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  • Sa., 12. April 2014, 10:10 Uhr
    Am Samstag dem 12. April findet um 11 Uhr in Worms die Kundgebung der NPD statt und zeitgleich gibt es Gegen-Veranstaltungen

    Hoffentlich bleibt es heute friedlich

    Bereits 2012 war bei einer NPD-Veranstaltung in Worms ein großes Polizeiaufgebot präsent. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Partei „Die Rechte“ wollte am heutigen Samstag in Worms eine Kundgebung abhalten. Diese sagte sie jedoch kurzfristig am Dienstag ab. Doch dauerte die Freude darüber bei den Verantwortlichen von Stadt und Polizei nur kurz, denn noch am gleichen Tag meldete die NPD eine Demonstration für das gleiche Datum – Samstag, dem 12. April – an. Die Kundgebung der NPD ist von 11 bis 14 Uhr im Bereich des „Römischen Kaisers“ genehmigt. Somit bleibt eigentlich alles beim Alten. Auch die Gegen-Veranstaltungen werden durchgeführt. Der große Wunsch vieler Bürger ist dabei, dass alles möglichst schnell vorüber ist und es zu keiner Gewalt kommt.

    Niemand möchte Ereignisse wie am 1. Mai 2005. Damals reisten Rechte zu einer Demonstration aus Frankenthal mit der Bahn nach Worms. Von der Kriemhildenbrücke aus wurde der Zug, in dem die Neonazis saßen,  dann von antifaschistischen Gegendemonstranten mit Steinen beworfen. Kaum stoppte der Zug im Wormser Hauptbahnhof, stürmten die Rechten aus den Waggons, bewaffneten sich ihrerseits mit Steinen aus dem Gleisbett und das Chaos war perfekt. Es kam zu schlimmen und gewaltsame Ausschreitungen.

    Friedliche Gegendemonstration

    Damit es möglichst zu keinem direkten Aufeinandertreffen zwischen NPD und Gegendemonstranten kommt, veranstalten die Stadt Worms sowie zahlreiche Organisationen am Samstag von 11 bis 17.30 Uhr auf dem Platz vor dem Dom eine ganztägige Protest-Veranstaltung. Diese steht unter dem Motto: „Worms ist bunt!“ Bewusst möchte sich Worms dabei als demokratische, tolerante und weltoffene Stadt präsentieren, die seit über 1.000 Jahren eine Stadt ist, die von Zuwanderung profitiert.

    OB Kissel wünschte sich, dass es ein fröhliches Fest wird, zu dem viele Familien mit Kindern kommen. Auch würden eigene Security-Kräfte und Polizei für ein sicheres Fest sorgen. Heiner Boegler vom „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ erläuterte, dass viele Wormser Bürger zu dem Fest kommen sollen, um ihre demokratischen, antifaschistische Gesinnung zu zeigen.

    Direkte Konfrontation

    Allerdings haben einige antifaschistische Gruppen, teilweise von außerhalb, bereits angekündigt, dass sie direkt in der Innenstadt gegen die Kundgebung der NPD demonstrieren wollen. Ein Sprecher des  Kritischen Kollektivs sagte zu den geplanten direkten Protesten:  „Unsere Aktionsform am 12. April bleibt selbstverständlich das Blockieren, eine überaus konstruktive Form des zivilen Ungehorsams, die seit Jahren sehr erfolgreich ist. Wir werden versuchen, uns auch der NPD am ‚Römischen Kaiser‘ in den Weg zu setzen. Und sollte dies nicht gelingen, sind wir – durch Glocken, Pfeifen und Rufen – zumindest so laut, dass deren Hassparolen nicht zu verstehen sind.“ Die „Blockierer“ wollen sich um 10 Uhr am Winzerbrunnen treffen. Darüber hinaus ist für 14.30 Uhr eine Menschenkette vom Bahnhof bis zur Synagoge geplant. Ab 15 Uhr sollen zudem die Glocken Wormser Kirchen läuten.

    Den ganzen Samstag über ist mit Behinderungen in der Stadt zu rechnen.  Starke Polizeikräfte sind vor Ort. Es werden maximal 100 NPDler erwartet.

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