Der Naturschutzbund NABU nimmt aufgrund der aktuellen Situation Stellung zur Grundwassersituation in Eich. Dort tritt Grundwasser sichtbar an die Oberfläche und die Bevölkerung macht sich Gedanken, was es damit auf sich hat. „Viel Blendwerk ist aktuell verbreitet worden“, so der Vorsitzende des NABU Worms und Umgebung, Matthias Bösl. „dabei sind dutzende Stellungnahmen und Gutachten von Fachbüros, Behörden und Ingenieuren zu diesem Thema veröffentlicht.“
Das Grundwasser war in den 50er und 60er Jahren noch höher als aktuell, was u.a. die Studie Björnsen für das Wasserwerk Eich der Stadtwerke Mainz, Grundwassermessstellen -seit 1952 - des Landes RLP beweist. Der hohe Wasserstand im Altrheingebiet wird wesentlich durch Grundwasser beeinflusst. „Auch in anderen Regionen des Oberrheins werden hohe Wasserstände gemeldet, nicht nur in Eich“, berichtet Bösl, „hohe Grundwasserstände im gesamten Rheingraben u.a. in der Vorder- und Südpfalz oder im Rheingau können auch nicht durch den Seebach bzw. Seegraben beeinflusst worden sein“.
Eine wesentliche Änderung der Grundwasserstände habe sich im Gebiet durch die Aufgabe der Wasserwerke in Guntersblum im Jahr 1999 und des kleineren Eicher Wasserwerks an der Ibersheimer Straße im Jahr 2005/2006 vollzogen. Die zum Teil erheblichen Absenkungstrichter haben sich wieder gefüllt, die Grundwasserfließrichtung ist dadurch wieder vergleichbar mit der Fließrichtung der 50er Jahre. „Dies und natürliche Faktoren haben die Grundwasserstände im gesamten Raum wieder deutlich ansteigen lassen“, so Bösl.
Die obigen Punkte beantworten somit die Frage wie es "trotz der geöffneten Schließe nach wie vor Hochwasser im Altrhein gebe". Bei solch hohen Grundwasserständen haben Seebach und Seegraben keinen hohen Einfluss auf das örtliche Geschehen.
Das Naturschutzgebiet Eich-Gimbsheimer Altrhein lebt nur mit Wasser. Viele Tierarten sind in trockenen Altrheinzeiten ausgestorben oder nur noch in geringen Beständen vorhanden. Schnakenplagen entstehen bei dauerhaften Gewässern mit Vorkommen von Fischen, Amphibien uns sonstigen Makrozoobenthos so gut wie nicht. Die Schnakenplagen in diesem Gebiet sind erst mit den Trockenphasen seit den 70er Jahren entstanden, denn Fische und Amphibien als natürliche Feinde waren in dieser Zeit im Altrhein nicht vorhanden. Erst ein trockener Altrhein mit verbliebenen kleinen Restwasserflächen werde wieder zu einer erheblichen Schnakenplage führen.
Aus Sicht von Bösl sind die größten Probleme in den Neubaugebieten entstanden, die trotz aller Warnungen in grundwassergefährdeten Bereichen errichtet wurden. Dieser Fehlentwicklung sollten sich vor allem diejenigen Politiker stellen, die für die Ausweisung der Baugebiete verantwortlich sind. „Dies würde zu Anerkennung und Respekt nicht nur seitens des NABU, sondern auch durch die betroffenen Bürgerinnen und Bürgern führen“, so Bösl abschließend.
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