. Foto: Bernward Bertram/TouristInfo


    Beseelt von Ideen der Aufklärung zogen tausende demokratisch gesinnte Bürgerinnen und Bürger unter der Parole „Hinauf, hinauf aufs Schloss“ 1832 gegen die Obrigkeit zum Hambacher Schloss. Auch in Worms soll es nun hinauf aufs Schloss Herrnsheim gehen, dessen Herren von Dalberg sich ebenfalls den Ideen der Aufklärung gewidmet hatten.

    Hinauf aufs Schloss heißt im Falle des sanierungsbedürftigen Herrnsheimer Schlosses beispielsweise, dass der Brandschutz modernisiert werden muss, um wieder mehr wie 20 Personen gleichzeitig den Zutritt ins Obergeschoss zu ermöglichen. Zudem soll nach dem Willen dem Willen der Stadt Worms das Mezzanin als Dalberg-Akademie künftig öffentlich zugänglich werden. Obendrein ist das bislang nur zu einem Drittel sanierte Dach in den kommenden Jahren weiterhin zu ertüchtigen.

    In der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanz- sowie des Kulturausschusses erörterten am Mittwoch die Ausschussmitglieder im Beisein der beiden Architekten Jürgen Hamm und Karsten Bohmann den laut Bohmann „ersten groben Vorentwurf“, um das als „national wertvoll“ klassifizierte Gesamtensemble des Schlosses sowie des Landschaftsparkes zu restaurieren.

    In der aufbrandenden Diskussion um die ersten Maßnahmen des insgesamt auf 15 bis 17 Millionen Euro — ohne jährliche Baupreissteigerungen — geschätzten Gesamtprojektes stand das in den 60er Jahren abgerissene Badehaus: „Wir errichten ein Badehaus, nur für welche Nutzung“, fragte Christdemokrat Hans-Peter Weiler. Mathias Englert, Fraktionsvorsitzender von FWG-Bürgerforum, schloss sich der Kritik an.

    Auf den Einwand hin bezeichnete Jürgen Hamm das Badehaus als zusätzliche Ausstellungsfläche. „Wir bekommen Landes- und Bundesfördermittel, um Schloss und Parkanlage zu restaurieren“, rief Baudezernent Uwe Franz ins Gedächtnis. Ein erkennbarer Anteil der Zuschüsse müsse also auch in den Park investiert werden.

    „Das Badehaus, das in einer wichtigen Blickachse lag und sich im Weiher widerspiegelte, fasziniert die Denkmalpfleger“, sprach Oberbürgermeister Michael Kissel stellvertretend für den Denkmalschutz ein Machtwort: „Wir planen und entscheiden nicht alleine“, setzte das Stadtoberhaupt einen Schlusspunkt unter die Diskussion. Wie auch in den weiteren Tagesordnungspunkten im öffentlichen Teil der Sitzung stimmten die Ausschussmitglieder der Beschlussvorlage anschließend einstimmig zu.

    Integrierte Gesamtschule wird teurer

    In einem weiteren nennenswerten Beschlussantrag nickte die gemeinsame Sitzung der beiden Ausschüsse dem Stadtrat, die „überplanmäßige Verpflichtungserklärung in Höhe von 1,56 Millionen Euro für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule an der Kerschensteiner Schule“ zügig ab.

    Neues zum Bahnübergang Georg-Löwel-Straße

    Am Rande des Ausschusses unterrichtete Oberbürgermeister Michael Kissel darüber hinaus kurz über den aktuellen Sachstand zur Frage des Bahnübergangs an Georg-Löwel-Straße in Pfiffligheim. „Nachdem wir vorhandene Gerichtsurteile geprüft haben, vertreten wir die Auffassung, dass die Deutsche Bahn den Übergang auf eigene Kosten erhalten muss“. Die Deutsche Bahn sei hierauf ebenso „freundlich wie verbindlich im Tonfall“ informiert worden. Der weitere Fortgang bleibe abzuwarten.

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