Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ machte gestern mit ihrem Boot Station in Worms / Spenden für Flüchtlinge im Nordirak
„Hope“ setzt Segel für Menschlichkeit
Die „Hope“ erreichte am Freitagmorgen den Wormser Yachthafen, um auf die Not der Flüchtlinge im Nordirak aufmerksam zu machen. Von Worms aus fuhr das Boot am gleichen Tag nach Nierstein. Am Samstag geht es weiter nach Mainz, bevor am Sonntag das Ziel Bingen angesteuert wird. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak sind das große Thema unserer Tage. In erster Linie geht es dabei um die Menschen, die aus den Krisengebieten in Deutschland ankommen. Es gibt aber auch noch jene, die in Lagern im Nordirak, der Türkei oder Jordanien ausharren, und denen ein harter Winter bevorsteht.
"Luftfahrt ohne Grenzen"
Die in der Region Rheinhessen sehr aktive Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ wurde 2003 gegründet und ist in den letzten beiden Jahren im Schwerpunkt im Nordirak aktiv. Mit mehren Hilfsflügen wurden jeweils rund 65 Tonnen Hilfsgüter, wie Babynahrung, Zelte, Medikamente und Kleidung ins türkische Erbil geflogen und von dort weiter ins Kurdengebiet transportiert.Eben genau dorthin, wo nur wenige Hilfsorganisationen aktiv sind. Mit einem kleinen Fischerboot befährt „Luftfahrt ohne Grenzen“ vom Freitag, dem 18. September, bis zum Sonntag, dem 20. September, den Rhein zwischen Ludwigshafen und Bingen und sammelt Spenden. Am Freitagmorgen erreichte das Ausleger-Fischerboot, wie es in Myanmar (Burma) typisch ist, den Wormser Yachthafen und wurde dort Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD), dem Bundestagsabgeordneten Jan Metzler (CDU) und den Fischerwäädern emfangen.
Alle in einem Boot
Der konkrete Anlass der Tour ist der am Sonntag stattfindende, internationale Weltkindertag. Die Aktion trägt den Namen: „Alle im Boot für die Menschlichkeit.“ Die geschäftsführende Vorsitzende von „Luftfahrt ohne Grenzen“, Marie-Luise Thüne aus Oppenheim, erläuterte gegenüber dem NK, dass es weltweit 60 Millionen Flüchtlinge gebe, davon seien etwa die Hälfte Kinder. Mit der dreitägigen Bootstour möchte „Luftfahrt ohne Grenzen“ an diese humanitäre Katastrophe erinnern und gleichzeitig Spenden sammeln. Mit den Geldern werde man dringend benötigte Hilfsgüter kaufen und sie direkt in die Lager in den Nordirak bringen, so Marie-Luise Thüne. Weiter führte die Geschäftsführerin aus, wie wichtig es sei, den Flüchtlingen zu helfen, die nach Deutschland kommen, genauso notwendig sei es aber, den Menschen zu helfen, die in den Lagern ausharren. Besonders im jetzt anstehenden Winter benötigen die Menschen Medikamente, Nahrung und warme Kleidung.
Den Menschen im Nordirak helfen
Marie-Lusie Thüne, die selbst oft im Irak ist und die Hilfsflüge begleitet, berichtet, dass die Hoffnungsglosigkeit in den Lagern zunehme, zumal der Krieg immer brutaler werde und ein Ende nicht abzusehen sei. Aber nur wenn die Welt den Menschen in den Camps in der Türkei, in Jordanien und im Irak helfe, könne man sie davon abhalten, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Zumal viele Syrer und Iraker in ihre Heimat zurückkehren wollten, wenn wieder Frieden in ihrem Land herrsche.
Engagement der Bürger notwendig
Die Flüchtlingsproblematik in Deutschland und im Nahen Osten könne man nur in den Griff kriegen, so die Geschäfstführerin, wenn sich die Bürger in Europaengagierten. Daher freue sich Marie-Luise Thüne über jede Spende, um noch vor dem Winter mit einem Hilfsflug nach Erbil aufbrechen zu können. Nach ihrer Rückkehr werde sie berichten, und dies mit Fotos dokumentieren, wohin die Mittel geflossen seien. Mit auf der Bootstour der „Hope“ war auch der Bürgermeister der nordirakischen Stadt Erbil, der ausführte, dass seine Stadt 1,8 Millionen Einwohner habe und zurzeit gleichzeitig 400.000 Flüchtlinge beherberge. Jede Hilfe sei daher willkommen und er dankte Marie-Lusie Thüne für deren großherzigen Einsatz. Mehr Informatinen über „luftFahrt ohne Grenzen“ unter: www.luftfahrtohnegrenzen.de info@luftfahrtohnegrenzen.de Spendenkonto Bank: Frankfurter Sparkasse IBAN: DE84 5005 0201 0200 3322 44 SWIFT-BIC: HELADEF1822 Verwendungszweck: „Alle im Boot für die Menschlichkeit