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  • Do., 21. Februar 2019, 10:43 Uhr
    Rückblick und Ausblick: Klinikum Worms informiert über anstehende Projekte und Änderungen

    Hochstift soll stationäres Hospiz werden

    Wegen der Schaffung eines stationären Hospizes im ehemaligen Hochstift wird die Leitung des Klinikums Worms jetzt Gespräche mit der Ökumenischen Hospizhilfe Worms aufnehmen. Archivfoto: Gernot Kirch


    Von Leonie Ahlert | „Das Hochstift konnte aus wirtschaftlichen Gründen schlichtweg nicht mehr betrieben werden“, läutet Bernhard Büttner, Geschäftsführer des Klinikums, das Pressegespräch am Montagabend ein. Wesentlich und prägend im vergangenen Jahr sei vor allem der Umzug des Hochstifts ins Klinikum selbst gewesen.

    Die Integration der Mitarbeiter, ein insgesamt sehr langwieriger Prozess, sei zwar noch nicht abgeschlossen, aber bisher insgesamt sehr gut gelungen. Oberbürgermeister Michael Kissel sprach dem Team ein großes Kompliment bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe aus, da zur gleichen Zeit auch die Fertigstellung des Mutter-Kind-Zentrums (MKZ) realisiert werden musste, was mit vielen, auch strittigen Verhandlungen verbunden war.

    Für den nun leerstehenden Bau des Hochstifts sind bereits neue Verwendungsmöglichkeiten geplant. So werden nach einstimmigem Beschluss im Aufsichtsrat nun konkrete Verhandlungen mit der Ökumenischen Hospizhilfe, die in Worms vor allem von Caritasverband und Diakonie getragen wird, für den Verkauf des Hauses A beginnen.

    Dieses soll in ein stationäres Hospiz umgewandelt werden, was im gesamtstädtischen Interesse eine wichtige Entwicklung darstellt. Bei einer Stadt wie Worms mit über 88.000 Einwohnen wäre dies eine bedeutende Einrichtung der Daseinsvorsorge, so Oberbürgermeister Kissel.

    Ein großer Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Klinikums soll 2019 im Bereich der Onkologie liegen. Die Palliativmedizin konnte mit sechs Betten erhalten werden, die Kapazität soll allerdings steigen, damit die nun alternden Patienten aus den geburtenstarken Jahrgängen richtig versorgt werden. Sterbenskranke Patienten sollen auf die Palliativstation verlegt werden, solange sie noch medizinische Schnellversorgung benötigen. Austherapierte bekämen danach die Möglichkeit, ins Hospiz gebracht zu werden. Für Haus B und C seien bisher noch keine neuen Verwendungen im Gespräch.

    Am Ende harter Arbeit sind die Verhandlungen um das MKZ nun auch nach außergerichtlicher Einigung mit den Versicherungen abgeschlossen. Durch einen kapitalen Wasserschaden 2016 mussten das Gebäude geräumt und die Stationen verlegt werden. Die Baumaßnahmen seien nun in vollem Gange. Der Neubau kostet knapp 35 Millionen Euro und wird voraussichtlich im Herbst 2019 fertiggestellt.

    Zahlreiche Umzüge
    Das Jahr 2019 steht außerdem im Zeichen vieler Umzüge: extern wie zum Beispiel der Umzug der Frauenklinik ins neue MKZ, aber auch viele interne Stationenumzüge. Für die dann leerstehenden Räume und Stationen werden neue Ziele mit dem Architekturbüro besprochen. Auch stehen die Erweiterungen der Intensivabteilung und Notaufnahme an.
    „Rückläufige Erlöse bei gleichbleibendem Aufwand bedeutet, dass man weiter kämpfen muss“, erklärt Prof. Dr. Heino Skopnik, Chefarzt der Kinderklinik. Dies könne nur durch Qualität kompensiert werden. Um diese Qualität zu bewahren und auszuzeichnen, sind neue Zertifizierungen vonnöten. 2018 wurden alle Rezertifizierungen erfolgreich erhalten.

    Adipositas-Chirurgie geplant
    Neu sind außerdem die Pläne für die Kinderklinik, die nun zusätzlich eine Kinderschutzstelle werden soll, sowie eine Adipositas-Chirurgie. Hier soll nicht nur eine Behandlung für Menschen, die aus eigener Kraft nicht abnehmen können und sich dadurch gesundheitlich auch sekundär in Gefahr wägen, ermöglicht werden, sondern auch ein umfassender Begleitprozess: psychologisch, sportlich und auch ernährungsspezifisch.

    Für 2019 wurden 40 neue Stellen geschaffen, doch die Personalgewinnung in Medizin und Pflege ist mit dem derzeit herrschenden Fachkräftemangel sehr schwierig. Bei zu vielen Patienten pro Pflegekraft sind auch die Anforderungen auf eine tadellose Umsorgung der Kranken schwer zu stemmen.

    Personalgewinnung wichtig
    „Patientenzahlen wechseln täglich. Bei besonderem Andrang arbeiten wir mit Zeitarbeitsfirmen zusammen und verfügen auch über einen großen Springerpool“, erklärt die stellvertretende Pflegedirektorin Hiltrud Tillmann. „Die Personalgewinnung ist wichtig und nur Stellenausschreibungen reichen nicht mehr aus.“ Das Kräftewerben im Ausland war bisher erfolgreich.

    Das aktuelle Großprojekt der Rettungspuppe Paul ist nun fast beendet. „Paul ist geboren“, so Skopnik, „die 60.00 Euro für dieses Großprojekt konnten in der kurzen Zeit von Oktober 2018 bis Februar 2019 erreicht werden. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der Bürger bei diesem Projekt!“

    Abschließend erwähnte Hiltrud Tillmann noch die Fertigstellung des Entlass-Cafés. Dieses ist täglich von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet und bietet Patienten, die noch auf einen Arztbrief oder Angehörige warten müssen, eine Verweilstelle.

    „Es geht um Qualitätsmanagement. Worms ist ein eigenständiger Versorgungsbereich, der durch die Reputation des Klinikums nachhaltig gestärkt wird“, schließt Oberbürgermeister Kissel das Gespräch.

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