Der ehemalige Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck verlieh dem Neujahrsempfang des SPD Ortsvereines Neuhausen besonderen Glanz
„Kurt Beck ist Vieles zu verdanken“
Kurt Beck ehrte die Mitglieder Dieter Bog (20 Jahre) und Bernhard Selbert (50 Jahre) für ihre langjährige Mitarbeit und übergab Neumitglied Bernhard Becker das rote Parteibuch. 1.Reihe: Jens Guth, Dieter Bog, Bernhard Selber und Bernhard Becker; 2. Reihe: Kurt Beck, Timo Horst, Uwe Merz, Michael Kissel und Marcus Held (von links). Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Prominenter Gast beim Empfang der SPD am Freitagabend in Neuhausen, der in der Kulturhalle des GV Liederkranz in der Schäferstraße stattfand, war der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck. Viele persönliche Freundschaften über seine lange politische Laufbahn verbinden ihn mit Worms und Neuhausen.
So konnte der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel, der Beck schon aus Gewerkschaftertagen in den Siebzigern kennt, an viele Weichen stellende und vorausschauende Entscheidungen für Worms erinnern: Allen vorweg die frühzeitige Planung der Konversionsprojekte, die Liegenschaften der Alliierten nach der Wiedervereinigung wieder der privaten Nutzung zugänglich machten. Ob Eingliederung der Taukkunen Barracks , der Thomas-Jefferson-Village, heute als Prinz-Carl-Anlage und Liebenauer Feld wichtige Punkte des städtischen Lebens, so Kissel, oder der Beschluss zum Bau der zweiten Rheinbrücke, sie seien Kurt Beck zu verdanken, der heute Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung ist.
Neuhausen als Aktivposten der SPD
Jens Guth, SPD-Landtagsabgeordneter, Wormser SPD Chef und Generalsekretär der Landespartei, bezeichnete die Neuhauser SPD als „freundlichen und sympathischen Aktivposten“, der mit guten Wahlergebnissen aber auch mit besonderem Engagement viel für Worms bewege. „Kurt Beck und Neuhausen, das passt“ resümierte Guth und erinnerte an drei Meilensteine aus seiner Politik für Neuhausen. Gebührenfreie Bildung habe Kindern zu einem Kindergartenplatz verholfen, der vorher für viele Familien nicht finanzierbar gewesen sei. Die Staudinger Schule sei landesweit eine der ersten Ganztagsschulen, die eine Betreuung und Förderung vieler Schüler auch im sportlichen und musikalischem Bereich erst ermöglicht habe. Und der Pakt für Ausbildung hätte jungen Menschen aus vorgezeichneten ausichtslosen Lebensläufen in Perspektive und Arbeit gegeben.
Beck appelliert an Menschlichkeit
Eingestimmt durch die Bildpräsentation „Neuhausen – damals und heute“ von Horst Bless, dankte Beck dem Neuhauser Ortsvorsteher und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Uwe Merz für seine Einführung, die die Ereignisse von Paris, das uns näher liegt als Berlin, und den Artikel 1 des Grundgesetzes angemahnt hatte. Beck war es wichtig, den Gedanken „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ aufzugreifen, und machte klar, dass es nicht die Würde des deutschen Menschen sei, sondern die Würde aller Menschen, die durch unsere Verfassung geschützt werde.
Es sei „unsere Pflicht Menschen, die aus Not und Elend zu uns kämen, als Menschen an zusehen“ und nicht zu differenzieren nach Herkunft und Religion. Menschlichkeit, Solidarität und Nächstenliebe seien nicht sortierbar, nicht partiell anwendbar und eine Gesellschaft, die glaubte, sie könne da differenzieren, geht von Innen heraus kaputt. Große Enttäuschung habe Kurt Beck über das Ausladen Vladimir Putins von den Ukraine-Gesprächen empfunden – gerade in dieser geschichtsträchtigen Zeit. Das Gedenken an die Befreiung Auschwitz durch die Sowjetarmee bräuchten wir, um einander ein gedeihliches Miteinander zu schaffen und den Erhalt der freien Welt sicherzustellen.
Gediente Mitglieder geehrt
Eine besondere Ehre wurde den Mitgliedern Bernhard Selbert und Dieter Bog zuteil, die Kurt Beck für ihre 50- bzw. 20-jährige Mitgliedschaft und große Unterstützung des Ortsverbandes ehrte. Auch Neumitglied Bernhard Becker empfand die Übergabe des roten Parteibuches durch den ehemaligen Landesvater als besondere Auszeichnung.
Musik-Ensemble der Lebenshilfe untermalt Empfang schwungvoll
Unter der Leitung von Natalia Fast am Klavier begleiteten Musiker der Lebenshilfe, die ja auch ein Teil Neuhausens ist, stimmungsvoll, beschwingt und unaufdringlich den Empfang. Lorenz Krost am Schlagzeug, Karin Nyberg am Metallophon und Michaela Zimmermann an den Percussions spielten Evergreens wie „Thank you for the music“, „You raise me up“ oder „Oh happy day“. Ein persönlicher Dank Kurt Becks und ein Präsentkorb mit Leckereien der Neuhauser Chocolaterie Holzderber überreicht, durch Uwe Merz, zollte Anerkennung.