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  • Do., 27. Oktober 2016, 13:09 Uhr
    Kulturinitiative Pfeddersheim e.V. besucht Ingelheim

    Historie Ingelheims erkundet

    Dr. Joachim Gerhard (4. v.l.) berichtete auch vor dem Museum der Kaiserpfalz von der reichen Geschichte Ingelheims.


    Die diesjährige Exkursion der Kulturinitiative Pfeddersheim hatte Ingelheim als Ziel. Geführt vom ehemaligen Oberbürgermeister und Vorsitzender des Historischen Vereins, Dr. Joachim Gerhard, ging es in Niederingelheim um Karl den Großen und die sehr anschaulich und gut restaurierten Reste der Pfalzbauten in ihren gigantischen Ausmaßen. Das zugehörige Museum zeigt als wertvollstes Ausstellungsstück eine einzigartige Goldmünze mit dem Konterfei des Kaisers. Ein Modell der Pfalz und eine virtuelle Darstellung geben eine Vorstellung der reich ausgestatteten ehemaligen Räume. Obwohl Karl nur selten mit seinem großen Gefolge dort Hof gehalten hat, wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Er liebte diese Pfalz und – wie Dr. Gerhard schmunzelnd erwähnte – war ihm wohl wichtig, zwar in der Nähe des Mainzer Bischofs aber nicht in Mainz zu wohnen. Viel öfter war er zwar in Worms, dort jedoch wurden infolge von Kriegszerstörungen keine Reste einer möglichen Kaiserpfalz gefunden. Übrigens profitiert Ingelheim noch heute davon, dass es in den Kriegen keine Zerstörungen erlitt.

    Zurzeit von Karl dem Großen regierten die Machthaber ihr riesiges Reich aus dem Sattel; sie waren fast ständig unterwegs zwischen Sachsen im Norden, der Bretagne im Westen, dem Kirchenstaat im Süden und Böhmen im Osten. Die Reste des weströmischen Reiches waren damals dünn bevölkert, voller Ruinen und die Stämme in ständigem Streit. Das Verdienst von Karl dem Karolinger lag darin, in vielen Heerzügen dieses Riesenreich zu befrieden und unter der Oberhoheit der Franken zu einigen. Dabei hat er nicht nur gekämpft sondern auch mit Unterstützung vieler neu gegründeter Klöster Recht geschaffen, durch Reformen der Landwirtschaft die Ernährung der Bewohner sichergestellt und durch Frieden unter den Völkern seinen Ruhm gemehrt. Damit wurde er zu „Karl dem Großen“.
 Dr. Gerhard wusste viel und sehr anschaulich darüber zu erzählen.

    Fortgesetzter Rundgang in Oberingelheim

    Nach dem gemeinsamen Mittagessen stetzte die Kulturinitiative den Rundgang unter Führung von  Hartmut Geißler in Oberingelheim fort. Dieser fast noch ganz von der ehemaligen Stadtmauer umgebene Ortsteil wird dominiert von der eindrucksvollen Burgkirche im Areal der ehemaligen Burg der Ingelheimer Grafen. Sie hat eine bewegte Geschichte mit wechselnden Glaubensgemeinschaften. Vom begehbaren Wehrgang konnte die Anlage überblickt werden.

    Sehr interessant waren die Ausführungen von Dr. Joachim Gerhard über das Programm der Stadt zur Restaurierung des Stadtteils Oberingelheim durch einen sorgfältig geplanten Bebauungsplan und moderaten Gestaltungsvorschriften während seiner Zeit als Oberbürgermeister. Dabei überzeugte seine kommunikative Vorgehensweise mit einem Beraterkreis aus Bauamt, Architekt, Denkmalschutz und Einwohnern, dem es gelang, ohne Streit und Gerichtsprozesse den Stadtteil unter Einhaltung des historischen Charakters vorbildlich in die Moderne zu überführen. Eine solche Vorgehensweise wäre auch für Pfeddersheim sehr wünschenswert

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