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Di., 05. November 2013, 15:05 Uhr
Handballerinnen gelingt ein nie für möglich gehaltener 25: 18-Sieg gegen die favorisierten Handballerinnen der TG Osthofen
HSG-Damen sorgten im Nachbar-Derby für eine Sensation
Vergeblich strecken sich die Arme der TGO-Spielerinnen Maria Diemer und Mura Ripp in die Höhe, denn Elena Weick hat zu einem ihrer sieben Tore beim 25:18-Sieg ihrer HSG-Damen abgezogen. Foto: madi
VON KLAUS DIEHL Mit ungleichen Vorteilen gingen beide Mannschaften in dieses Derby, das eigentlich vor dem Anpfiff nur einen Sieger sah. Denn die Favoritenrolle kam eindeutig den auch von der Routine her besser bestückten Schützlingen von TGO-Trainerin Vida Tauriene zu, doch es sollte ganz anders und unverhofft kommen. Am Ende waren es die sehr jungen HSG-Mädels, eine Mannschaft im totalen Neuaufbau, die mit einem in dieser Höhe geradezu sensationellen 25:18-Sieg das bessere Ende für sich hatten und entsprechend nach dem Schlusspfiff gefeiert wurden. Ganz besonders die gerade 18 Jahre alt gewordene Torhüterin Lea Sonek, die gefühlte 32 Bälle abwehren konnte. So auch die Aussage von Hans-Karl-Böhnert, Trainer der HSG Herren 1. „Wir haben die HSG-Torfrau in den ersten zehn Minuten warm geschossen“, erklärte Maria Diemer, die den HSG-Sieg aber voll anerkannte.
„Kein Biss, keine Einstellung”
TGO-Trainerin Vida Tauriene ging hart mit ihren Schützlingen um. „Die hatten das Spiel bereits vor dem Anpfiff in den Köpfen gewonnen. Das war heute garnichts, keine Einstellung, kein Biss und kein Aufbäumen, als sich die Niederlage schon relativ früh abzuzeichnen begann. Erfolgreiches Handballspiel hat auch etwas mit Kopfsache zu tun und man darf einen Gegner zu keiner Zeit unterschätzen. Wir waren heute alle schlecht. Keine Spielerin fand zu ihren gewohnten Leistungen.“
Recht hatte sie die TGO-Trainerin. Denn in einem Derby ist alles möglich, besonders wenn man als Underdog Leidenschaft und Herzblut mit einbringt und auch das umzusetzen versteht, was der Trainer als Marschgepäck auf das Spielfeld mit gibt.
„Mehr als verlieren konnten wir nicht. Als schon frühzeitig deutlich wurde, dass Osthofen zu schlagen war, fiel bei meinen Spielerinnen regelrecht der Druck ab und sie konnten immer befreiter aufspielen. Gestützt auch auf eine sensationell haltende Lea Sonek im HSG-Tor, die alleine vier Siebenmeter abgreifen konnte und den TGO-Spielerinnen einen Zahn nach dem anderen zog. Osthofen war die spielerisch sicher die bessere Mannschaft”, so HSG-Coach Stefan, „doch im Kollektiv steigerten sich die HSG-Mädels und wussten auch mit Fortdauer des Spiels, die jeweils richtige Antwort auf die Aktionen der TGO-Damen im Angriff.” „Ich habe schon immer gesagt, dass wir auch gegen eine optischüberlegene Mannschaft gewinnen können, wenn wir mit unserer jungen Truppe diszipliniert spielen und mit der richtigen Einstellung agieren”, führte HSG-Coach Stefan weiter aus.
Junge HSG-Truppe auf gutem Wege
Dieser Sieg vor ihrem begeisterten Anhang dürfte ein Stück guten Weges sein, was die Zukunft des Frauen-Handballs bei der HSG Worms betrifft. Aber immer getreu dem Motto: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und deshalb auch kein Grund zum Abheben“. Es war eine absolute Kollektivleistung, wobei Osthofen – nach eigener Aussage – in den ersten zehn Minuten bereits das Spiel verloren und die HSG-Damen einschließlich Torfrau Lea Sonek regelrecht aufgebaut hatte. Die HSG ging zwar mit 1:0 in Führung, doch bis zum 6:6 verlief die Partie nicht nur relativ ausgeglichen, sondern sah Osthofen ständig mit einem Tor vorne. Sicherlich sodann schon vorentscheidend, als die HSG-Mädels auf 10:6 davonziehen konnten und auch zur Pause mit 12:9 die Nase vorne hatten. Würde Osthofen nach Wiederanpfiff sich von ihrer besseren Seite zeigen können?
Ein eindeutiges „Nein“, denn die Gastgeberinnen ließen sich nicht mehr aus ihren Schuhen kippen, wussten zusammen mit Torfrau Lea Sonek auf alle TGO-Variationen eine Antwort und bauten in der gut besuchten Nikolaus-Doerr-Halle ihren Vorsprung dank dreier besonders erfolgreicher Werferinnen über 15:10 auf 20:13, 22:14, 23:17 zum 25:18-Endstand aus. Großer Jubel nach dem Schlusspfiff und stehende Ovationen der HSG-Anhänger. Ganz anders die TGO-Damen, die etwas Zeit brauchten, um zu realisieren, wie es um sie geschah.
HSG-Damen: Lea Sonek, Lisa Kreimes (2), Franziska Wenzel (39, Natalie Höchst (6/1), Charlotte Deubel, Susanne Graf (5), Elena Weick (7/4), Katharina Schlösser (2), Ann-Katrin May, Hannah Wurm, Annika Schlösser, Lena Jäger und Marion Winkler
TG Osthofen: Patricia Seelig, Katja Morasch, Manuele Zimmermann, Mona Schmitt (2), Lisa Wolff, Maria Diemer (4), Johanna Saul, Mura Ripp (7/7), Jasmin Bott (3) Liboria Romano und Kristina Graf (je 1)