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13.51 Uhr | 20. Januar 2020
HANDBALL OBERLIGA FRAUEN: TG Osthofen verliert das Abstiegsduell bei TG Waldsee 20:24 und dazu Mona Schmitt mit schwerer Handverletzung

Hiobsbotschaft über Hiobsbotschaft

Da half auch der enorme Wille und Kampfgeist nichts: Kristina Graf erzielte im Oberliga-Abstiegsduell bei der TG Waldsee zwar sechs Treffer, die bittere 20:24-Niederlage konnte die Abwehrchefin und Kreisläuferin der TG Osthofen aber nicht verhindern. Foto: Felix Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Man muss es im Handball-Lager der Frauen der TG Osthofen heuer fast schon mit einer Portion Galgenhumor nehmen, um die Woche für Woche niederschmetternden sportlichen Nachrichten einigermaßen zu verdauen. „Unser Lazarett ist nun randvoll, da passt nichts mehr rein“, sagt Marcus Otterstätter – und schiebt einen langen Seufzer hinterher. Der Trainer der TGO-Frauen ist in der Saison 2019/2020 der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nicht wirklich zu beneiden. Nicht nur, dass die personell ohnehin schon auf der letzten Rille sich durch die Spielzeit lavierenden Wonnegauerinnen im Abstiegsduell bei der TG Waldsee in der Pfalz mit 20:24 (8:10) das Nachsehen hatten. Die Hiobsbotschaften, was Verletzungen anbetrifft, reißen nicht ab. Nach Christina Fahrnbach (Knie) und jüngst Jasmin Luckas (Schulter) erlitt TGO-Frontfrau und Haupttorschützin Mona Schmitt im ersten Match nach einer Zwei-Spiele-Sperre bei der TG Waldsee eine Mittelhand-Fraktur. Der nächste dauerhafte Ausfall beim Tabellenzehnten mit derzeit 9:21 Punkten.

Kämpferische Einstellung stimmt

„Ich habe so eine Pechsträhne in 15 Jahren Trainer-Tätigkeit noch nie erlebt“, japst Marcus Otterstätter. Sieben Stammspielerinnen fehlen nun langfristig. Fünf Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen sind aktuell unverletzt. „Angesichts dieser Personalsituation gehen mir so langsam die Ideen aus“, räumt der erfahrene Coach ein. Im wichtigen Spiel beim Drittletzten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar musste Mona Schmitt zunächst auf der für sie ungewohnten Linksaußen-Position für Jasmin Luckas in die Bresche springen. „Es hat etwas gedauert, bis diese Maßnahme fruchtete“, sah Marcus Otterstätter seine Truppe schnell 2:7 (16.) in Rückstand geraten. Doch Osthofens Rumpfteam kämpfte sich mit großer Einsatzbereitschaft zurück. Mitte der zweiten Hälfte gelang nach einem 8:10-Rückstand zur Pause erst Mona Schmitt der 16:17-Anschluss, ehe Constanze Schnaubelt gar der Ausgleich zum 17:17 glückte (47.).

Luft und zwei Punkte gehen in Schlussphase flöten

Doch gerade, als die Gäste drauf und dran waren, die Regie in der Partie zu übernehmen, setzte es den nächsten Nackenschlag. Bei einer unglücklichen Aktion aus dem Spiel heraus brach sich Mona Schmitt die linke Hand. Neben ihrer besten Angreiferin schwand nun auch die Kraft beim verbliebenen TGO-Häuflein, sodass die Pfälzerinnen den knappen 21:20-Vorsprung (55.) in den letzten Minuten in einen 24:20-Heimsieg ummünzten. Positiv für Marcus Otterstätter: „Wir haben uns durchaus Chancen herausgespielt.“ Allein vier davon vergab Osthofen allerdings auch etwas leichtfertig vom Siebenmeterpunkt. Zu viele Patzer, um im engen Abstiegsduell die Oberhand zu behalten. Als kleine „Aufbauhilfe“ bleibt aber für Marcus Otterstätter und sein angeschlagenes Team am besten wohl die Erkenntnis des deutschen Gelehrten und Schriftstellers Wilhelm von Humboldt: „Gewiss ist es fast noch wichtiger, wie der Mensch das Schicksal nimmt, als wie es ist.“

Handball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar Frauen:
TG Waldsee – TG Osthofen 24:20 (10:8)
TG Osthofen: Haag, Kleinewächter; Schmitt (5), Schnaubelt (2), Knierim (1), Luckas, Reimann, Nolda (1), Blanz (2), Kristina Graf (6/3), Hauck (3), Fahrnbach, Thurow.
Zuschauer: 80.

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Geschrieben in Handball, Sport

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