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  • Sa., 15. November 2014, 15:13 Uhr
    Bei der „Pfeddersheimer Rotwein-Fackel-Nachtwanderung“ zeigten die dortigen Winzer, wie gut sie auch „rot“ können

    Im Fackelschein rund um Pfeddersheim

    Sonja Decker (5. von links) von der IG im Kreise einiger Probeteilnehmern und Winzerkollegen zeigte sich sicher, dass man nach der positiven Resonanz die Veranstaltung wiederholen werde. So etwas hört Weinfreund Helmut Ebener (4. von links) gerne, war er doch gleichermaßen begeistert von Konzept und Qualiät der Weine, Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR Wenn Christian Bongibault sagt, die Deutschen machen den besten Wein, wiegt das besonders schwer. Als gebürtiger „Erbfeind“ machte er schon im Nachkriegsdeutschland vor, was heute als gelungene Migration bezeichnet wird. Nicht nur mit seiner deutschen Frau Ingrid, sondern seiner Vorliebe für den hiesigen Wein, ist der charmante Franzose längst hier „angekommen“.

    So ist es für ihn auch selbstverständlich, mit dabei zu sein, als die Interessengemeinschaft Pfeddersheimer Winzer (IG) in seiner Wahlheimat am vergangenen Freitagabend zur Fackelwanderung rund um die ehemalige Reichsstadt einlädt.

    Im Riesling-Jahr 2011 fand die abendliche Veranstaltung zum ersten Mal statt. Allerdings zeigten die Pfeddersheimer Weinmacher in diesem Jahr, dass sie neben dem berühmten Wein, der schon vor einem halben Jahrtausend erstmals hier urkundliche Erwähnung fand, es ebenso gut verstehen, die roten Sorten an- und auszubauen.

    Hinter der Kirche durch die Weinkeller
    Davon konnten sich die über 100 Teilnehmer bei ihrem rund 2-stündigen Rundgang zu den vier Stationen durch die Weinberge „Hinter der Kirche“ überzeugen. Mit Fackeln bewaffnet, gestärkt von Laugenstangen, Bierknacker, Blätterteig-Snacks und zum Abschluss einer heißen Suppe, konnte sich man sich durch die 9 Rotweine vom St. Laurent bis zum Merlot und einen roten Sekt nach Lust und Laune durchprobieren.

    Die Führung oblag der ebenso fach- wie ortskundigen Rheinhessischen Weinprinzessin Carina Wiemers. Und die musste ab und an zur Flüstertüte greifen, um die zunehmend aufgekratzter werdende Truppe zusammenzuhalten, denn: es wurde üppig nachgeschenkt!

    Auch, wenn sie eher Weißweintrinker sind, waren sich Christian Bongibault und Nachbar Walter Schweipert einig: „Die hiesigen Weine sind einfach die besten“. Französische Weine z.B. seien ihrem Geschmack oftmals schon zu trocken und weniger bekömmlich. Auch die beiden Vorruheständler Bernhard Schnell und seinen Ex-Kollege Bernd Haffner machten unmissverständlich klar, dass sie weder französischen Merlot, argentinischen Syrah oder kalifornischen Cabernet brauchtenm hierzulande gebe es mehr als genug tolle Weine. Vor allem der Spätburgunder vom Weingut Pflüger-Umstadt hatte es dem Rheindürkheimer Schnell angetan. Der Wein sei ja auch schließlich 18 Monate im Holzfass gereift, erklärte Winzer Stephan Pflüger.

    Die beteiligten Weingüter:
    Feth-Wehrhof, Wendel, Götz, Pflüger-Umstadt, Goldschmidt, Hinter der Kirche Oliver Knab, Ließ-Wenzel und Klaus Wendel.

     

     

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