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  • Mi., 06. April 2016, 15:39 Uhr
    Die Kriminalstatistik 2015 der Polizeidirektion Worms zeigt vor allem eine steile Zunahme der Wohnungseinbrüche

    Gestiegene Fallzahlen – mehr Aufklärung!

     

    Werner Schamberger, Gerald Gouasé und Dietmar Haller (von links). Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR „Absolut unerträglich!“ – Man merkte Kriminaldirektor Gerald Gouasé seine Verärgerung über eine bestimmte Entwicklung an, die gerade Thema eines Bundeskongresses ist. Was ihn und seine Kollegen bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2015 der Polizeidirektion Worms am Mittwochmorgen so echauffierte, ist die eklatante Zunahme der Gewalt gegen Polizeibeamte, physisch wie psychisch.

    Daneben war es vor allem die Zunahme an Wohnungseinbrüchen sowie die allseits thematisierte Frage, ob es eine signifikante Steigerung der Kriminalistik im Zuge der Aufnahme von Flüchtlingen gibt.

    Gouasé, der der Polizeidirektion Worms vorsteht, Werner Schamberger, als Leiter der Kriminalinspektion Worms und Dietmar Haller, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Worms, präsentierten ein Zahlenwerk, wie es im Großen und Ganzen auch der Statistik des Landes entspricht, wie sie der Rheinland-Pfälzische Innenminister Roger Lewentz erst vor wenigen Tagen vorgestellt hat. Im Mittelpunkt der Vorstellung sollten jetzt die Zahlen aus Worms, Osthofen, den VGs Wonnegau (ohne Osthofen), Monsheim und Eich stehen.

    Signifikant sei dabei in allererster Linie die starke Zunahme der Fallzahlen insgesamt (PD Worms: 16.779 = +10,2 Prozent), wobei auch die Aufklärungsquote (PD Worms: + 3,7 Prozent) gestiegen sei, relativierte Gouasé. Dies stelle eine Veränderung zu früher dar, wo bei steigenden Fallzahlen die Aufklärung gesunken sei.

    Sexuelle Straftaten auch mittels sozialer Medien
    Eine leicht steigende Tendenz stellt man bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (PD Worms: 151 = 6,6 Prozent) fest, so Werner Schamberger. Dabei gelte das Weiterleiten von pornographischen Inhalten an unter 14-Jährige mittels sozialer Medien wie facebook als sexueller Missbrauch an Kindern. Hier seien aber die Täter relativ leicht zu ermitteln, ergänzte Gerald Gouasé.

    Bei Rohheitsdelikten (PD Worms; 2.381 = +10 Prozent) wie Körperverletzung oder Raub könne man eine deutliche Steigerung im Bereich der gesamten Polizeidirektion feststellen, der allerdings die Ermittlung einer Tätergruppe der Einzeltäters gegenüberstehe. Was die Aufklärung hier angehe, könne am von einem echten „Erfolgsjahr“ sprechen, gab Dietmar Haller zu.

    Gewalt gegenüber Polizeibeamten nimmt zu
    Ein größer werdender Teil der Körperverletzungen resultiere auch aus dem eingangs erwähnten Verhalten gegenüber Polizeibeamten, unterstrich Werner Gouasé. Dabei reichten die Attacken von anrempeln, über bespucken bis hin zu roher Gewalt, die sogar zur Dienstunfähigkeit führen könne (PD Worms: Verdoppelung der Körperverletzungen auf 87 Fälle). So etwas habe es früher nicht gegeben, erinnerte er – und man habe momentan kein Rezept dagegen. Zwar werde die Ausbildung vor allem in Hinsicht auf Deeskalationsstrategien intensiviert und Bodycams verbesserten die Rechtssicherheit, doch eine Lösung sei hier noch nicht in Sicht.

    Dabei kämen der Widerstand und die Aggression in erster Linie im Alltagsdienst vor und weniger bei Fußballspielen oder anderen Großereignissen, ergänzte Dietmar Haller. Beleidigungen träten quer durch alle Schichten auf, Körperverletzungen aber vor allem im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, Alkohol oder Drogen ins Spiel.

