So., 21. Mai 2023, 16:53 Uhr
WEINORDEN PFEDDERSHEIM: Mehrtagesfahrt an die Mosel eröffnete Ein- und Ausblicke
Im Herzen der Mittelmosel
Ein weiterer Höhepunkt im diesjährigen Veranstaltungskalender des Pfeddersheimer Weinordens war die Viertagesfahrt an die Mosel, genauer ins Weinanbaugebiet Bernkastel.
Zunächst war gemäß der festgelegten Ordensmaxime „Wein und Kultur“, eine Führung im Fischbacher Kupferbergwerk angesagt. Das Publikum erfuhr viel Wissenswertes über die im Jahre 1975 als erstes Besucherbergwerk in Rheinland-Pfalz eröffnete Kupfererzgrube bei Fischbach. Der Kupfererzbergbau in dieser Gegend ist seit dem 15. Jhd. urkundlich belegt. Seit dieser Zeit war das Hosenbachtal Mittelpunkt einer überregional bedeutenden Industrie.
Weiter führte die Tour zum Weingut Kerpen in Bernkastel-Wehlen im Herzen der Mittelmosel zu einer Raritätenkellerführung. Die Familie bewirtschaftet schon seit 250 Jahren Weinbau, alles in Handlese. Martin Kerpen ist Vorstandsvorsitzender im „Bernkasteler Ring“, der ältesten, 1899 gegründeten Weinversteigerungsgesellschaft Deutschlands.
Am Morgen des zweiten Tages erwartete das Weingut und Weinmuseum Schlagkamp Desoye in Senheim die Gäste zu einer Weinprobe. Der Juniorchef Andreas Schlagkamp - Desoye stellte seinen Gästen das Weingut mit dem von seinem Vater in 40 Jahren aufgebauten Weinmuseum vor. Dieses beinhaltet historische Winzer-, Fass- und Weinbehandlungsgeräte und ist mit seinen über 10.000 Exponaten weltweit einzigartig. Seit über 400 Jahren (1602) steht das Weingut für die Weinkulturregion Mosel.
Nach einem deftigen Imbiss transportierte der Bus der Firma Kollerer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum nächsten Event, nämlich zum uralten Weingut Friderichs (seit 1469) in Ediger-Eller mit dem steilsten Weinberg Europas.
Am nächsten Morgen war wieder Kultur angesagt, nämlich im 500 Jahre alten Cusanusstift Kues. Der Universalgelehrte, Kardinal und Fürstbischof von Brixen, Nikolaus von Kues (1401 bis 1464), auch Cusanus genannt, stiftete 1458 in seinem Geburtsort das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift als Armen- und Altenheim. Hier sollten 33 arme und alte Männer aus der Umgebung von Kues eine dauerhafte Bleibe finden.
Am späten Vormittag erlebten die Gäste die Stadt Traben-Trarbach zunächst oberirdisch, entlang an Alleen und Uferanlagen der Mosel, vorbei an wundervollen Prachtvillen und Kellereigebäuden im Jugendstil, um dann in deren Unterwelt einzutauchen.
Um 1900 war die Doppelstadt Traben-Trarbach das größte Weinhandelszentrum im Deutschen Kaiserreich und stellte neben Bordeaux den größten Weinhandelsumschlagplatz der Welt dar. Der florierende Weinhandel mit Moselwein hatte ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Aus diesem Grunde wurden in der zweiten Hälfte des 19 Jhd. die Kapazitäten der Traben-Trarbacher Weinkeller vergrößert und wie in keiner zweiten Moselgemeinde große Flächen des Stadtkerns, mit teilweise mehrstöckigen und über 100 m langen Gewölben unterkellert.
Am letzten Vormittag genossen die Weinfreundinnen und Weinfreunde eine zweistündige Planwagenfahrt, hoch hinauf in die Weinberge, organisiert vom Weingut Knobloch in Klotten. Den Gästen eröffneten sich herrliche Ausblicke auf die romantische Mosellandschaft an diesem Sonntagmorgen bei einem Glas Wein.
Der Vorsitzende des Weinordens Pfeddersheim, Werner Gradinger, dankte Thomas Peters für die bestens vorbereitete und perfekt gelungene Organisation der Moselfahrt.