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  • Fr., 11. November 2016, 14:37 Uhr
    Kundel: Wormser Wirtschaft braucht leistungsfähige Infrastruktur

    IHK: Krankenhaustangente ist unverzichtbar

     


    Die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen und der Arbeitskreis Wormser Unternehmen wenden sich in aller Deutlichkeit gegen eine Streichung der Krankenhaustangente. IHK-Vizepräsident Michael Kundel sieht die jüngste Debatte im Haupt- und Finanzausschuss mit großer Sorge: „Wenn die Stadt über Jahrzehnte eine vollständige Umfahrung der Stadt plant und dann nach der Realisierung der ersten Hälfte die zweite streicht, dann ist das verkehrspolitischer Unsinn.“


    Eine gut funktionierende Verkehrsinfrastruktur sei einer der wichtigsten Standortfaktoren für die Wormser Firmen, so Kundel weiter. Dies hatte der Arbeitskreis Wormser Unternehmen bereits im Dezember 2014 in einem Positionspapier zur Wormser Verkehrsinfrastruktur verdeutlicht. In dem Text wird vor allem auch die große Bedeutung des Äußeren Ringes für die Wirtschaft betont. Die dringend nötigen Entlastungen der Wormser Innenstadt seien nur mit der vollständigen Herstellung des Äußeren Ringes möglich.


    Ein Verzicht auf dieses wichtige Teilstück würde bedeuten, dass wesentliche Verkehrsströme von der A61 und aus den westlichen Stadtteilen Richtung Norden, Süden und Osten weiterhin durch die Innenstadt fließen – mit allen Belastungen durch Stau, verlängerte Fahrzeiten, hohe Kosten und den damit verbundenen negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt. Gerade der Güterkraftverkehr aber soll in den kommenden Jahren nicht weniger werden, sondern sogar noch deutlich ansteigen.


    IHK-Geschäftsführerin Andrea Wensch erinnert daran, dass die Wormser Wirtschaft einen eindeutigen Schwerpunkt im produzierenden Gewerbe und der Logistik hat. Diese Gewerbezweige erzeugen zwar ein hohes Verkehrsaufkommen, aber sie seien auch die finanzielle Basis der Stadt.


    Über ihr Steueraufkommen hat die Wirtschaft im Jahr 2015 fast 90 Millionen Euro in die städtische Kasse gespült. Allein die Industrie hat im vergangenen Jahr weit mehr als 300 Millionen Euro an ihre Beschäftigten gezahlt. Dies habe nicht nur die Existenz tausender Familien gesichert. Über Handel, Handwerk und Dienstleister sei auch ein erheblicher Anteil dieser Gelder wieder in den Wirtschaftskreislauf der Stadt Worms geflossen.


    Vizepräsident Kundel ist überzeugt: „Eine vorausschauende Wirtschaftspolitik für Worms darf diese Fakten nicht ignorieren.“ Er appelliert an die Verantwortlichen im Stadtrat, die stets betonte Bedeutung der wirtschaftlichen Bestandspflege ernst zu nehmen. Wolle man Unternehmen dauerhaft am Standort halten, müsse man auch das Straßennetz wirtschaftsgerecht ausbauen.


     

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