Klinikum konzentriert sich auf Standort Herrnsheimer Höhe / Nach Mutter-Kind-Zentrum weiterer Anbau mit 30 Betten geplant
Hochstift schließt bis 2018
Das Wormser Hochstift wird voraussichtlich bis 2018 sein Pforten als Krankenhaus endgültig schließen. Archivfoto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Verantwortlichen des Wormser Klinikums hatten die Vertreter der Medien am Montag zu einem Pressegespräch eingeladen, um eine Bilanz des abgelaufene Jahres zu ziehen und aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen. Die Fusion mit dem Wormser Hochstift habe das Jahr 2015 dominiert, so der Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer, Bernhard Büttner. Erfreulich für die Beschäftigten war, dass nahezu alle Mitarbeiter des Hochstiftes erfolgreich in das Klinikum übernommen wurden.
Zurzeit beschäftigt das Klinikum 1.800 Mitarbeiter, davon stammen rund 350 vom ursprünglichen Hochstift. Im Jahr 2016 möchte das Klinikum zudem 40 weitere Stellen schaffen. Hier ergänzte der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Thomas Hitschold, dass man keine Problem habe, Mediziner an das Klinikum zu holen. Inzwischen gebe es mehr Bewerbungen als offene Stellen, was den positiven Aspekt habe, dass keine Honorarkräfte mehr benötigt werden. Ein Grund für diese Entwicklung sei die enge Kooperation mit der Mainzer Universitätsklinik. So hat das Wormser Klinikum den Status eins akademischen Lehrkrankenhauses der Mainzer Universität, was bedeutet, viele Medizinstudenten leisten ihr praktisches Jahr, welches sich an die theoretische Ausbildung anschließt, in der Nibelungenstadt ab.
2018 ist Schluss im Hochstift
Die traurige Nachricht des Abends war, dass im Hochstift alle medizinischen Aktivitäten bis spätestens 2018 eingestellt werden. Die gesamten Kapazitäten werden auf der Herrnsheimer Höhe gebündelt. Was aus dem Gebäude am Willy-Brandt-Ring wird, ist noch offen. Denkbar ist eine andere Nutzung, etwa für die Palliativversorgung, aber auch der Abriss ist möglich. Es gibt schon Gedankenspiele, um eine Wohnbebauung oder ein Hotel. Die Lage im herzen der Stadt ist attraktiv. Der Hauptgrund für die Aufgabe ist, dass einerseits Doppelstrukturen, also auf der Herrnsheimer Höhe und im Willy-Brandt-Ring, teurer sind wie alles an einem Standort zu bündeln. Zudem ist die Bausubstanz des Hochstiftes sehr schlecht und es wären sehr hohe Sanierungs- und Investitionskosten notwendig.
Herrnsheimer Höhe wächst
Der Standort Herrnsheimer Höhe wächst dafür weiter an. Zunächst genießt die Fertigstellung des Mutter-Kind-Zentrums Priorität. Bereits im Sommer diesen Jahres soll die Kinderklinik in den Neubau einziehen. Der Abschluss aller Maßnahmen und die vollständige Arbeitsfähigkeit wird bis 2018 hergestellt sein. Insgesamt wird das Mutter-Kind-Zentrum dann rund 30 Millionen Euro gekostet haben. Wobei Mutter-Kind-Zentrum nicht ganz stimme, erklärte Bernhard Büttner, sondern Mehr-Generationen-Haus treffe es exakter, denn in dem neuen Gebäudetrakt wird auch eine Geriatrie-Abteilung einziehen.
Ein weiterer Anbau mit 25 bis 30 Betten, der an das Hauptgebäude andocken soll, ist bereits in der Planung und wird in den nächsten Jahren realisiert. Dieser Trakt wird rund sieben Millionen Euro kosten.
32.000 stationäre Patienten
Zum Abschluss nannte Bernhard Büttner noch einige Zahlen und Fakten zum Klinikum. So wurden im Jahr 2015 insgesamt 32.000 Patienten stationär aufgenommen und rund 45.000 ambulant behandelt. Tendenz steigend. Ein Problem sei allerdings, dass immer mehr Patienten in die Notaufnahme kommen, die eigentlich zu einem Hausarzt gehen müssten. Um das Aufkommen bewältigen zu können, werde man weitere Behandlungsräume einrichten.
Das Budget des Klinikums betrug im Jahr 2015 rund 115 Millionen Euro. Die Bettenkapazität ist auf 696 angewachsen.