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  • Do., 22. November 2018, 10:13 Uhr
    Neue Plakatkampagne soll Vorurteile und Vorwürfe gegenüber vergewaltigten Frauen ad absurdum führen

    "Ich wurde von einer Mücke gestochen – Du hast sie bestimmt provoziert!"

    Mit einer auffälligen Plakatkampagne, die ab dem 25.November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ in Worms und Umgebung zu sehen sein wird, möchte der Wormser Frauennotruf Frauen und Mädchen, die sich nach einer Vergewaltigung ungerechtfertigten Vorurteilen und Vorwürfen ausgesetzt sehen, unterstützen.

    Wiederkehrende Vorbehalte
    Warum hat sie sich nicht gewehrt, nicht geschrien, warum war sie alleine oder so spät unterwegs, warum hatte sie an, was sie an hatte, warum hat sie Alkohol getrunken, warum war sie überhaupt unterwegs? Indem ganz normale Alltagssituationen mit immer wiederkehrenden Vorbehalten kombiniert werden, wird die Absurdität der Vorwürfe deutlich und hilft  dabei, sich von den grundlosen Vorwürfen zu distanzieren – „Ich wurde von einer Mücke gestochen – Du hast sie bestimmt provoziert“ oder „Mein Toast ist verschimmelt – Bestimmt hast du dich nicht ausreichend gewehrt“. 

    Stark überzeichnet
    Mit dieser Plakatkampagne werden Beschuldigungen stark überzeichnet und der Gesellschaft wie ein Spiegelbild gegenüberstellt. „Wir wollen den Vorurteilen und Vorwürfen widersprechen, indem wir deren Absurdität verdeutlichen“, so Annette Hölter von der Beratungsstelle, die gleichzeitig erläutert, dass die negativen Stimmen und Anfeindungen oft aus dem engen Umfeld der Frauen kommen.

    „Diese Vorwürfe sind natürlich absolut haltlos“, so Annette Hölter. „Die Frauen benötigen viel  Kraft, um sich gegen diese Vorbehalte abzugrenzen. Das muss aufhören.“ In den Vorurteilen und Verurteilungen stecken nicht nur Beschuldigungen gegenüber der Frau, sondern auch eine gleichzeitige Entlastung des Täters. Die Folgen können schwerwiegend sein: Frauen verschließen sich, möchten nicht über das Erlebte sprechen und in der Konsequenz auch nicht anzeigen oder eine Beratungsstelle aufsuchen, da sie überall mit entsprechenden Vorbehalten gegen sich rechnen. 

    „Damit sich alte und hartnäckige Vorstellungen über sexualisierte Gewalt weiter ändern ist es jedoch wichtig immer weiter gemeinsam gegen die alten Mythen im Geschlechterkampf anzugehen“, erläutern die Mitarbeiterinnen das Engagement der Beratungsstelle Worms für die Kampagne.

    „Wir hoffen, dass die ungewöhnlichen Kampagnenslogans für eine hilfreiche Debatte sorgen und zum Umdenken anregen!“

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