    Bei Drogenstraftaten 94,3 Prozent Aufklärungsquote
    „Die Drogenproblematik bleibt uns erhalten“, konstatierte Werner Gouasé. Zwar hätten in der PD Worms  die Rauschgiftdelikte mit einer Steigerung von 777 auf 988 Fällen zugenommen, die Aufklärungsquote aber auch (PD Worms: 94,3 Prozent).

    Wohnungseinbrüche nehmen stark zu
    Größtes Problem aber sei derzeit die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle (PD Worms: 470 = + 54,1 Prozent), so Werner Schamberger und – dass sie vermehrt auch im Sommer stattfänden. Allerdings könnten mehr Täter ermittelt werden und ein größer werdender Teil der Fälle (32 Prozent) bleibe „im Versuchsstadium“ stecken. Dies führte er auf die verbesserte Aufklärungsarbeit der Polizei zurück und den zusätzlichen Schutz durch entsprechende Technik, wie abschließbare Fenstergriffe. Oft helfe schon das Herunterlassen des Rollos, ergänzte Werner Gouasé.

    Die Täter seien oft bandenmäßig organisiert. Sie zögen ständig weiter, weswegen es sowohl zu zeitbedingt hohen Fallzahlen, aber auch zu einer hohen Aufklärungsquote komme, wenn ein Serieneinbrecher gefasst würde, erläuterte Schamberger (KI Worms: 14,8 Prozent).

    Keine belastbaren Zahlen
    „Wir wollen vernünftig mit der Zahl umgehen“, versprach Werner Gouasé, und meinte damit die Tatverdächtigkeit von Zuwanderern. Dazu zählten für die Polizei Asylbewerber, Geduldete, Kontingent- oder Bürgerkriegsflüchtlinge und solche Personen mit unerlaubtem Aufenthalt.

    Insgesamt liege der prozentuale Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer bei 3,7 Prozent im Bereich der Polizeidirektion Worms. Dabei sei es vor allem der Ladendiebstahl, durch den sie auffielen. Aber im Gegensatz zu dem gewerbsmäßig durchgeführten Diebstahl zum Zwecke der Hehlerei, könne bei diesen Tätern davon ausgegangen werden, dass es sich in erster Linie um kleinere Diebstähle zur eigenen Nutzung handele, fasste Gouasé zusammen.

    Bei vorgekommenen Körperverletzungen handele es sich zudem um Streitigkeiten untereinander in den verschiedenen Einrichtungen, in denen sie oft zusammengepfercht würden. Sexualdelikte im Bereich der Wormser PI habe es überhaupt keine gegeben. Anderslautende Meldungen z.B. aus facebook solle man nicht ernst nehmen. Die Erfahrung zeige, dass da „nichts dahintersteckt“.

    Er schloss mit der Feststellung, dass es einfach keine verlässliche Datenbasis gebe. Da die Flüchtlinge schubweise kämen und es keine verfügbaren Zahlen, könne man keine seriöse Aussage dazu machen. Er zitierte sinngemäß seinen Dienstherren Lewentz, der daran erinnerte dass ein Deutscher oder ein Deutscher mit Migrationshintergrund bestimmte Straftaten garnicht begehen könne, die jedoch als solche aber in Straftatstatistiken mit einflössen: Illegale Einreise in die Heimat.

    Der Bereich der Polizeidirektion Worms (PD Worms) umfasst
    – die Polizeiinspektion Worms (PI Worms): Stadt Worms, Stadt Osthofen, Verbandsgemeinde VG Eich, VG Monsheim
    – die Polizeiinspektion Alzey  (PI Alzey): Stadt Alzey, VG Alzey-Land, VG Wonnegau ohne Osthofen, VG Wörrstadt, VG Wöllstein
    – die Polizeiinspektion Kirchheimbolanden (PI Kibo) Stadt Kirchheimbolanden, VG Kirchheimbolanden, Stadt Eisenberg, VG Eisenberg, VG Göllleimdie 

    Die Kriminalinspektion Worms (KI Worms) ist im gesamten Direktionsgebiet für die Bearbeitung schwerer Straftaten zuständig.

     

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