
Zwei besondere Ehrungen konnten der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler und VG-Bürgermeister Max Abstein beim traditionellen Sommerfest der CDU-Altrheingruppe im Alten Kelterhaus Alsheim vornehmen: Christine Müller wurde für 55 Jahre Mitgliedschaft bei den Christdemokraten und Hans Baier für 35 Jahre Treue zur Union geehrt. Daniel Hoffmann, der urlaubsbedingt die Vorsitzende Jaqueline Rehn vertrat, gehörte zu den ersten Gratulanten und freute sich über die vielen Mitglieder und Interessierte, die gekommen waren.
Nicht nur ums Feiern sollte es gehen, sondern ebenso um das Thema, das in diesen Tagen die Menschen auch in Alsheim, Hamm, Eich, Gimbsheim und Mettenheim ganz besonders bewegt: die drohende Energie- und Wirtschaftskrise. VG-Bürgermeister Max Abstein zeigte auf, wo überall für die VG Potenzial zum Einsparen von Strom und Wasser liege. Dabei schaute er auch auf alternative Energieoptionen wie Fotovoltaik und Geothermie.
Metzler blickte auf die globale politische Lage, die „sehr besorgniserregend“ sei und Auswirkungen auf alle habe. „Es wird nicht leicht werden und vieles werden wir stemmen müssen.“
Wirtschaftskrieg mit Russland
Der 24. Februar, der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, sei eine Zäsur in der Geschichte Europas. „Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg“. Vieles habe sich mit den Jahren aufsummiert und komme nun zum Tragen. Deutschland könne sich jetzt nicht mehr in dem Maß wie bisher auf die Friedenssicherung durch Nato und USA zurückziehen. Die nur scheinbar preiswerte Zusammenarbeit mit Russland bei der Öl- und Gassicherung habe in Wirklichkeit sehr viel Kontrolle gekostet.
Als „Ersatzpartner“ müsse man nun bei Staaten um Unterstützung bitten, bei denen man noch vor einem Jahr die Frage stellte, ob man überhaupt an der Fußball-WM teilnehmen könne, sagte Metzler mit Blick auf Qatar. „Jetzt brauchen wir schnell LNG-Terminals, um Gas auf dem Seeweg nach Deutschland zu bringen, wohl wissend, dass dieses Gas dann anderen Ländern fehlt, die bisher Kunden für die LNG-Lieferanten waren und wir zudem auch Transportkapazitäten binden.“
Ein Aktivieren der Ostsee-Pipeline Nordstream 2, die von Russland nach Deutschland verläuft, kommt für Metzler nicht infrage. „Das wäre eine Bankrotterklärung.“ Der Abgeordnete geht davon aus, dass Russland weiterhin Gas in geringen Mengen liefern werde. „China nimmt nicht mal zehn Prozent der Menge ab, die bisher nach Europa geflossen sind“.
Wirtschaft stark abhängig von China
Nicht aus den Augen verlieren dürfe man die starke Abhängigkeit von China, in der sich die europäische Wirtschaft befinde, angelockt durch günstige Preise und einen scheinbar unendlichen Markt. Die Großindustrie schreibe oft nur durch das Chinageschäft noch schwarze Zahlen. „Derzeit stecken rund 20 Prozent der Weltwirtschaftsgüter in China.“
Mit Blick auf den China-Taiwan-Konflikt sagte Metzler, auch dort schlummere ein „noch nicht abzusehendes Risiko für unsere Wirtschaft.“ Dennoch blieb Metzler zuversichtlich. Angst sei ein schlechter Ratgeber.
„Wird schwierig werden – aber wir haben es noch immer geschafft!“
Seit neun Jahren vertritt Metzler den Wahlkreis in Rheinhessen als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag. Eingedenk der vielen Krisen, die allein in dieser Zeit schon auf der Tagesordnung standen, sagte er: „Wir haben es noch immer geschafft.“ Gerade auch die Union könne und müsse auch jetzt ihren Beitrag leisten: „Es bleibt weiterhin wichtig, dass wir als Union zusammenstehen und für unsere Positionen kämpfen und positiv bleiben.“